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Die Wahrheit des Wortes

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Startet die Schweinegrippe jetzt durch?

2. November 2009

Seit Ende der letzten Woche haben sich die Opferzahlen der Schweinegrippe massiv erhöht. Während eine große Boulevard-Zeitung schon vor Wochen vor bis zu 35.000 Toten warnte, sprechen wir allerdings aktuell von Opferzahlen, die einfach nur minimal sind und von daher erreicht man im Moment auch noch einen so rasanten Anstieg. Was man auch niemals vergessen sollte ist, dass jährlich allein unzählige Menschen an der ganz normalen Grippe versterben und da ist der Rummel in den Medien nicht im Ansatz so groß. Da fragt man sich natürlich, was das im Moment alles soll? Es sei daran erinnert, dass wir nun im Herbst angelangt sind und der Winter auch immer näher rückt, in sofern ist ein Anstieg der Opferzahlen auch nichts besonderes und die Horrorszenarien die noch vor einigen Wochen prophezeit wurden, bleiben zu mindesten vorerst auch erst einmal aus.

Die Reisewelle
Im Sommer kamen doch sehr viele Infizierte in Deutschland aus Spanien, da sie sich im Sommerurlaub, in diesem beliebten Ferienland, angesteckt hatten. Die so genannten Experten warnten damals massiv vor den Herbstferien und hier vor allem natürlich vor der Rückreisewelle, die wohl die Gesamtsituation massiv beeinflussen würde. In diesen Tagen hört man nichts mehr von Rückreisewellen oder massenhaften Infizierungen im Ausland. Im Moment könnte man fast das Gefühl bekommen, dass Deutschland bzw. Europa noch einmal riesiges Schwein gehabt hat, was die Schweinegrippe angeht. Natürlich ist es noch wesentlich zu früh um zu beurteilen, wie sich die Lage entwickeln wird bzw. was letztendlich hinter all dem steckt. Wenn man ein wenig im Internet recherchiert, findet man die interessantesten und auch haarsträubendsten Theorien. All dies führt natürlich zu einer immer größer werdenden Verunsicherung und vielleicht ist genau dies auch das Hauptziel.

Zeitnah zum Auftreten der ersten Schweinegrippefälle war die Panik erst einmal sehr groß und dies gerade auch im Kontext zum Erreger, vor allem und das machte die Sache so merkwürdig, waren als erstes gar nicht einmal die Menschen so sehr im Fokus, sondern eher die Wirtschaft. Es wurden verschiedene Szenarien durchgespielt, wie sich all dies auf die verschiedenen Volkswirtschaft auswirken könnte. Spätestens an dieser Stelle kommt natürlich die Politik ins Spiel aber hier zeigte man sich gerade auch in Deutschland eher zurückhaltend. Die damalige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) schien doch mehr mit ihrer Dienstwagenaffäre beschäftigt, als mit dem Erreger H1N1 selbst. Dies sind natürlich immer wieder die Nährböden für die verschiedensten Verschwörungstheorien, denn warum verhält sich eine Ministerin so? Ist es vielleicht doch alles nicht so schlimm oder möchte man vielleicht nicht noch mehr Panik verbreiten? Am Ende des Tages wirkt vieles, wie die schlichte Überforderung mit der Gesamtthematik.

Der neue Mann gegen die Schweinegrippe
Vielleicht hat sich Schmidt (SPD) aber auch einfach nur so verhalten, weil sie das Ende ihrer Regierungskarriere geahnt hat und ihr bewusst war, dass im Herbst, wenn das Problem naturgemäß größer wird, so oder so jemand anderes den Job machen würde. Dienstwagenaffäre hin oder her, mit dieser These sollte sie recht behalten, denn nun ist die SPD raus aus der Regierung und damit hat natürlich auch sie ihren Job nicht mehr. All das was jetzt noch kommt ist Sache ihres Nachfolgers von der FDP. Denn seit einigen Tagen leitet ihr Nachfolger Philipp Rösler (FDP) das Bundesgesundheitsministerium. Laut Angaben der Medien hat sich Rösler (FDP) auch gleich zwei Mal impfen lassen und zwar gegen die normale Grippe, wie auch gegen die Schweinegrippe. Auch dies dürfte nicht gerade für mehr Ruhe in diesem Thema sorgen, denn es schürt auch weiterhin die verschiedenen Fragen im Kontext zu den Impfungen. Denn als ausreichend Panik im Zusammenhang mit der Schweinegrippe verbreitet worden war und ein Impfstoff in Sicht war, änderte sich das Szenario völlig und plötzlich war nicht mehr der Erreger das Problem, sondern der Impfstoff, dessen Verfügbarkeit auch ständig nach hinten rutschte.

Die Verunsicherung in der Gesellschaft ging soweit, dass sich nur noch ein kleine Minderheit impfen lassen möchte und genau an dieser Stelle wendet sich das Blatt erneut. Seit Ende letzter Woche eine 48 Jahre alte Frau aus dem Rhein-Sieg-Kreis an der Schweinegrippe verstorben ist und die Uniklinik in Bonn mitteilte, dass es in diesem Fall wohl keine bekannten Vorerkrankungen oder aber Begleiterkrankungen gab, geht die Panikmache nun wieder in Richtung des Erregers, was wahrscheinlich wieder die Impfbereitschaft ankurbeln dürfte und dies ohne das sich in diesem Kontext wirklich etwas getan hätte. An diesem Verlauf kann man doch eine sehr schöne gegenläufige Wellenbewegung erkennen, auf welchem Gebiet nun gerade Panik gemacht wird. Bei alldem geht allerdings eines völlig unter und zwar die Frage danach, wie gut die Bundesrepublik Deutschland eigentlich auf einen wirklichen Ernstfall mit Massensterben und einer großen Anzahl an Menschen die isoliert werden müssten, vorbereitet ist. Wir stellen hier ganz bewusst die menschliche Komponente dieses wohl schlimmsten Szenarios in den Vordergrund aber natürlich gibt es auch noch eine wirtschaftliche Komponente, die man in jedem Fall auch nicht unterschätzen sollte. So hat die Ausbreitung der Schweinegrippe in zum Beispiel Argentinien gezeigt, wie negativ sich diese Krankheit auch auf das Bruttoinlandsprodukt (BIP) auswirken kann, was natürlich gerade in Zeiten der Weltwirtschaftskrise fatale Folgen hätte. Am Ende des Tages bleibt wohl nichts anderes, als abzuwarten, was da alles noch auf Deutschland und den Rest Europas zukommt oder auch nicht und dies gilt es dann in aller Ruhe zu analysieren.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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