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Die Wahrheit des Wortes

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Staatsterrorismus von Wien bis Berlin?

21. Juni 2011

Am Sonntag ist es soweit und die Frauenfußball WM 2011 in Deutschland beginnt. Das erste große Highlight ist das Spiel Deutschland gegen Kanada, welches um 18.00 Uhr in Berlin angepfiffen wird. Es wird das ganz große Spektakel, ein halbes Jahrzehnt nach der letzten Fußball-WM in Deutschland und auch diesmal scheint der internationale Terrorismus eine große Rolle zu spielen und überschattet dieses Ereignis. Man fragt sich nun natürlich, ob man von einer tatsächlichen Gefahr sprechen muss oder ob es nur Panikmache ist. Fakt ist, dass es in den letzten Tagen in der österreichischen Hauptstadt Wien verschieden Verhaftungen im Kontext des internationalen Terrorismus gab und hier bei wohl auch Attentatspläne auf den Berliner Reichstag eine Rolle gespielt haben. Wer steckt hinter all dem? Welches Riesenrad wird hier, von wem gedreht? Auch an dieser Stelle ist es sehr wichtig die Gesamtzusammenhänge nicht aus den Augen zu verlieren. Denn es gibt neben all den Horrorszenarien für Berlin auch noch den finanziellen Bankrott der westlichen Welt, den arabische Frühling, den merkwürdigen Tod des mutmaßlichen Topterroristen Osama bin Laden und vieles mehr. Es sind einfach wichtige Fragen, die man scheinbar nicht gewillt ist zu beantworten.

Warum diese Verkettung vermeintlicher Zufälle?
Wie aus dem Nichts fing plötzlich fast die gesamte arabische Welt an sich gegen ihre Staatsoberhäupter aufzulehnen, faktisch zur gleichen Zeit ließen die Führer der westlichen Welt ihrer `alten Freunde` von Kairo bis Tripolis fallen. Wer seinen Posten nicht mehr oder weniger freiwillig räumte, wie es in Tunesien und Ägypten der Fall war, wird durch die geballte westliche Militärmacht gejagt, wie man es im Moment in Libyen erleben kann, wo es scheinbar nur noch die Jagd auf Staatschef Muammar al-Gaddafi gibt. Ebenfalls in diesem Zeitfenster wird plötzlich der Topterrorist Osama bin Laden in einer amerikanischen Kommandoaktion in Pakistan erschossen und dies obwohl er unbewaffnet war. Hier könnte man übrigens durchaus von dem Einsatz eines Killerkommandos unter Federführung des amerikanischen Präsidenten und Friedensnobelpreisträgers Barack Obama sprechen. Mit dieser Aktion und der Blitzversenkung des Leichnams im Meer hat man natürlich auf der einen Seite jegliche rechtsstaatliche Beurteilung von 911 und anderen Anschlägen verhindert, wie auf der anderen Seite auch den Beweis dafür vernichtet, dass es sich hier um mehr, als nur einen vom Westen geschaffenen Mythos handelt, der ihm auch sehr viele Vorteile, gerade auch im Kontext der Überwachung der eigenen Bevölkerung etc. brachte. Es ist schon außerordentlich merkwürdig, wie groß die Verkettung dieser ganzen vermeintlichen Zufälle ist und vor allem das diese niemand wirklich sachlich erklären kann und dies obwohl gerade auch die geopolitischen Auswirkungen so massiv sind.

Wenn eine fremde Macht in Pakistan einmarschiert, wenn auch nur mit einem überschaubaren Team und dort ohne eine international gerechtfertigte Legitimation Menschen erschießt, kann man durchaus von Staatsterrorismus sprechen. Vor genau dieser Art des Terrorismus warnte auch schon der Altbundeskanzler und Publizist Helmut Schmidt (SPD) in der ZEIT. Die Welt verändert sich im Moment rasend schnell und dies vor allem ökonomisch, was nicht nur die massive Eurokrise, die natürlich auch diese Woche wieder ein großes Thema ist, zeigt, sondern eben auch, dass die USA den Rand der Staatspleite mehr als erreicht haben. Hatte man vor gut 20 Jahren mit dem Fall des Eisernen Vorhangs, wo Berlin natürlich auch eine maßgebliche Rolle gespielt hatte, den Sieg des Kapitalismus über alle anderen System gefeiert, scheint man nun dessen Niedergang zu erleben und hier stellt sich natürlich die Frage, welche Mächte versuchen, mit welchen Mitteln, genau dies zu verhindern. Die alten Feindbilder sind damals verloren gegangen und scheinbar entstanden spätestens mit 911 neue Feindbilder, der Kampf der Kulturen war geboren. Schaut man sich, unabhängig von dessen Entstehung, den arabischen Frühling an, merkt man schnell, dass es, vor allem auch aus westlicher Sicht, hier viel mehr um ökonomische Ziele geht, als um die Menschen selbst. Eine Rechtfertigung für all die vom Westen vorgenommenen Veränderungen in der arabischen Welt ist natürlich immer wieder 911 und der islamistische Terror allgemein, was zeigt, wie nützlich er für die westlichen Interessen ist.

Nur eine gute Rechtfertigungsstrategie des Westens?
Schaut man sich all den Terror seit 911 an wird vor allem auch eines deutlich und zwar, dass es in der Mehrzahl der Fälle gar nicht um die Ausübung von Terror ging, sondern um Bedrohungslagen. Die tatsächlichen Beweise, die all dies untermauern sollen, sind oftmals an Geheimdienstaktionen und ähnliches gekoppelt, wie es eben in der Spitze auch die Ermordung Osama bin Ladens zeigte. Wirkliche juristisch haltbare Fakten schafft man so natürlich nicht. Was man so hingegen sehr wohl schafft, ist Verunsicherung und Ablenkung, sowie eine Legitimation für eine Ausweitung des globalisierten Raubtierkapitalismus. Würde es am Wochenende tatsächlich zu einem blutigen Terroranschlag in Berlin kommen, würde dieser vor allem der westlichen Welt die Legitimation bieten, noch kriegerischer in der arabische Welt vorzugehen. Schon jetzt merkt man, wie diese Strategie aufgeht, denn große Proteste gegen den Krieg in Libyen oder gegen Barack Obama sucht man vergebens. Den Machthabern der westlichen Welt muss aber nun ganz schnell etwas einfallen, denn die Menschen begreifen immer mehr, was in den letzten Jahren und Jahrzehnten falsch gemacht wurde und sie machen auch die Schuldigen ganz klar aus. Desto mehr die Völker im Westen leiden, desto mehr sich hier die Armut ausbreitet und die Gesellschaft spaltet, da die Aufteilung des erwirtschafteten Kapitals täglich ungerechter wird, desto mehr breitet sich der Protest aus, wie man jüngst auch wieder in Griechenland sehen konnte. Man hatte die Chance mit Osama bin Laden einiges zu erklären, Berge an Verschwörungstheorien zu zerstören, stattdessen erschoss man einen unbewaffneten Mann und versenkte ihn ganz schnell im Meer und dies lässt im Gesamtkontext eigentlich nur eine Vermutung zu.

Im eben angesprochenen Interview mit Helmut Schmidt (SPD) in der ZEIT endet dieses leider genau an der Stelle, an der es wirklich interessant wird und er gerade Fakten des Staatsterrorismus andeutet. Hier bleibt die Frage offen, was man mit einer solchen Andeutung nun anfangen soll. Mit Spannung kann man nun am Ende dieser Woche beobachten, ob Terrorverdacht alleine noch ausreicht, um von der großen Krise der westlichen Welt abzulenken oder ob es tatsächlich einen blutigen Akt des internationalen Terrors in Berlin geben wird und wen man dann, in welcher Form dafür zu Verantwortung zieht. Man ahnt schon, dass wenn so etwas passieren sollte, was natürlich niemand hofft, auch diesmal die Beweise wieder eher rar sein dürften oder im Notfall eben wieder beseitigt werden und auch dies spricht nicht für die Glaubwürdigkeit westlicher Politik. Kriege wurden von je her dafür verwendet ökonomische Probleme zu lösen und auch dies spricht natürlich dafür, was man in diesen Tagen in der Welt erleben darf. Nun lebt man aber nicht mehr im Mittelalter und muss sich von daher neuen Philosophien und Strategien im Kontext der Kriegsführung überlegen und scheinbar erlebt man diese gerade auch von Wien bis Berlin. So lang die Machthaber der westlichen Welt all die offenen Fragen, die in den letzten Jahrzehnten entstanden sind, nicht beantworten, sondern einfach nur als haltlose Verschwörungstheorien im Raume stehen lassen, bleiben auch die großen Vermutungen im Kontext des Staatsterrorismus. Man hat oftmals so oder so das Gefühl, dass die Beweise hierfür wesentlich ausreichender sind, als die, die man im Kampf gegen den internationalen Terrorismus ins Feld führt und dies ist natürlich erschreckend, nicht nur wenn es um die Frauenfußball WM 2011 geht.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Kultur · Neues aus Österreich · Politik · Sport · Wirtschaft

Bis jetzt 2 Kommentare ↓

  • 1 Der BALLacker » Der etwas andere Kick // 25. Jun 2011 at 07:29

    [...] Boden und zwar diesmal die der Frauen. Um 18.00 Uhr trifft die deutsche Nationalmannschaft in Berlin auf Kanada. Man darf wohl ohne Übertreibung sagen, dass die Chancen der Frauen wesentlich [...]

  • 2 Art for Europe » Spaltet die Armut auch die Kultur? // 27. Jun 2011 at 06:36

    [...] Bankrott der westlichen Welt rückt immer nähre bzw. ist eigentlich schon längst eingetreten. Dieser Fakt hat [...]

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