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Die Wahrheit des Wortes

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Sollte man dem Staat in Gesundheitsfragen trauen?

14. Oktober 2009

Nun ist es schon wieder fast Mitte Oktober und von den angekündigten großen Massenimpfungen ist in Deutschland noch nichts zu sehen. Mittlerweile redet man im Kontext dieser speziellen Grippeschutzimpfungen auch nicht mehr von Oktober, sondern schon von November. Es ist merkwürdig, wie sich hier die Zeiten verschieben. Überhaupt kommt einem bei genauerer Betrachtung dieses Themengebietes einiges merkwürdig vor und es stellt sich die Frage, wie weit ist dies alles eine Taktik, um gegebenenfalls völlig unnötige Panik zu verhindern oder aber gibt es vielleicht ein größeres Problem, über welches man die Bevölkerung lieber nicht in Kenntnis setzen möchte. Natürlich spielt gerade auf diesem Gebiet die Politik eine große Rolle, allerdings verändert sich diese in Deutschland gerade durch den anstehenden Regierungswechsel außerordentlich und auch hier steckt natürlich ein gewisses Problempotenzial drin.

Schließlich ist es ihre Gesundheit

Bislang wird das Gesundheitsressort von der SPD geführt, was sich nachdem Wahlergebnis nun natürlich kurzfristig ändern wird. Die bisherige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) ist ihren Job los, soviel steht einmal fest aber unter ihre Amtszeit fällt in jedem Fall die Vorbereitung auf eine mögliche Masseninfizierung der deutschen Bevölkerung mit dem H1N1-Virus. Nun muss man davon ausgehen, dass ihre alte Chefin, die frühere und wohl auch zukünftige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einem so wichtigen Thema auch alle Details im Auge hat. Folgt man dieser These, könnte sich auch die folgende Regierung also nicht damit aus der Affäre ziehen, dass man nicht ausreichend informiert gewesen sei oder ähnliches, denn selbst sollte es so sein, wäre jetzt natürlich der beste Zeitpunkt, um so etwas einzuräumen. Auf der anderen Seite kann man natürlich gerade auch im Moment sehr schön miterleben, von welchen eigentlich hinlänglich bekannten Fakten man sich in den aktuellen Koalitionsverhandlungen von CDU, CSU und FDP doch plötzlich völlig überrascht zeigt. Hier stellt sich dann natürlich zum ersten Mal die Frage, ob man in Fragen der Gesundheit der Politik glauben darf oder doch eher skeptisch sein sollte.

Aber es gibt noch weitere spannende Informationsschwankungen in diesem Kontext. Als die Berichterstattung in den Medien im größeren Umfang in diesem Kontext begann, war die Rede von Massenimpfungen, so wurde zum Beispiel hier in Köln, wo die Redaktion sitzt, fleißig diskutiert, welche Sporthalle man zur Bewältigung der zu impfenden Personen umfunktionieren könnte, schließlich müssten die Sportvereine etc. umquartiert werden und ähnliches. Verfolgt man nun die aktuelle Berichterstattung, ist schon wieder nur die Rede von Impfungen beim Hausarzt. Man kann sich nun überlegen, ob man hier von einem tatsächlichem logistischem Problem redet, welches man nur noch nicht an die Öffentlichkeit tragen möchte oder ob man neue Erkenntnisse hat und die Problematik einfach nicht mehr als so massiv, wie noch vor einigen Monaten, einzustufen ist. Im Moment redet man laut Medienberichten in Deutschland von 20.000 Infizierten und einem Todesopfer, also wirklich noch keine Zahlen, die man in irgendeiner Form als besorgniserregend einstufen könnte, allerdings haben die Herbstferien, die das Problem durch die allgemeinen Reisebewegungen noch einmal massiv verändern dürften, auch gerade erst begonnen und man rechnet erst mit wirklich messbaren Werten, wenn die Herbstferien enden und die große Rückreisewelle einsetzt.

Der Impfstoff für die Bundeswehr

Wer nun meint, dass wäre schon alles in diesem Kontext, wird hier ganz schnell bemerken, dass dem nicht so ist. Denn es gibt eine weitere spannende Frage, die in den Augen vieler Menschen noch nicht ausreichend beantwortet ist. Es geht um den Impfstoff der für die Angehörigen der Bundeswehr verwendet wird, denn hier reden wir von einer anderen Produktreihe, als die die für den Rest der Bevölkerung eingesetzt werden soll. Der Impfstoff der bei der Bundeswehr verwendet werden soll, verfügt über weniger bzw. keine Zusatzstoffe oder Konservierungsstoffe. In den Medien ist unter anderem die Rede von Quecksilber, als Zusatzstoff im Impfstoff für die Bevölkerung. Es kann nun natürlich verschiedene Gründe dafür geben , dass man hier mit zweierlei Impfstoffen arbeiten will. Dies geht bis hin zu rein kaufmännischen Erwägungen, schließlich und das sollte man niemals unterschätzen, reden wir auch von nicht unerheblichen Aufträgen für die Wirtschaft. Die Erklärung, die man bislang von Seiten der Bundeswehr selbst in diesem Kontext zu hören bekam, wirkt doch eher etwas merkwürdig. Es ist die Rede von irgendwelchen Vorverträgen mit der Herstellerfirma, die hier aus der Schublade gezogen worden seien, die in einem Kontext zum H1N5-Virus, also dem Erreger der Vogelgrippe, stehen. Man halte fest, wir reden hier noch einmal über ein ganz anderes Themengebiet. Hier sieht man auch wieder sehr deutlich, dass an dieser Stelle einige Fragen noch nicht wirklich als gänzlich geklärt eingestuft werden können.

Deutschland hat bislang 50 Millionen Impfdosen bestellt. Eine riesige Zahl, wie man erst einmal denken mag, legt man dann allerdings zu Grunde, dass bis jetzt scheinbar noch nicht letztendlich geklärt ist, wie oft die Impfwilligen geimpft werden müssen, kann man also noch durchaus von zwei Impfungen pro Person ausgehen. Von dem abgesehen, was dies für die eben bereits erwähnte Logistik bedeuten mag, reden wir auch entweder von einer Menge an Impfstoff der für über die Hälfte der Bevölkerung ausreicht oder gerade einmal für etwas weniger als ein Drittel. Auch in diesem Punkt bleibt die Gesellschaft vorerst eher weniger gut informiert. Dem kann man nun entgegen halten, dass sich im Moment so oder so nur gut 20 Prozent der Deutschen impfen lassen würden. Allerdings kann man sich ganz einfach ausmalen in welcher Potenz diese Zahl sprunghaft ansteigen würde, wenn die Zahl der infizierten Personen oder gar die der Todesfälle ganz plötzlich und sehr rapide ansteigen würde und auch dies ist ein durchaus realistisches Szenario. Spätestens an dieser Stelle dürfte sich jeder die Frage stellen, wie weit er dem Staat, wie weit er der Politik vertrauen mag, denn dann geht es erst einmal nicht mehr um Geld oder Arbeitsplätze, sondern schlicht und ergreifend um die Gesundheit eines jeden Bürgers in diesem Land. Bei alldem muss man auch berücksichtigen, dass wir hier von einem Problem sprechen, welches letztendlich nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa bzw. die gesamte nördliche Halbkugel betrifft.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

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