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Die Wahrheit des Wortes

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So vergiftet ist Deutschland

11. Januar 2011

Es war direkt zum Jahreswechsel schon klar, dass einen der Dioxinskandal noch eine ganze Weile begleiten würde. Salamitaktik war schon immer das, was die etablierten Massenmedien in Kooperation mit der Wirtschaft und der Politik in diesem Land perfekt beherrschen, eigentlich nur noch überboten von der Perfektion des Bagatellisierens. Man redet es jetzt auch schon mehr und mehr herunter und Schuld scheint auch wieder niemand wirklich zu haben und wenn, scheint die Haftungsfrage hier zweitrangig. Haftung ist überhaupt ein sehr gutes Thema, welches man einmal vertiefen sollte, denn es geht nicht nur um die Bauern, die zum Teil nun in ihrer Existenz gefährdet sind, am Ende des Tages ist jeder Konsument betroffen, der Dioxine in sich reinstopfte, da er auf saubere deutsche Lebensmittel vertraute. Man sollte überprüfen, ob nicht jeder dieser Konsumenten gegen den mutmaßlichen Verursacher Strafanzeige wegen versuchten Totschlags einreichen sollte oder was würde man mit seinem Nachbarn machen, wenn er einem Dioxine ins Essen mischen würde?

Das Gift in unserer Gesellschaft
Ein grundlegendes Problem unserer heutigen Zeit ist, dass sich Unternehmen scheinbar alles erlauben dürfen und dies ohne spürbare Sanktionen fürchten zu müssen. Genau dies scheint im Moment auch wieder der Dioxinskandal zu belegen, der ein Gesundheitsrisiko nach sich ziehen kann, welches eigentlich noch niemand wirklich einschätzen kann. Hierdurch, durch die möglichen Folgen, wird übrigens auch das marode deutsche Gesundheitswesen weiter geschädigt, denn Krebserkrankungen zu behandeln ist richtig teuer, vom volkswirtschaftlichen Schaden durch den Ausfall von Arbeitskräften etc. einmal ganz zu schweigen. All dies sind Themen, die man aber scheinbar nicht wirklich kommunizieren möchte, denn sonst würde natürlich auch die politische Verantwortung noch einmal ganz neu bewertet werden müssen und um die ist es im Moment schon nicht gut bestellt. Da in einem raubtierkapitalistischen System die Gesundheit und das Leben der Bürger aus Sicht der Wirtschaft scheinbar keinen allzu großen Wert darstellen, muss die Politik hier massiv regulierend zum Schutz der Bevölkerung eingreifen und nicht bagatellisieren, denn sonst macht man sich vollumfänglich mitschuldig.

Die Politik in Deutschland hat kein Problem damit über Hartz-IV-Empfänger herzuziehen und dies auch noch zu rechtfertigen, geht es allerdings um Skandale in der Wirtschaft, übt man sich in Zurückhaltung, wie man sie sich an anderer Stelle wünschen würde. Gerade in einem Jahr mit so vielen Landtagswahlen sollten sich die Politiker allerdings vor Augen halten, dass sie nicht von der Wirtschaft gewählt werden, sondern von den Bürgern, womit auch eindeutig feststeht, wen sie zu vertreten haben. Genau dieser Aufgabe kommt man aber im politischen Berlin, wie auch im Rest des Landes, immer seltener nach. Hohe Steuern rechtfertigt man damit, dass in diesem Land alles so gut läuft aber was läuft in diesem Land denn noch gut? Der Aufschwung geht an den Geldbörsen der Menschen vorbei, der Winterdienst wird eingestellt und Themen, wie zum Beispiel Bildung, Gesundheitswesen oder das Rentensystem sollte man besser erst gar nicht ansprechen. Das man nach der sozialen Verantwortung in der Wirtschaft, in den aller meisten Fällen, umsonst sucht, wundert schon kaum noch irgendwen aber dass sich die Politik hier auch immer weiter zurückzieht, ist ein noch viel größeres Alarmsignal und geht weit über die übliche Inkompetenz hinaus.

Die Zeit der Abrechnung ist angebrochen
All diese politischen und wirtschaftlichen Vorgänge sind natürlich nichts Neues und begleiten die Gesellschaft schon seit Jahren bzw. Jahrzehnten, was allerdings neu ist, ist der Umgang mit diesem Zustand in der Bevölkerung, denn die Volksseele kocht. Diesen Fakt kann man natürlich auch zukünftig einfach weiter ignorieren, allerdings würde das den Topf irgendwann zum überkochen bringen und dies sollte eigentlich vermieden werden. Schaut man sich allerdings die aktuelle Hilflosigkeit in weiten Teilen der Politik an, scheint man noch mehr Volkszorn herauf zu beschwören. Ein Tanz auf dem Vulkan. Der Protest gegen Stuttgart 21, der noch lange nicht vorbei ist, ist einer dieser Beweise, dass es so nicht weitergeht. Mittlerweile müsste auch jeder begriffen haben, wie weit die Schmerzgrenze schon überschritten ist und auch dies macht die Situation eher noch viel schlimmer, als sie es so oder so schon ist. Es wird endlich wieder Zeit, dass sich die Politiker auf ihr Volk konzentrieren und nicht um die Kostenstellen in einzelnen Unternehmen. Es ist zu erwarten, dass die Bürger in diesem Jahr nicht nur die Landtagswahlen wählen werden, um ihrer Wut und ihrem Zorn Luft zu machen.

Das System ist gescheitert, man hat den vermeintlichen Eliten und Experten zu viele Freiheiten eingeräumt und spätestens die Weltwirtschaftskrise hat gezeigt, wo dies hinführt. Dieses Land ist vergiftet worden und dies geht weiter über den aktuellen Dioxinskandal hinaus, allerdings stellt dieser eine gute Möglichkeit dar, auf einen annehmbareren und für die Bevölkerung gerechteren Weg zurückzukehren. Sollte die Politik allerdings so tief mit der Wirtschaft verflochten sein, dass sie dieser Aufgabe nicht mehr nachkommen kann, wird es sich über kurz oder lang nicht mehr in den Wahlkabinen klären lassen, sondern mehr und mehr auf den Strassen der Republik und dies sollte man unbedingt verhindern. Wobei es natürlich auch festzuhalten gilt, dass die Zeit der Abrechnung schon lange begonnen hat. Man muss nun nur schauen, wie sich diese in Zukunft fortsetzt. Hier sind nun die im Moment scheinbar noch völlig überbezahlten Politiker gefordert etwas zu unternehmen und zwar ohne gleich in Richtungen, wie Sozialismus oder Kommunismus abzugleiten, denn diese Ideologien habe ihren Bedeutung schon vor noch längerer Zeit verloren und im Moment sieht es ganz so aus, als ginge es den westlichen Systemen nicht anders.

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Kategorie: Gesellschaft · Medien · Politik · Umwelt · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 mikeondoor // 1. Feb 2011 at 09:56

    Der Verbraucher als Restmüllverwerter…
    es gibt tatsächlich bereiche, wo unser aller einsatz erforderlich ist. auch im kleinen. und hier hilft m.e. kein geschimpfe auf irgendwelche minister, solange ich als verbraucher die möglichen alternativen nicht ausschöpfe und umsetze – niemand zwingt mich, das mit restmpüllversehene steak vom discounter zu kaufen.. auch gibt es alternativen zum dioxinei…. wenn wir als verbraucher mit unserem konsumverhalten nicht die sache in die hand nehmen und DADURCH einfluss auf die politik nehmen, wer dann? brauchen wir überall jemanden, der regeln aufstellt (minister und verwaltende beamter mit der lizens zu immer mehr gesetzen)? kündigen wir den stromlieferanten und zahlen dort unser geld, wo alternative energien fliessen – schon bald würde z.b. rwe vom atomlieferanten zum windkraftlieferanten wechseln – oder es wäre weg vom markt…. also, lassen wir das geschimpfe auf eine aigner oder rüttgers und nehmen das ruder selber in die hand.
    auch lesenswert:
    http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2011-01/dioxin-konsequenzen-bewusstsein

Schreib was dazu