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Die Wahrheit des Wortes

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So schön kann Mord sein

5. Mai 2011

Hass und Gewalt waren, wie mehrfach beschrieben, auch Ostern ein großes Thema bei Papst Benedikt XVI., also dem höchsten Vertreter des Christentums auf Erden. Das dies ein Thema ist, hat sich natürlich auch in den letzten Monaten wieder an den verschiedensten Stellen der Erde manifestiert. Am deutlichsten wurde es wohl im Kontext der Unruhen in der arabischen Welt, womit man von einer klar muslimisch geprägten Region sprechen muss. Allerdings bombt im Moment vor allem die westliche Allianz in Nordafrika und damit kann man auch von einer großen Gewalt der christlich geprägten Welt gegen die muslimisch geprägte Welt sprechen, allerdings muss man hierzu sagen, dass die Bomben hier nur fallen, um den Menschen zu helfen, um ihnen Gutes zu tun. Das klingt nicht nur absurd, das ist auch völlig absurd. Es hat aber in diesen Tagen auch den Anschein, als möchte man eine gewisse Form der Gewalt etablieren, so etwas wie gute Gewalt einführen. Ein weiteres Indiz dafür ist auch der Auftragsmord an dem offensichtlich unbewaffneten Osama bin Laden und als solches, wenn auch freundlicher formuliert, scheint es sich mehr und mehr darzustellen. Zwei Kopfschüsse und ein Blitzbeisetzung auf hoher See, man könnte es auch als Hinrichtung mit Blitzentsorgung interpretieren.

Wo war der Richter?
Der Hass den die meisten Menschen gegen Osama bin Laden aufgebaut haben, ist natürlich erst einmal verständlich, haben doch die westlichen Medien hier ganze Arbeit geleistet. Die Medien waren es auch, die letztendlich dieses bärtige Gesicht des Terrors mit Tuch um den Kopf gewickelt, den unzähligen Opfern des 11. September 2001 zu geordnet haben und so etwas entfaltet natürlich seine Wirkung. Allerdings fehlt bei all dem etwas und zwar ein unabhängiger Richterspruch. Es gibt Gutachten, Abschlussberichte der amerikanischen Regierung und einiges mehr, was allerdings alles aus einer Ecke zu kommen scheint. Als wirklich unabhängig kann und sollte man so etwas nicht durchgehen lassen. All die Zweifel, die kurz nachdem sich der Rauch über Ground Zero gelegt hatte, aufkamen, wurden auch bis zum heutigen Tage nicht im Ansatz aus der Welt geräumt und man fragt sich, wenn es alles nur einfache Verschwörungstheorien wären, warum man sie nicht nachhaltig entkräftet hat, die Möglichkeiten wären da, sie wurden nur nicht genutzt und dies legt natürlich die Vermutung nahe, dass man es einfach nicht kann. Man hätte Osama bin Laden in Abwesenheit verklagen können, es hätte viele Möglichkeiten gegeben aber all dies geschah nicht. Stattdessen wurden Kriege geführt, unzählige Geheimaktionen weltweit durchgeführt, dessen Rechtmäßigkeit man erst gar nicht prüfen mag und vieles mehr und dies alles im Namen der Allmacht USA. Wer legitimiert dies alles? Auch eine Frage, die man eigentlich so gut wie nie hört.

Würde ein anderes Land, gerade auch zum Beispiel eines aus der muslimischen Welt, so verfahren, würde man wohl von unmenschlichen und barbarischen Zustände sprechen. Aber hier, bei dieser großen westlichen, christlich geprägten Nation, die auch noch von einem Friedensnobelpreisträger mit Migrationshintergrund angeführt wird, kommen solche Worte nicht ins Spiel. Barack Obama wollte so anders sein, als sein Amtsvorgänger George W. Bush und er hätte die Chance gehabt, er hätte Osama bin Laden verhaften können, ihm einen Prozess zu billigen können und der ganzen Welt zeigen können, wie vorbildhaft die so genannte Demokratie nach westlichem Vorbild ist und warum man sie auf der ganzen Welt etablieren will. All dies ist nun Geschichte und die Gerüchte werden nun neue Nahrung bekommen, denn die Fragen, die im Zusammenhang der Tötung von Osama bin Laden aufkommen, sind etwa so schwerwiegend, wie die angesprochenen im Kontext zu 911.  Aber dieser Mord und scheinbar geht es schwer in diese Richtung, scheint schon etwas Schönes zu haben, wenn von der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bis zum UN-Sicherheitsrat doch alle diesen Fakt begrüßen. Diese breite, völlig unkritische Unterstützung für ein solches Vorgehen, ist fast so schlimm, wie das Vorgehen selbst.

Wer kommt als nächstes dran?
Mit dem gerade geschilderten Verhalten bekommen die USA natürlich auch so etwas, wie einen Freibrief, der es ihnen scheinbar erlaubt überall auf der Welt Menschen, die sie für schlecht halten, zu ermorden. Man kann wohl festhalten, dass dies doch schon zu einem komischen Gefühl führen kann, sofern man ein Anhänger der Rechtsstaatlichkeit ist. Hier wird eine völlig neue Art von Gerechtigkeit aufgebaut, die sich ganz schnell in etwas sehr Gefährliches entwickeln könnte und deshalb ist gerade auch die Reaktion des UN-Sicherheitsrates doch sehr bedenklich, denn, wenn sich solche Institutionen schon auf solche Kurse einlassen, hat die Welt wirklich mächtige Probleme. Man fragt sich natürlich auch, wie es nun weitergehen soll, sehen wir als nächstes Navy Seals die Muammar al-Gaddafi mit Kopfschüssen hinrichten, damit die Demokratie nach westlichem Vorbild auch in Libyen etwas schneller etabliert wird. Man fragt sich, wo hier der Anfang ist und wo all dies enden soll. 911 war, natürlich vor allem für die westliche Welt und hier speziell für die Amerikaner, eine nie da gewesene Tragödie, gar keine Frage aber deshalb gleich im großen Stil Grundrechte und Grundwerte über Bord zu werfen, kann wohl kaum die richtige Antwort sein. Mord zu legitimieren, gar etwas Schönes daraus zu machen, eben so wenig.

Die USA, das Land, welches wie kein anderes für Freiheit steht, hatte seine Unschuld schon lange vor 911 und den Folgen verloren, auch das ist eine Realität, die man jetzt nicht vergessen darf aber denkt man zurück an den letzten US-Wahlkampf und wie Barack Obama dargestellt wurde, was ihm letztendlich auch den Wahlsieg brachte, fragt man sich doch, ob nicht ein Großteil der Amerikaner ein weiteres Mal hinters Licht geführt worden sind. Denn die Art der Politik, die man seitdem Wochenende aus dem Weißen Haus miterleben darf, ist nicht nur den Amerikaner bestens bekannt. Es ist die pure Bush-Politik. Man darf gespannt sein, wie all dies weitergeht, es führt natürlich erst einmal zu einer großen Euphorie bei den Amerikaner selbst aber das taten die ersten Angriffe auf Afghanistan kurz nach 911 auch. Abgesehen von völkerrechtlichen Fragen, die hier aber auch einfach vom Tisch gewischt werden, bleibt natürlich vor allem auch eine moralische Frage offen aber die scheint man damit beantworten zu wollen, dass einzig und alleine die Amerikaner zu bestimmen haben, wer auf der richtigen und wer auf der falschen Seite steht, auch so eine Maxime von George W. Bush, steht man auf der falschen Seite, ist man ganz offensichtlich sehr schnell zum Abschuss freigegeben, wie man jüngst erst wieder erleben dürfte.

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Kategorie: Gesellschaft · Kultur · Medien · Politik

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