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Die Wahrheit des Wortes

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So ist der Papst im Netz gefangen

19. Januar 2012

Der Absturz der Kirchen geht auch in diesem Jahr unvermindert weiter, nach der realen Welt, nun auch massiv im Internet. Eine Entwicklung die natürlich kaum überraschend ist, hält man sich vor Augen, was allein alles im Kontext der Kirchen und vor allem mit Papst Benedikt XVI. passiert ist. Immer häufiger versucht man nun, den eigentlichen Glauben, das Christentum von den Kirchen und dem Papst abzukoppeln. Genau dies kennt man im Übrigen aus dem Bereich des Islams, wo man auch nach jeder Bluttat, die unter dem Verdacht steht etwas mit dieser Religionsgemeinschaft zu tun zu haben, großen Wert darauf  legt, dass es niemals die Religion, der Glaube ist, sondern immer nur die Menschen, die es leben, die es interpretieren. Es muss dann natürlich, unabhängig über welche Glaubensgemeinschaft man spricht, auch erlaubt sein zu fragen, warum die Schriften überhaupt Raum für solche Interpretationen lassen. Das System Kirche, vor allem mit dem Papst an der Spitze, zeigt sich immer mehr, als gescheitert und dies realisieren immer mehr Menschen und orientieren sich auch in Glaubensfragen ganz neu. Nicht umsonst jagt eine Kirchenaustrittswelle die nächste. Wie gerechtfertigt diese Fälle sind, zeigte sich in erschreckender Form auch noch einmal kurz vorm Jahreswechsel.

Weltweite Missbrauchsskandale
Am Jahresende des letzten Jahres, also in dem Jahr, in dem Papst Benedikt XVI. offene Ablehnung von Madrid bis nach Berlin entgegenschlug, sorgte ein weiterer grausamer Missbrauchsskandal bei der katholischen Kirche für Negativschlagzeilen. Erschreckenderweise hat aber auch hier mittlerweile eine gewisse Abstumpfung stattgefunden und die Aufschreie in der Gesellschaft sind nicht mehr ganz so groß. Was auf der einen Seite an dem immer wieder zitierten Desinteresse an den Kirchen liegt aber auf der anderen Seite auch ganz klar daran, dass man eigentlich kaum noch andere, große Nachrichten aus dieser Richtung erwartet. Letzterer Punkt macht natürlich auch noch einmal ganz deutlich, wie groß der Imageschaden der Kirchen mittlerweile tatsächlich ist. Zu diesem großen Hauptthema kommt aber natürlich auch noch hinzu, dass viele Menschen in einer Zeit des totalen Finanzterrors, der zu immer mehr Armut führt, auch in diesem Kontext vergeblich auf nachhaltige Antworten warten. Natürlich führen auch hier die fehlenden Antworten von den Kirchen dazu, dass man immer mehr in Richtung Bedeutungslosigkeit abrutscht. Eine ziemlich heftige Mischung, die sich hier zusammengemischt hat.

Nun hatte sich der Vatikan und der Papst so bemüht vieles zu tun, um besser in der Öffentlichkeit punkten zu können aber eben an den völlig falschen Stellen. Der Papst begann medienwirksam zu zwitschern, über den Vatikan gelang es, im Rahmen des Papstbesuches in Deutschland, richtig große Kunst nach Dresden zu bringen und vorm Bundestag sprach er auch. Jetzt ist es so, dass dies aber gar nicht das ist, was man von ihm erwartet. Eine Folge dieser völlig verfehlten PR-Strategie findet man in diesen Tagen auch immer häufiger im Netz, denn offener Hohn gegen die Kirchen, wie natürlich auch gegen Papst Benedikt XVI., gehören hier zum Alltag. Es ist aber nicht nur Hohn und Spott auf Plattformen, wie zum Beispiel Facebook, die dem Vatikan zu schaffen machen sollten, es ist auch die offene Kritik, die immer häufiger auftaucht und dies nicht so abgeschwächt, wie man sie, wenn überhaupt einmal, aus den etablierten Massenmedien kennt. Das Internet bietet halt neuere, unbeeinflusstere Möglichkeiten der Meinungsbildung und genau dies nutzen die Menschen nun auch mehr und mehr, wenn es um das hier geschilderte Thema geht. Eine weitere wirklich positive Entwicklung unserer Zeit.

Das Ende von Ethik und Moral
In der heutigen Zeit, die so sehr von Egoismus und dem Abbau von Werten, wie unter anderem auch Ethik und Moral, geprägt ist, suchen viele Menschen nach Halt. Eigentlich eine Zeit in der die Kirchen gar keine Probleme haben dürften. Allerdings stellt sich dies natürlich dadurch, dass man mittlerweile soweit ins Abseits gerückt ist, ganz anders dar. Eine riesige Chance die man hier verpasst hat. Der andere Umgang mit der Kirche, mit dem Thema Glauben, hat natürlich auch dazu geführt, dass die Menschen in dieser Zeit auch offen dazu stehen, dass sie mit den Kirchen und vor allem mit Papst Benedikt XVI. nichts zu tun haben wollen und sich ganz offen von ihm distanzieren. Vor Jahrzehnten wäre so etwas noch völlig undenkbar gewesen aber auch hier gab es diese gesellschaftliche Veränderung, die sehr lobend hervorzuheben ist. Es wäre natürlich sehr spannend zu wissen, warum die Kirchen, warum der Papst nicht angemessen auf all dies reagiert. Man könnte endlich damit beginnen zu den Themen, die die Menschen wirklich interessieren, die ihnen auf dem Herzen liegen, nun einmal angemessen Stellung zu beziehen. Genau dies geschieht allerdings auch weiterhin nicht und führt so noch tiefer ins Abseits.

Das man sich von kirchlicher Seite bei den überwiegenden Negativpunkten, die der globalisierte Raubtierkapitalismus mit sich bringt, wie zum Beispiel die immer massivere Spaltung der Gesellschaft durch stetig steigende Armut, nicht im Ansatz nachhaltig einlässt, führt natürlich auch auf diesem Gebiet zu einer Mitschuld. Die Kirchen horten unvorstellbare Vermögen, Immobilien und Schätze aus Jahrtausenden, dafür ist das, was man für die Ärmsten der Armen tut, nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Unterm Strich hat sich die Kirche schon seit sehr langer Zeit auf die Seite der Minderheit geschlagen, gegen die der Widerstand der Mehrheit im Moment immer größer wird. Dies zeigt sich übrigens auch sehr schön bei den kirchennahen Arbeitgebern, wo auch der Schatten der Ausbeutung für mehr Dunkelheit als Licht sorgt. Es ist wirklich nicht schwer im Kontext der Kirchen Kritik zu üben und umso schöner ist es, dass immer mehr Menschen diese Kritik auch laut und öffentlich zum Ausdruck bringen, denn von selbst wird es hier mit Sicherheit nicht zu einer Veränderungen kommen, auch dies hat die Vergangenheit sehr deutlich gemacht. Nun gilt es abzuwarten, mit welchen Skandalen die Kirchen und der Papst in diesem Jahr Schlagzeilen machen werden und wie die Menschen darauf reagieren.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Kultur · Medien · Wirtschaft

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