fairschreiben

Die Wahrheit des Wortes

fairschreiben header image 2

Sind die USA wirklich bereit für Barack Obama?

11. Dezember 2008

Dieser Tage stellt sich immer wieder an den verschiedensten Stellen eine ganz einfache Frage, sind die USA wirklich schon bereit für Barack Obama, für den ersten schwarzen Präsidenten im Land der unbegrenzten Möglichkeiten? Unabhängig von seiner Abstammung und Hautfarbe, die mit Sicherheit in gewissen Kreisen der USA zu Missstimmungen führen dürfte, steht er wohl vor einer der größten ökonomischen Herausforderungen, die das Land, um nicht zu sagen die ganze Welt seit Jahrzehnten gesehen hat. Man kann wohl festhalten, dass weder sein BlackBerry, noch die Auswahl des Hundes auch nur ansatzweise so etwas wie ein Problem darstellen dürften, bei all dem was nun auf ihn wartet. Da stellt sich nicht nur die Frage danach, ob er bereit ist die Supermacht USA zu führen, sondern auch ob die USA bereit für ihn und seinen Weg sind?

100 Jahre FBI

Aufsehen erregend sind die Nachrichten die dieser Tage aus Illinois kommen, also aus dem Bundesstaat in dem Obama zuvor Senator war. Einen Tag vor seinem 52. Geburtstag wurde der Gouverneur von Illinois Rod Blagojevich vom Federal Bureau of Investigation (FBI) verhaftet. Es geht um einen großen Sumpf von Korruption der dort durch die Bundespolizei FBI, welches in diesem Jahr den 100. Geburtstag feiert, aufgedeckt wurde. Auch wenn Blagojevich mittlerweile schon wieder gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt wurde, lasten die Vorwürfe schwer. Man mag kaum glauben, dass ein so aufstrebender Senator, wie Barack Obama es war, nichts von diesen Vorgehensweisen mitbekommen haben will. Man muss natürlich auch anmerken, dass der nun zu behandelnden Fall zwar direkt mit dem zukünftigen Präsidenten der USA zu tun hat, er aber kaum involviert sein dürfte. Denn Blagojevich hat laut den aktuellen Vorwürfen, die durch die Medien gehen, versucht den Senatorenplatz von Obama für 500.000 US-Dollar zu verkaufen.

Formulierungen, wie die, dass Abraham Lincoln sich im Grabe rumdrehen würde, wenn er ein solches Verhalten mitbekommen hätte, machen da die Runde. In Interviews zeigt sich auch sehr deutlich, dass Obama diese Vorfälle außerordentlich unangenehm sind. Aber ein Präsident, der die Wahl scheinbar schon in einer Art gewann, die teilweise an eine politische Castingshow erinnert haben, muss nun natürlich auch mit dieser anderen Seite der Medien klar kommen. Denn desto mehr die Politik durch die Medien und letztendlich in der heutigen Zeit auch durch das Internet bestimmt wird, muss man mit beiden Seiten der Medaille leben können. Es ist noch nicht wirklich klar, was hinter dem aktuellen Skandal, der sich in Illinois auftut verbirgt, aber es wird spannend sein dies im Blick zu behalten. Von welcher Seite auch immer ausgehend, drängt sich einem natürlich schon die Frage auf, wer hier noch vor Amtsantritt, dem zukünftigen Präsidenten der USA gezielt schaden will, was die zu Beginn des Artikels gestellte Frage noch ein Mal in ein klareres Licht rückt.

Wie stark sind die Kräfte gegen Obama?

Ein historisch so bedeutendes Ereignis, wie der Fakt, dass die USA ab Ende des nächsten Monates von einem Afroamerikaner regiert werden, lässt auch in der heutigen Zeit die Vermutung zu, dass es einige Kräfte sowohl im eigenen Land, wie auch im Ausland geben dürfte, die ihn stürzen wollen. Erschreckend ist es da immer wieder zu hören, wie sehr er mit John F. Kennedy (JFK) verglichen wird. Denn auch um ihn ranken sich bis heute die verschiedensten Verschwörungstheorien und man muss davon ausgehen, dass auch JFK dem großen Spiel aus Macht, Politik und Wirtschaft zum Opfer fiel. Somit gilt es natürlich die Frage zu stellen, wie stark sind die Kräfte die nun gegen den ersten afroameríkanischen Präsidenten der USA sind und wie weit ihr Einfluss reicht. Auch wenn der Wahlsieg Obamas in den Medien gerne als so überlegen dargestellt wird, bleibt festzuhalten, dass sich dies in aller erster Linie aus dem amerikanischen Wahlsystem, basierend auf Wahlmännern, ergibt. Nimmt man die Zahlen auf die Gesamtbevölkerung bezogen, muss man eher von einer dünnen Mehrheit sprechen.

Genau an dieser Stelle taucht sie schon wieder auf, die Frage danach ob die Vereinigten Staaten von Amerika schon bereit sind für einen afroamerikanischen Präsidenten oder ob sich hier nicht mehr so etwas, wie eine neue Popkultur ergeben hat, die im Moment zwar sehr Hip ist und auch in der Internetgesellschaft recht gut ankommt aber keinen ausreichenden Background in den wirklichen Zentralen der Macht genießt. Man sollte nicht vergessen, dass selbst der recht umstrittene italienische Staatschef Silvio Berlusconi sich schon über ihn lustig machte und viele andere sind erst ein Mal in einer gewissen Lauerstellung. Der offensichtliche Fall des Gouverneurs von Illinois mag nur ein Einzelfall sein aber vielleicht ist es auch, oder wird viel mehr noch, zu einem strategisch sehr interessanten Puzzleteil in einem Gesamtkontext der Barack Obama noch schwer zu schaffen machen könnte. Denn eines ist wohl unbestritten, dieser Mann steht in jeglicher Hinsicht vor einem Mammutaufgabe und man möchte wohl kaum mit ihm tauschen.

Freude teilen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • email
  • Facebook
  • Fark
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • LinkedIn
  • Twitter


Kategorie: Gesellschaft · Medien · Neues aus Österreich · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 ana // 11. Dez 2008 at 15:01

    In einem Artikel von uns gehen wir auch auf die Herausforderung Obamas ein und vergleichen dazu die damalige Situation Roosevelts: http://www.barackobama.de/blog/presseschau/barack-obamas-herausforderung-vertrauen-und-visionen/

    “Auch wenn der Wahlsieg Obamas in den Medien gerne als so überlegen dargestellt wird, bleibt festzuhalten, dass sich dies in aller erster Linie aus dem amerikanischen Wahlsystem, basierend auf Wahlmännern, ergibt. Nimmt man die Zahlen auf die Gesamtbevölkerung bezogen, muss man eher von einer dünnen Mehrheit sprechen.”

    Dazu möchte ich zum einen anfügen, dass eine Umfrage zu dem Ergebnis gekommen ist, dass, 73% die Art und Weise wie sich der designierte Präsident auf den Amtsantritt vorbereitet gutheißt.
    “The poll found that 73% of adults approve of the way he is handling the transition and his preparations for becoming president.” (http://online.wsj.com/article/SB122894997230096117.html)
    Doch abgesehen von den Zahlen, darf man nicht vergessen, das Barack Obama die Menschen bewegen konnte und das Gefühl von Vertrauen vermittelt hat. Die Frage: “Ob die USA bereit sind für ihn” ist im Grunde hinfällig, denn letztendlich ist er in den USA gewählt worden und tritt sein Amt im Januar an. Die Frage wäre eher umzuformulieren in: “Ist Europa für Obama bereit?” Denn immerhin, wie Du auch anmerkst, kamen die rassistische Bemerkungen aus Europa. Neben Berlusconi, äußerte sich auch Klaus Emmerich, ehemals Chefredakteur und USA-Korrespondent des öffentlich-rechtlichen österreichischen Fernsehsenders ORF, rassistisch zu dem Wahlsieg Barack Obamas: “Ich möchte mich nicht von einem Schwarzen in der westlichen Welt dirigieren lassen. Wenn sie sagen, des ist eine rassistische Bemerkung: richtig, ist gar keine Frage.” (http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,588882,00.html)
    Chomsky bringt es in einem Interview auf den Punkt und sagt: “Solch eine Wahl sei nur in den USA möglich gewesen, Europa sei dazu viel zu rassistisch.” (http://www.barackobama.de/blog/wissenschaft/chomsky/)

Schreib was dazu