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Die Wahrheit des Wortes

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Siemens oder der Preis der Korruption

29. Januar 2010

Von wegen Weltwirtschaftskrise, jetzt hat auch Siemens großartige Zahlen in dieser Woche vorgelegt. Man sieht es geht stark aufwärts. Bei den Banken sprudeln die Bonifikationen wieder und man warnt die Mächtigen der Welt nun auch vor Alleingängen, gerade auch was Einschränkungen an den Finanzmärkten angeht, was natürlich nur logisch ist. So scheint unter dem Strich nur eines zu bleiben, ein stetiger Abbau von Einkommen in der breiten Masse und ein großer Abbau von Arbeitsplätzen. Vor allem letzteres gilt dann auch wieder für Siemens. Gewinne maximiert man eben auch über den Abbau von Personalkosten und damit sind in den aller meisten Fällen nicht die Gehälter der Topmanager gemeint. Man sieht ganz eindeutig wohin der Weg führt und somit kommen natürlich auch wieder viele Fragen auf.

Kleingeld fürs Schmiergeld
Siemens hatte lange Zeit mit dem Schmiergeldskandal zu kämpfen und dies führt natürlich zu einer These. Wenn ein Unternehmen Milliarden verliert, weil ein großer Berg an Korruption im Unternehmen auffliegt, wirkt sich dies natürlich negativ auf die Gewinnsituation aus. Hier müsste man natürlich auch einmal rechnen, wie viel das Schmieren an Geschäft und damit wahrscheinlich auch an Gewinnen gebracht hat. Sieht man hier von allerdings ab, stellt sich nun die Frage, wie fängt man die so entstandenen Verluste wieder auf. Ist die Korruption gewissen Personen oder Personengruppen zu zuordnen ist es in einer Aktiengesellschaft die Aufgabe des Aufsichtsrats gegen die Schuldigen vorzugehen und diese im Notfall auch auf Schadensersatz zu verklagen. Bei Siemens ergab dieser Versuch einen Vergleich bei dem einige Millionen zurückgeflossen sind. Milliarden gegen Millionen, da muss man kein Experte für sein um zu erkennen, dass dies eine Milchmädchenrechnung ist. Somit klafft noch immer ein riesiges Loch, welches es zu stopfen gilt.

Nun könnte man drastische Einschnitte bei den Topmanagern vornehmen aber das so etwas in diesem raubtierkapitalistischen System scheinbar ein Ding der Unmöglichkeit ist, weiß man von anderen Unternehmen. Jetzt passieren allerdings merkwürdige Dinge, denn auch weiterhin möchte Siemens 1.700 bis 2.000 Stellen abbauen, wie diese Woche in den Medien zu verfolgen war, dass spart natürlich richtig Geld ein. Ein Schelm, wer nun auf die Idee kommt, dass hier die eben geschilderten Milliardenlöcher nun auf Kosten des Arbeitsmarktes gestopft würden. Man müsste sich, wenn dem so wäre, natürlich auch fragen, wie so ein Verhalten eines deutschen Vorzeigeunternehmens aus sozialer Sicht einzustufen wäre, schließlich würde es am Ende des Tages die ganze Gesellschaft schädigen. In einer Gesellschaft, in der es scheinbar weder die Politik, noch die Wirtschaft als ihre Aufgabe oder gar Pflicht ansieht im Inland für Wachstum und Arbeitsplätze zu sorgen, sollte man dann nur zukünftig noch einmal sehr massiv über den Umgang und die Tonart gegenüber Hartz-IV-Empfänger nachdenken. Man sieht doch sehr schön, warum man im aktuellen System von einer massiven Schieflage sprechen muss.

Alle unter einem Hut
Wie bereits erwähnt, warnen nun die Mächtigen der Welt, gerade auch die aus dem Finanzsektor, davor, dass irgendwelche Staaten nun Alleingänge zur Bekämpfung der Krise starten könnten. Dies war die Reaktion auf die Ankündigungen von Barack Obama die Wirtschaft besser vor der Gier der Finanzmärkte zu schützen. Gut, nun ist es nichts wirklich Neues, dass Obama eher ein Rhetoriker als ein Aktivist ist, was es natürlich umso spannender macht, ob und welche Taten seinen Worten nun folgen werden. Während seiner Rede an die Nation in dieser Woche, ruderte er schon wieder fleißig zurück, was seine gesamte Arbeit angeht, plötzlich kann er es nicht mehr alleine schaffen und ähnliches war dort zu hören. Es scheint nicht mehr viel von der Mischung aus Superman und dem Messias geblieben zu sein. Die Warnung vor nationalen Alleingänge hingegen ist richtig clever, denn man darf davon ausgehen, dass sich die Weltgemeinschaft sich so oder so, wie auch die letzten Jahre gezeigt haben, erst einmal nicht einig wird und somit blieben die Märkte genauso, wie die vermeintlichen Eliten und Experten sie gerne hätten.

Nationale Alleingänge würden dann vielleicht irgendwann in der Summe allerdings doch einmal dazuführen, dass alle unter einen Hut passen würden und man den großen Konsens finden würde und somit dem heutigen Nonsens in der Wirtschaft ein Ende gesetzt würde. Ein totales Horrorszenario für jeden Bonifikationssüchtigen Manager. Man sieht, dass die Welt in diesen Tagen am Scheideweg steht und letztendlich geht es schlicht und ergreifend um die Frage, wer die wirkliche Macht hat. Eigentlich sollte die in einem freiheitlichen, demokratischen System beim Volk und bei niemanden anderen liegen, im Moment scheint hier allerdings die Macht rein beim Kapital zu liegen. Deshalb ist es schon fast zynisch, wie die westliche Welt versucht auf religiös geführte Staaten einzuwirken, um dort für mehr Demokratie nach westlichem Denken zu sorgen, wenn in der Heimat das Kapital zur scheinbar einzigen Religion wird und die völlige Macht erlangen möchte. Unter dem Strich bliebe dann festzuhalten, dass man nicht besser ist als der Rest, den man an den verschiedensten Ecken der Welt bekämpft.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

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