fairschreiben

Die Wahrheit des Wortes

fairschreiben header image 2

Sibirischer Steinbruch statt altrömischer Dekadenz

27. September 2010

Wenn der Staat bezahlt, muss man auch einräumen, dass er bestimmt was passiert. Man fragt sich zwar, was solche Gedankenmuster in einer Demokratie zu suchen haben, in der die Gemeinschaft das System finanziert aber nicht ganz umsonst fragte die ZEIT in der letzten Woche danach, wie politisch Deutschland eigentlich noch ist? Es scheint als leben in diesem Land immer mehr Opfer des Konsumterrors, den der Raubtierkapitalismus auslöste, deren Hauptdroge bzw. Lebenselixier eben nur noch der totale Konsum ist. Hierbei spielen Ideale wie Freiheit, Ethik und Moral scheinbar auf beiden Seiten keine Rolle mehr. Deutschland steht am Beginn eines angekündigten heißen Herbstes und man schaut gespannt, ob es mehr als Leuchtfeuer am Wegesrand in den raubtierkapitalistischen Untergang werden. Angekündigt wurden immerhin Störfeuer gegen ein politisches Deutschland, welches immer mehr von einer kleinen, vermeintlichen, wirtschaftlichen Elite benutzt wird, um den Reichtum und Wohlstand einiger Weniger zu garantieren.

Die Seele der Nation
Nach und nach versucht die Tigerentenkoalition aus CDU, CSU und FDP ihre großen Erfolge zu verkaufen. Es beginnt mit einem weiteren großen Wurf im Thema Gesundheitsreform, den Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) den Massen versucht zu verkaufen, der am Ende des Tages nicht mehr bedeutet, als das die breite der Masse die Fehler einiger Weniger vollumfänglich bezahlen darf. Es geht weiter mit ein paar Euros mehr für Hartz-IV-Empfänger, die wahrscheinlich bis zur gesetzgebenden Umsetzung schon wieder von der Inflation aufgefressen sind. Bei solchen Zahlen fällt es natürlich außerordentlich schwer, der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrer immer ausgedünnteren Crew noch so etwas wie Bürgernähe zu unterstellen, außer es geht um die Bezahlung gravierender Managementfehler, wie bei der Hypo Real Estate (HRE), da ist der Bürger dann wieder ganz weit mit vorne und zwar als der, der die Suppe auslöffeln darf. Auch hier erkennt man sehr schön die neue Philosophie des Förderns und Forderns. Das Volk fördert die Wirtschaft und diese drängt dem Volk über die Politik immer neuen Forderungen auf.

Eines darf man nicht vergessen, noch leben wir in einem Sozialstaat und auf den sollte man sich, so lange dieser nicht offiziell abgeschafft ist, auch berufen dürfen. Dies bedeutet, dass wenn Menschen, aus welchen Gründen auch immer, auf Sozialleistungen angewiesen sind, darf man diese Leistungen nicht an immer mehr Bedingungen koppeln. Es geht bei diesem System nicht um altrömische Dekadenz, sondern mehr und mehr in Richtung sibirischer Steinbruch. Das Leitmotiv der Bundesrepublik Deutschland wird immer mehr zu einem Leidmotiv der breiten Masse. Das Soziale, was einst so etwas wie die Seele der Nation war, wird mehr und mehr für die Profitgier einer kleinen Elite im Land geopfert. Erst sind es Ausländer bzw. Menschen mit Migrationshintergrund, die auf Basis einer verschwindend kleinen Minderheit soweit Disqualifiziert werden, dass Sigmar Gabriel (SPD) auch Abschiebungen als ein Lösungsmodell ansieht und sich somit voll in das Fahrwasser eines Thilo Sarrazin (SPD) stellt, der das Land gerade durch seine totale Polarisierung spaltet. Auch hier stellt sich natürlich die Frage der Heuchelei, denn Gabriel (SPD) steht angeblich für die Ausschließung eines Menschen wie Sarrazins (SPD) aus der SPD.

Der Falsche Weg
Danach zu suchen, welche Minderheiten dieses System ausnutzen, um dann nach einer gewissen Typisierung die Mehrheit dieser Gruppen abzustrafen, sollte nicht das Ziel deutscher Politik sein. Noch immer spricht man viel lieber über Minderheiten, die ein gescheitertes System ausnutzen, als darüber, wie ein solches System modifiziert werden sollte, damit es auch weiterhin Bestand hat und den Bürgern nutzt. Denn verfährt man weiter wie bislang, werden den Ausländern und Menschen mit Migrationshintergrund bald schon weitere, andere Gruppierungen folgen, denen man versucht die Systemprobleme anzulasten, die ganz andere verursacht haben. Das die Wiedervereinigung auf Grund der viel zu hohen Geschwindigkeit mit welcher sie durchgeführt wurde, nicht in dem Rahmen funktionierte, wie man es verkaufte, sind weder Ausländer, noch Menschen mit Migrationshintergrund schuld. Dies gilt auch für ein scheinbar nur noch von Pharmalobbyisten geführtes Gesundheitssystem, welches immer mehr Geld verschlingt, obwohl immer mehr Menschen mehr bezahlen müssen.

Die großen und kleinen Parteien, die es hätten richten können, um nicht zu sagen, richten müssen, haben spätestens seit dem Fall der Mauer vor mehr als 20 Jahren, alle versagt und sie waren alle, mehr oder weniger, seit dieser Zeit in der Regeierungsverantwortung. Es wird einfach Zeit, dass das Volk selber mehr Macht bekommt und diese behutsam nutzt und sich nicht von den etablierten Massenmedien, wie ein Herde Lemminge, in die Richtung lenken lässt, die diese, oftmals erwähnte, kleine vermeintliche Elite wünscht. Wie kämpferisch dieser Herbst nun wirklich wird, hängt natürlich in einer gewissen Weise auch von den Gewerkschaften ab aber natürlich auch von jedem Bürger selbst. Man darf sich gerade auch in diesen Tagen nicht wieder davon beeindrucken lassen, wie optimistisch irgendwelche Prognose in die Zukunft zeigen, denn diese Prognosen sind schon zu oft vor die Wand gefahren. Ein Blick in die eigene Geldbörse, ein Blick auf die Strasse oder den Nachbarn reicht eigentlich schon aus, um zu sehen, wie es um das Land und seinen Wohlstand wirklich bestellt ist.

Freude teilen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • email
  • Facebook
  • Fark
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • LinkedIn
  • Twitter


Kategorie: Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt ohne Kommentar ↓

  • Bisher noch ohne Kommentar - Fang an und sag Deine Meinung

Schreib was dazu