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Schuldfrage zum Einsturz des Kölner Stadtarchivs geklärt?

17. März 2009

Taggenau vor 14 Tagen passierte es. Es war kurz vor 14.00 Uhr als in der Kölner Innenstadt das historische Archiv der Stadt kollabierte. Binnen Sekunden brach das gesamte Gebäude zusammen und riss andere Gebäude bzw. Gebäudebestandteile mit sich in die Tiefe. Ersten Medienberichten zu Folge, gab es bis zu 30 Tote und Archivarien im Wert eines mittleren dreistelligen Millionenbetrages wurden vernichtet. Heute, am Tag der Gedenkfeier zu dieser Katastrophe, haben sich einige Fakten verändert, so geht man zur Stunde von zwei Toten aus, denn es wurden zwei junge Männer nachdem Unglück vermisst, deren Leichen mittlerweile aus dem Trümmerfeld geborgen werden konnten. Auch der Anteil an geretteten Archivarien steigt scheinbar stündlich massiv an und laut neusten Meldungen ist nun auch die Schuldfrage geklärt bzw. gibt es wohl jemanden, der die Verantwortung übernimmt und es sind nicht die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) aber da hatte wohl auch kaum jemand mit gerechnet.

Das Konsortium um Bilfinger Berger

Laut den neusten Informationen des Nachrichtensenders n-tv, hat das Konsortium um die Baufirma Bilfinger Berger die Verantwortung für die Katastrophe, die durch den Einsturz des historischen Stadtarchivs in Köln geschehen ist und den Bäckerlehrling Kevin K. (17) und den Studenten Khalil G. (24) das Leben kostete, übernommen. Diese Information kommt zum Teil doch etwas überraschend und muss natürlich auch mit der dementsprechenden Sorgfalt genossen werden, da man in der heutigen Medienlandschaft auch immer wieder feststellt, dass die Qualität mancher Nachrichten nicht die allerbeste ist. Natürlich deckt sich diese Information mit der Vermutung unserer Redaktion, dass mit Sicherheit wohl kaum die KVB die Verantwortung übernehmen würde. Dies gilt natürlich ebenfalls für die Stadt Köln. Die Redaktion empfindet es trotzdem als sehr befremdlich, dass weder die Stadt Köln, noch die Betreiber der U-Bahn-Trasse, also die KVB, Verantwortung übernehmen wollen. Denn letztendlich sind beide massiv in dieses Bauvorhaben involviert.

Der KVB Vorstand Walter Reinarz lobte selber noch, wie gut und regelmäßig die Bauvorhaben überwacht würden. Dann stellt sich nur die Frage, warum elf Brunnen mehr als die genehmigten vier benötigt wurden und vor allem warum deren Bau niemanden auffiel? Diese Frage stellt sich natürlich auch in dem Kontext, dass hier ein vielfaches des erlaubten Grundwassers abgepumpt wurde und dies ganz offensichtlich auch ohne das es die KVB bemerkte. Wie auch immer solche Fakten mit den Einlassungen von Herrn Reinarz zusammenpassen sollen, bleibt zu mindestens uns hier in der Redaktion ein Rätsel. Wenn man mehrfach am Tag Baustellen überwacht, kann es eigentlich nicht sein, dass fast vier Mal so viele Brunnen gebohrt werden, wie genehmigt wurden. Dies lässt eigentlich nur zwei Überlegungen zu. Entweder ist die Überwachung nicht so gut, wie Herr Reinarz sie darstellte, was dann auch relevant für alle anderen Bauvorhaben und deren Sicherheit in diesem Kontext wäre oder man war über das Grundwasserproblem und die Brunnen doch informiert, was dies bedeuten würde, kann sich jeder selber ausmalen.

Wasser sucht sich seinen Weg

Man muss kein Ingenieur sein um zu wissen, dass sich Wasser immer seinen Weg sucht. Laut aktuellen Spekulationen, scheint genau dies auch im Fall des Einsturzes des Stadtarchivs in Köln der Grund gewesen zu sein. Folgt man diesen Spekulationen, wurde das Erdreich unterhalb bzw. vor dem Stadtarchiv weggespült. Durch das so entstandene Loch verlor das Gebäude komplett seinen Halt und stürzte in die Tiefe, womit die Katastrophe ihren Lauf nahm. Da sich nun ein Mal die Baustelle zum Bau der KVB-U-Bahn-Trasse unmittelbar vor dem eingestürzten Gebäude befindet, war die Vermutung relativ naheliegend, dass es hier einen direkten Zusammenhang zwischen den Bauarbeiten und dem Einsturz gab. Außerdem wurden bis zu heutigen Tag auch keine schlüssigen Alternativen genannt, dass einzige was bekannt ist, ist das die Statik des Gebäudes kurz vor dem Einsturz noch durch Statiker untersucht wurde und als sicher eingestuft wurde, womit man wohl Probleme mit der Statik des Gebäudes selbst, gänzlich ausschließen kann. Wenn man all diese Faktoren zusammennimmt, kann man am Ende des Tages nur von einem Skandal sprechen.

Wenn es so bleiben sollte, dass das oben genannte Konsortium die volle Verantwortung übernimmt, dürften sich die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wohl kaum noch gegen Unbekannt richten, denn einen eindeutigeren Hinweis zur klären der Schuldfrage dürfte es wohl kaum geben. Es bleibt dann nur zu hoffen, dass hier auch weitergehend in der Tiefe geforscht wird. Denn auch wenn das Konsortium die Verantwortung übernimmt, dürfte sich dies wohl vor allem auf bautechnische Belange beziehen und damit würden wichtige Fragen erst ein Mal unbeantwortet bleiben. Es bleibt zum Beispiel die Frage offen, wieweit geht die Überwachung der Baumaßnahmen durch die KVB aber auch durch die Stadt Köln wirklich und genau von der Klärung dieser Fragen bleibt es abhängig, wie sicher sich all die Kölner, die in der Nähe solcher Baustellen leben und oder arbeiten, zukünftig fühlen können. Denn folgt man den Aussagen von Herrn Reinarz tut die KVB das Möglichste um die Bauvorhaben und somit letztendlich auch die Menschen zu schützen. Sollte es sich nun klären, dass die Katastrophe durch das Bauvorhaben ausgelöst wurde, müsste man vermuten, dass die Bevölkerung wohl nicht ausreichend geschützt war und ist. Dies wäre wohl die nächste Katastrophe für die Stadt Köln.

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Kategorie: Gesellschaft · Kultur · Medien · Politik · Technik

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