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Die Wahrheit des Wortes

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Schöne neue Medienwelt

26. Februar 2010

Nichts ist unmöglich, sagte einst ein Autoriese, der nun schon seit Wochen massive Probleme hat. Hier bezieht sich dieser Slogan allerdings nicht auf Autos, sondern auf die heutige Medienwelt und die Frage, bringt sie uns wirklich voran oder sorgt sie nur dafür, dass die Massen tun was einige, wenige vermeintliche Eliten wollen? Menschen die um die 40 Jahre alt sind, haben eine rasante Entwicklung im Bereich der Medien mitmachen dürfen. Von drei Fernsehprogramme und einem Telefon mit Wählscheibe bis hin zu unzähligen TV-Sendern, Mobiltelefonen und dem Internet. Auf den ersten Blick alles Fortschritte die eines der höchstes Güter der Menschen einspart, Zeit. Alle sind flexibler geworden und in fast jedem Gebiet des Lebens gibt es eine riesige Menge völlig neuer Möglichkeiten. Wenn man sich dann noch vor Augen hält, dass man gerade Teil eines kompletten Systemwechsels ist, welcher noch lange nicht abgeschlossen ist, mag man mit Spannung, aber auch mit ein wenig Furcht in die Zukunft blicken.

Die Nachricht heißt Werbung
Früher hatte man nicht im Ansatz die Möglichkeiten Nachrichten zu konsumieren, wie es in der heutigen Zeit mit all den Nachrichtensendern und Spartenkanälen der Fall ist. Beschäftigt man sich allerdings näher mit dem Thema Medien und Nachrichten, wird einem bald klar, dass sich die Quantität zwar erhöht hat aber scheinbar auch die Qualität stark nachgelassen hat. Wobei angemerkt sei, dass es auch im Bereich der Quantität sehr relativ zu sehen ist, denn man stellt oft fest, dass die Nachrichten scheinbar bis auf einige, wenige Füllwörter identisch sind. Eigene, freie Interpretationen und Recherche scheinen immer mehr einem Einheitsbrei für den Massenkonsum weichen zu müssen, wodurch sich die Vielfalt am Ende des Tages natürlich noch einmal sehr stark einschränkt. Die Vielfalt, die man bei einer solchen Sendermasse erwartet, scheint oftmals nicht gegeben zu sein bzw. nicht gewollt zu sein. Somit stellt sich natürlich in diesem Kontext schon zum erstenmal die Frage, was dies eigentlich alles bringen soll. Es ist richtig, dass viele Menschen sich jetzt schon im Bereich des TV-Konsums zurückhalten, was letztendlich auch auf den Bereich des Radios übertragbar ist. Genau hier besteht aber ein großes Risiko durch diesen Mangel an Information bei den betreffenden Personen.

Wenn man sich die Entwicklung anschaut muss man wohl so oder so davon ausgehen, dass TV und Radio in der Form, wie man es in der Gegenwart kennt, bald schon Geschichte sein werden und dies spricht nicht gerade für Besserung auf dem Sektor der seriösen Informationsvielfalt. Schaut man sich in der heutigen Zeit Nachrichten an, scheint der Anteil dessen, was man wohl eher als Werbung oder PR verbuchen muss, stetig an. Es geht um Unternehmensvorstellungen, die Neueinführung von Produkten oder gar ganzen Produktreihen und so wird die Nachricht selbst immer mehr zur Werbung. Ein Trend der natürlich jeden Lobbyisten hoch erfreut. Teilweise ist der Bereich Werbung so tief in die Nachrichten eingewoben, dass einem kaum eine Möglichkeit bleibt diesem Werbeterror noch zu entgehen. Bei klassischen Werbepausen kann man selbst entscheiden, ob man sie ansehen bzw. anhören möchte oder nicht. Ob man einen Shoppingkanal ansieht oder nicht, liegt auch immer im eigenen Ermessen, allerdings ist man in dieser Zeit oftmals genötigt Werbung oder PR zu schauen oder gänzlich auf die Nachrichten zu verzichten. Nicht informiert zu sein, sollte allerdings kein hohes Ziel in einer freiheitlichen und demokratischen Gesellschaft sein.

Das Internet als Beschleuniger
Kommen wir nun weg von den Medien, die wir schon seit einer gefühlten Ewigkeit kennen und gehen über zum Internet, welches einen rasanten Siegeszug hinter sich hat und in der heutigen Zeit schon Einfluss auf fast alles Lebensbereiche hat. Hier potenziert sich all das gerade beschriebene natürlich noch einmal und es wird noch schwieriger zwischen Nachrichten, Lobbyismus und Werbung bzw. PR zu unterscheiden. Ein weiteres Problem, welches sich hier auch noch einmal verstärkt, ist die Frage der Seriosität, denn es ist noch lange nicht alles gut, was damit wirbt. Nimmt man klassische Werbung sind die meisten Produkte irgendwo schon einmal Testsieger geworden oder zum Beispiel durch den TÜV zertifiziert und gerade auch im Bereich der getesteten Waren, sollte man bei der Vielfalt der heutigen Tests, sehr vorsichtig sein. All dies ist im Internet durch die unbegrenzten Möglichkeiten natürlich noch einmal wesentlich komplexer und letztendlich kann jeder Dinge beurteilen, was eigentlich ein Vorteil sein sollte, geht leider Mangels Qualifikation doch auch oft nach hinten los. Wenn man noch einen Schritt weitergeht und die Qualität einmal etwas vernachlässigt, kennt man auch oftmals einfach nicht die Gründe der Bewertung.

Dieses Problem kennt man zum Beispiel ausreichend von Portalen, auf denen man zum Beispiel Ärzte beurteilen kann. Ob das hier vorgefundene Urteil sachlich gefällt wurde oder aber zum Beispiel aus Missgunst beabsichtig negativ verfälscht wurde, ist oft nicht im Ansatz zu erkennen. Außerdem kann in den meisten Fällen der Betreiber natürlich selbst bestimmen, was er veröffentlicht und was lieber nicht, auch so etwas kann die Meinungsfreiheit, wie auch die Meinungsbildung stark beeinflussen und somit beim Nutzer ein viel zu positives oder eben negatives Bild hervorrufen. Man merkt schon an diesem kleinen Anriss des Themas, wie unendlich komplex es im Moment schon ist und desto flexibler das Internet nun durch Weiterentwicklungen der Smartphones etc. wird, desto mehr potenzieren sich auch noch einmal die Möglichkeiten. Dies gilt im übrigen auch für den Gesamtbereich des Datenschutz und im Moment geht es hier gerade einmal nur um Deutschland und noch nicht einmal um Europa oder gar den Rest der Welt und dies bei einem grenzenlosen Medium. Die Wirtschaft dürfte all dies ungemein erfreuen, denn ihre Möglichkeit im Kontext des Warenabsatzes steigen und steigen. Das die Politik hier positiv regelnd, ohne Zensur, einschreitet, ist kaum zu erwarten, denn nicht zuletzt der heutige US-Präsident Barack Obama hat bewiesen, wie wichtig die schöne neue Medienwelt natürlich auch auf der politischen Bühne ist.

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Kategorie: Gesellschaft · Medien · Politik · Technik · Wirtschaft

Bis jetzt 2 Kommentare ↓

  • 1 Martina Jäger // 26. Feb 2010 at 09:17

    Sehr guter Bericht über das ditiale Zeitgeschehen und einige der Auswirkungen.
    Ist auch so, dass sich das eigen Denken verändert.
    Sicherlich bin ich geistig flexibler geworden, brainstorme ohne ende und habe bereits ähnliche verhaltensweisen wie mein computer.
    Schön, das NOCH zu erkennen.
    Jedoch birgt das ganze auch viele Überreizungen und Scheinwahrhaftiges in sich,
    die schneller übertragten wird als früher.
    Aber – oder – und
    wenns optimaler läuft:
    Man gewöhnt sich an die Digitalwelt,
    nutzt sie
    und
    lebt und genießt die Realwelt

  • 2 Andrea Bondi // 26. Feb 2010 at 10:02

    Es kommt auf die Persönlichkeits- und Charakterstruktur des einzelnen Medienkonsumenten an!
    In gleichem Maße in dem der Werbeterror ansteigt, steigt auch die Frustation und Ablehnung einer immer größer werdenden Masse von Konsumenten. Hierbei handelt es sich um die Generation der 60er. Da wir in einer Welt groß geworden sind, die bei Weitem noch nicht so Medial verseucht war, können wir den stetigen Wandel hin zum Wahnsinn erkennen. Das birgt aber auch eine große Verantwortung den Generationen gegenüber, die von Beginn ihres Lebens an, nichts anderes kennen gelernt haben.
    Durch den lückenlosen Einsatz der modernen Medien, ist unsere Gesellschaft “sprachlos” geworden.Ein Großteil der Kommunikation findet entweder über E-Mail, SMS oder Blocks statt, also ausnahmslos elektronisch! Das Individuum wird systematisch isoliert – oder lässt dies zu!
    Das kommt dem Establishment sehr gelegen. Sind doch isolierte Individuen viel einfacher zu manipulieren und zu steuern. Die Wahrhaftigkeit von persönlichen Gesprächen, das fühlen von Schwingungen und Energien die vom Gegenüber ausgehen wird den Menschen abtrainiert – und das mit Methode! Persönliche Begegnungen, der Energieaustausch, die Wahrhaftigkeit sind jedoch Grundbedürfnisse des Menschen und wenn die verloren gehen, dann kommt es zu, durch Frustration gesteuertes, Fehlverhalten. In der Computersprache heißt das wohl Error, Tilt oder Absturz.
    Wir können uns gegen das System zur Wehr setzen! Die Entscheidung liegt bei uns! Wir haben die Freiheit uns diesem Terror zu entziehen!
    Es gibt z.B. im Bereich TV, NOCH Sender die ohne Gehirnwäsche auskommen. Die Betonung liegt auch NOCH! Tipps: arte, 3sat, zdfneo, ardfestival, hr, wdr, ndr, br…….dort kann man,wohl dosiert, informiert und unterhalten werden.
    Es wäre mal einen Versuch wert! Das Gefühl das eigene Gehirn wieder für sich zurück zu erobern ist einfach großartig!
    Wie Erich Kästner schon gesagt hat: “Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!”

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