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Die Wahrheit des Wortes

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Schäfer-Gümbel Der neue Kopf und die alte Wand

10. November 2008

Manche Themen bleiben uns wohl bis mindestens 2009 erhalten. Eines dieser Themen ist auch das Chaos bei der SPD und im speziellen bei der SPD in Hessen. Denn nachdem man eine ultralinke Regierung in Wiesbaden gerade noch verhindern konnte, stehen die Zeichen hier nun auf Neuwahlen. Diese Neuwahlen sollen am 18.01.2009 stattfinden. Positiv ist hervorzuheben, dass Frau Andrea Ypsilanti (SPD) wohl mittlerweile begriffen hat, dass sie in Hessen keine Chance mehr hat und somit auch nicht mehr als Kandidatin für die SPD in das Rennen um das hessische Ministerpräsidentenamt gehen wird. Stattdessen tritt nun Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD) an. Eine Person, die nicht nur auf  Bundesebene ziemlich unbekannt ist, denn auch in Hessen kennen ihn nur die wenigsten.

Macht um jeden Preis

Wie man diese Person nun innerhalb von gut zwei Monaten aufbauen will und ihm ein aussichtsreiches Profil geben möchte, weiß wohl noch niemand so reicht. Viele meinen auch, dass er einfach nur ein neuer Kopf für die gleiche Wand sei, vor die Ypsilanti (SPD) schon zwei Mal rannte. Fakt ist ganz offensichtlich nur, dass auch Schäfer-Gümbel (SPD) ganz und gar nicht gewillt ist diese neue Chance im ganzen Umfang zu nutzen. Auch er stellt das Bündnis mit der Linken als Option dar. Damit ist er immerhin ehrlicher als seine Vorgängerin und entzieht sich somit dem Risiko eines weiteren Wortbruchs. Allerdings bleibt es natürlich ein Wortbruch im Kontext zur ursprünglichen Stellung der SPD in Hessen. Tendenziell muss man wohl eher davon ausgehen, dass auch dieses Verhalten der SPD im Allgemeinen wieder ein Mal eher schaden wird. Denn wie soll man unter solchen Voraussetzungen der SPD noch glauben können. Wo ein solcher Vertrauensverlust hinführt, dürfte auch gerade die SPD in den letzten Jahren gemerkt haben.

Immer wieder weißt man auf der Bundesebene daraufhin, dass jegliche Art der Zusammenarbeit mit der Linken auf Bundesebene auszuschließen sei. Man weißt auch immer wieder gerne daraufhin, dass dies natürlich auf kommunaler Ebene, wie auch auf Landesebene anders gehalten werden darf. Wie glaubhaft dies alles ist, wird letztendlich der Wähler an der Urne zu den Bundestagswahlen im nächsten Herbst zeigen. Natürlich ist es strategisch erst ein Mal gar nicht falsch, wie Schäfer-Gümbel (SPD) die Sache angeht, zu mindestens läuft er persönlich nicht Gefahr Wortbruch zu begehen. Es zeigt aber auch wieder den Weg, den man in der heutigen Politik ganz offensichtlich geht, Macht um jeden Preis. Nicht zu letzt haben dies auch die Grünen (GAL) in Hamburg bewiesen, die mit der Zustimmung zum Bau des Kohlekraftwerks Moorburg, sich auch weit von dem, was diese Partei ein Mal ausmachte, entfernt haben. Man sieht dieses grundsätzliche Problem besteht nicht nur bei der SPD.

Extremismus muss nicht immer Rechtsextremismus sein

Faszinierend oder auch erschreckend ist dabei noch immer, wie einseitig Politik oder viel mehr Extremismus in der Bundesrepublik Deutschland gesehen wird. Bündnisse und Koalitionen mit einer Partei, die vom Verfassungsschutz überwacht wird, die das Erbe der SED darstellt, gelten doch in einem nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung als tolerierbar. Man überlege sich nun ein Mal den Gegenpol und die CDU würde sich auf ein Bündnis oder eine Koalition mit einer Partei, die vom Verfassungsschutz überwacht wird und aus dem rechten Lager käme, zusammen tun. Da kann man sich problemlos die Massendemonstrationen und Konzerte gegen Rechts vorstellen. Anhand solcher Fakten merkt man schon, wie weit links Deutschland schon steht und wo ein weiterer Linksruck dieses Land hinführen würde. Extremismus in diesem Land, welches immerhin auch den Terror der RAF durchleben musste, ist immer gleich Rechtsextremismus. Das Extremismus erst ein Mal losgelöst von einer politischen Richtung zu sehen ist, geht hierbei vielfach unter.

Als Bürger in Hessen, sollte man sich drei Mal überlegen, ob eine SPD mit einer klaren Option zu einer Partei wie die Linke, überhaupt wählbar ist, denn letztendlich toleriert man durch eine solche Option auch das Gedankengut dieser Partei. Gerade in Zeiten einer Weltwirtschaftskrise in der wir uns befinden bzw. an deren Beginn wir stehen, bietet sich auch immer ein guter Nährboden für Gewalt und Extremismus, gerade in diesem Land sollte man dies aus der Geschichte gelernt haben. Nun gilt es darauf zu achten, dass man nicht nur in eine politische Richtung schaut, sondern immer alle Flügel im Auge behält. Es gilt aber ebenso für eine Starke Mitte zu sorgen, wenn nun eine große Volkspartei sich von dieser Mitte immer weiter entfernt, sollte man sich als Wähler massiv überlegen, ob diese Partei noch wählbar ist. Denn Thorsten Schäfer-Gümbel sorgt zu mindestens dafür, dass niemand nachher sagen kann, hätte ich das vorher gewusst.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Umwelt · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Hülsberg,Siegfried // 10. Nov 2008 at 23:03

    Schäfer-Gümbel ist in meinen Augen nur eine vorgeschobene Person für die bisherige Parteichefin. Diese wird dem “lieben” Herrn Schäfer-Gümbel schon sagen wie er sich zu verhalten hat und wie nicht. Nach der Wahl in Hessen verschwindet er wieder in der Versenkung.

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