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Die Wahrheit des Wortes

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Russland brennt und Pakistan geht unter

5. August 2010

Was auf den ersten Blick aussieht wie ein politischer Titel, ist diesmal einfach nur auf die Situation der Naturgewalten, die in diesen Tagen in Russland bzw. Pakistan toben, bezogen. Beide Länder haben im Moment massive Probleme in Bezug auf die Elemente. In Russland ist es das Feuer und in Pakistan das Wasser. Das da etwas nicht stimmt, liegt auf der Hand aber die viel spannendere Frage ist einmal mehr die nach den Gründen. Denn diese Katastrophen sind nicht einfach so auf Klimawandel, Erderwärmung oder ähnliche leicht gewählte Ausreden zu verbuchen. Die Gründe sind wesentlich vielfältiger und man sollte sich mit ihnen auseinandersetzen und das, was sich in diesem Sommer abspielt, durchaus als Warnsignal verstehen, welches man nicht auch noch ignorieren sollte, denn die Folgen werden immer gravierender.

Russland und die Forstbehörde
In Russland brennt mittlerweile eine Fläche die größer ist als die spanische Ferieninsel Mallorca und es ist sehr kompliziert diese Brände zu löschen, denn zum Teil handelt es sich um Torfbrände die bis zu zwei Meter in den Boden reichen. Das Gebiet um die frühere Sowjetmetropole Moskau und die angrenzenden östlichen Gebiete ist zu einem so großen Problem geworden, dass mittlerweile schon das Militär die Feuerwehr bei der Brandbekämpfung unterstützt. Nun ist natürlich die massive Hitze, die das Land schon seit Wochen im Griff hat und die damit verbundene Trockenheit ein richtig großes Problem in diesem Kontext aber das Hauptproblem dürfte ein ganz anderes sein. Vor Jahren hat man in Russland damit begonnen die Forstbehörden zu privatisieren und diese kommen finanziell mit ihren Aufgaben schon lange nicht mehr klar. Die Folge dieser Überforderung kann man nun in Form dieser massiven Feuer, die auch einen großen Teil der Ernte im angesprochenen Gebiet vernichtet haben, sehen. Außer das hier die Ernte vernichtet wird, werden aber auch Häuser, sowie das Hab und Gut der Menschen vernichtet, ganz zu schweigen von den Toten die diese Katastrophe fordert.

Der Kreml hat schon angekündigt, dass jedem geholfen wird und alles wieder aufgebaut wird aber diese Versprechungen gibt es weltweit nach jeder Katastrophe und es ist oft genug so, dass die Menschen dann doch im Stich gelassen werden, wenn sich der Fokus der Medien auf die nächste Schlagzeile richtet und die letzte Katastrophe schon wieder Geschichte ist. Man sollte in Russland schleunigst schauen, dass man die durch die Privatisierung entstandenen Probleme schnellsten in den Griff bekommt, denn nur so kann man den Menschen dort wirklich nachhaltig helfen. Die Probleme im Kontext der Privatisierung und damit natürlich der finanziellen Neuausrichtung staatlicher Unternehmen kennt man auch in Deutschland, da muss man sich nur die Probleme bei der Deutschen Bahn AG ansehen, wo es auch immer wieder zu Zwischenfällen kommt, die nur allzu oft scheinbar auch durch einen gewissen Sparzwang verursacht sind. Man sollte diese Warnung also auch aus deutscher Sicht ernst nehmen, seien die Feuer von Russland auch noch soweit entfernt.

Pakistan und die Armut
In Pakistan ist es nicht das Feuer, was den Menschen die Existenz vernichtet, sondern das Wasser. Weit über 1.000 Menschen starben hier schon in den sintflutartigen Regenfällen, die durch den Monsun ausgelöst wurden. Man ist kaum überrascht, dass es auch hierbei wieder um das Thema Finanzen geht, denn hier sind vor allem auch wieder die Ärmsten der Armen betroffen und für die interessiert sich bekanntermaßen kaum jemand in einer durch den Raubtierkapitalismus globalisierten Welt. Es ist die Schere zwischen der Armut und dem Reichtum dieser Welt, die sich hier wieder einmal in perverser Art und Weise zeigt. Denn auch hier werden einfachste Lebensgrundlagen, wie zum Beispiel Ernten vernichtet und das in einer Region, wo die Menschen so oder so schon in großer Armut leben und kaum etwas haben. Ganz zu schweigen davon, dass Pakistan natürlich auch noch im Kontext zur Krisenregion des Nachbarstaates Afghanistan sehr große Probleme hat. Übrigens wird im Moment nicht nur in Pakistan die Ernte vernichtet, so zu sagen direkt um die Ecke, in Indien, sieht es ganz ähnlich aus. Hier hat man mit extremer Dürre zu kämpfen.

Allerdings scheint man um den Subkontinent noch viel mehr besorgt zu sein, denn hier sind nicht nur die Armen betroffen, sondern mittlerweile auch schon der Welthandel und so schießen die Getreidepreise an den Weltmärkten in die Höhe. Man hat manchmal bei solchen Sachverhalten das Gefühl, dass es nicht so relevant ist, wenn in Pakistan Kinder verhungern, es allerdings ein riesiges Problem ist, wenn beim heimischen Bäcker die Sonntagsbrötchen teurer werden, da die Getreidepreise immer weiter nach oben gehen. Auch hier erkennt man sehr deutlich, wo die Problematik ist. Auch diese Entwicklung gilt es im Auge zu behalten, da die bereits angesprochenen Kluft immer weiter auseinander geht und dies gilt nicht nur für den indischen Subkontinent und Pakistan, sondern auch für den gesamten Rest der Welt. Somit betrifft auch dieses Problem am Ende des Tages Deutschland und man sollte auch dies als eine klare Mahnung für einen dringend notwendigen Systemwechsel verstehen. Egal ob Feuer oder Wasser, in Berlin wird man wohl auch diesmal diese Warnsignale ignorieren und hoffen, dass es hier im Land nicht irgendwann zu ähnlichen Katastrophen kommt. Fakt ist, man ist gewarnt, sollte also später nicht so tun, als sei man von einer Situation plötzlich überrascht worden. Noch kann man helfen und lernen.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Umwelt · Wirtschaft

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