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Die Wahrheit des Wortes

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Reichtum – Judentum – Frauen

19. Mai 2011

Der Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Dominique Strauss-Kahn, sitzt in den USA in Untersuchungshaft und dies obwohl er 1 Millionen US-Dollar Kaution angeboten hat. Ihm wird die versuchte Vergewaltigung eines Zimmermädchens vorgeworfen, was er allerdings bestreitet und behauptet alles sei einvernehmlich gelaufen. Das es einmal Probleme dieser Art geben könnte, hatte er eigentlich selber prophezeit, denn im Zusammenhang mit den Präsidentschaftswahlen in seinem Heimatland Frankreich im nächsten Jahr, äußerte der Sozialist jüngst drei wunde Punkte: sein Reichtum, sein Judentum und die Frauen. Der Fall Strauss-Kahn scheint aber auch noch etwas anderes zu zeigen, natürlich vorausgesetzt, dass sich die Vorwürfe gegen ihn erhärten und zwar den völligen Untergang der Moral auf diesem Planeten. Man spricht hier immerhin von einem der angesehensten Politiker in Frankreich und von einem der mächtigsten Männer, wenn es um das Thema internationale Finanzen geht, also von einer Persönlichkeit, der man moralische Integrität durchaus unterstellen darf. Nun mag man diesen Fall wieder als Einzelfall deklarieren aber wenn es um die Missachtung von Moral aber auch von Recht geht, scheint es so, als sieht es im Bereich der Politik und der Wirtschaft besonders schlimm aus. Es zeigt aber auch, welche Charaktere hier am Werke sind und dies scheint einiges zu erklären.

Nicht schuldig?
Dominique Strauss-Kahn wird von der amerikanischen Justiz vorgeworfen versucht zu haben ein Zimmermädchen zu vergewaltigen und man hat in diesem Kontext wohl auch DNA-Material gesichert und ist sich sehr sicher, den tatsächlichen Täter auch in Haft zu haben und will ihn dort auch belassen. Selbst für 1 Millionen US-Dollar will man ihn nicht laufen lassen, auch nicht mit einer elektronischen Fußfessel und der Auflage seinen Pass abzugeben. Auf Grund des oben angesprochenen Reichtums aber auch im Kontext seiner mächtigen Verbindungen, scheint man in seinem Fall eine Flucht wirklich nur mit Haft verhindern zu können. Dies sagt natürlich auch wieder direkt einiges über sein Umfeld aus, unterstellt man diesem auf diesem Wege irgendwie auch direkt, ihm bei einer möglichen Flucht zu helfen. So lange er bei seiner Aussage bleibt und auf nicht schuldig plädiert, wird sich der Prozess, dessen Beginn Experten im Sommer erwarten, wohl hinziehen, da in diesem Fall noch Geschworene gefunden werden müssten etc. Es hat natürlich den Anschein, als müsste man eine gewisse Missachtung von Moral mit sich bringen, um wirklich den ganz großen Erfolg auf dieser Welt zu haben. Das ein System auf einem solchen Fundament nur scheitern kann, erklärt sich irgendwie von selber. Wenn man sich dann noch überlegt, wie groß die Grauzone, gerade im Bereich solcher Straftaten ist und wie mächtig die möglichen Täter sind, kann man wohl annehmen, dass es noch weitere solcher Fälle gibt.

Man erinnert sich noch gut an die Affäre um Bill Clinton, den ehemaligen US-Präsidenten und Ehegatten der heutigen US-Außenministerin Hillary Clinton, wo sich auch der moralischer Absturz abzeichnete. Das man gerade in den USA so versessen darauf ist die Moral zu schützen, was auch der Fall Strauss-Kahn deutlich macht, ist natürlich irgendwo auch wieder sehr zynisch, denkt man an das Gefangenenlager Guantanamo oder das durch den aktuellen US-Präsidenten Barack Obama eingesetzte Killerkommando gegen Osama bin Laden. Die USA empfinden die europäischen Rechtssysteme als zu locker, um Menschen wie Strauss-Kahn nach Frankreich gelangen zu lassen, wo er dann den Prozess gemacht bekommen würde, denn bei aller Verbundenheit würde auch Frankreich seine Staatsbürger nicht an die USA ausliefern, sondern ihnen den Prozess im eigenen Land machen. Das dies geschieht möchten die USA wiederum mit allen Mitteln verhindern und es ist tatsächlich so, dass die Strafe die Strauss-Kahn in Frankreich im Falle einer Verurteilung drohen würde, wesentlich geringer wäre, als das was in den Staaten auf ihn zu kommen könnte. Man muss natürlich auch sehen, dass dieser Fall gewisse Ähnlichkeiten mit dem Prozess gegen den ehemaligen Wetterfrosch Jörg Kachelmann aufweist, der auch noch immer die Justiz in Deutschland beschäftigt und gerade in die Endphase geht. Auch in diesem Fall ist die Verwirrung groß. Nun hört man im Kontext des IWF-Chefs, dass er Suizidgefährdet sei, was die Verwirrung noch einmal vergrößert und man sich fragt, ob es vielleicht einfach nur Taktik ist.

Das Ende der Moral?
Nun stehen diese schweren Vorwürfe gegen Strauss-Kahn erst einmal im Raum und schaden nicht nur seiner Person, sondern auch einem gewissen Personenkreis. In einer Zeit in der das Vertrauen in die Bereiche Politik und Wirtschaft spätestens seitdem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise schwer geschädigt ist, ist so etwas natürlich Salz in den offenen Wunden. Nun ist es natürlich auch noch so, dass man kaum noch Instanzen finden dürfte, die hier mahnend Einfluss nehmen könnten. Nimmt man Papst Benedikt XVI. müsste er wohl, bevor er mahnend den Finger erhebt, erst einmal nachhaltig das Thema Missbrauch im eigenen Hause bearbeiten. Es ist auch wieder ein Beispiel dafür, wo die Gesellschaft weltweit angekommen ist und dies ist sehr bedauernswert. Wenn nun ein Staat, wie eben in diesem Fall die USA, Flagge für den Erhalt der Moral zeigen, ist dies auf der einen Seite natürlich sehr zu begrüßen aber eben auch sehr verlogen. Bei Arnold Schwarzenegger, der nun schon als Sperminator verulkt wird, stand gerade erst die Trennung an und dies scheinbar wegen einem unehelichen Kind, welches er laut US-Medien mit seiner Haushälterin haben soll. Auch ein Fall von moralischen Versagen in der US-Politik.. Schaut man sich weiter die Fakten der US-Regierungen von Bill Clinton bis Barack Obama an, denn auch diese Menschen sitzen ganz zentral im Glashaus und sollten wohl kaum damit beginnen mit Steinen zu werfen, bekommt man schon ein gutes Bild der Moral in der Politik in den USA. Im Falle von Strauss-Kahn scheint aber vor allem auch eines festzustehen, die schweren Auswirkungen, die diese Vorwürfe alleine schon, völlig unabhängig vom Ausgang des Verfahrens, auf die französischen Präsidentschaftswahlen 2012 haben werden, womit sich auch wieder ein Stück europäische Politik in den USA entscheiden wird bzw. schon entschieden hat.

Man darf annehmen, dass dieser Fall nicht nur die Justiz in den USA in Atem halten wird, da, wie gesagt, noch viel mehr mit diesem Fall verwoben ist und welche Auswirkungen Fehltritte von Personen in solchen Funktionen haben können, konnte man vor gar nicht allzu langer Zeit, mit dem Fall, des auch immer wieder als Rechtsausleger der SPD beschriebenen Schreiberlings, Thilo Sarrazin, (SPD) erleben. Auch wenn hier die Vorwürfe gegen den Ex-Bundesbanker noch einmal wesentlich harmlosere waren, als nun gegen Strauss-Kahn, erkennt man doch Parallelen. Im Fall Sarrazin (SPD) muss man natürlich auch anmerken, dass es ihm zum Beispiel politisch nicht so sehr geschadet hat, da die SPD vor kurzem erst beschlossen hatte ihn nicht aus der Partei auszuschließen, wie es noch zuvor großmundig angekündigt wurde. Im Fall Strauss-Kahn sieht es da natürlich gerade auch durch die hier erhobenen Vorwürfen noch einmal ganz anders aus und sollten sich diese auch nur im Ansatz als richtig herausstellen, kann man wohl völlig unabhängig vom dann zu erwartenden Strafmaß davon ausgehen, dass dies das Karriereende für ihn bedeuten wird und zwar sowohl in der Politik, wie auch in der Wirtschaft. Man darf nun gespannt sein, welche Facetten dieser Kriminalfall noch zu bieten hat und wie er letztendlich ausgehen wird. Man darf aber auch gespannt sein, welche Personen, der oft zitierten vermeintlichen Elite, sich als nächstes als gewöhnliche Kriminelle entpuppen werden. Denn im Bereich Politik und Wirtschaft trifft man doch scheinbar auch immer häufiger Kriminelle, also gewöhnliche Straftäter, an, nur das mit ihnen, gerade auch gesellschaftlich, noch einmal ganz anders umgegangen wird.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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