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Die Wahrheit des Wortes

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Reiches Land – Trauriges Land

14. September 2012

Deutschland ist der Motor Europas und haftet seit Mittwoch auch gleich für das Auto ohne TÜV namens Europa. Hier weiß man, wie es gemacht wird, wenn es um den Untergang geht. Im ehemaligen Land der Dichter und Denker herrscht Aufschwung für alle. Nicht zu vergessen, dass Deutschland ein so reiches Land ist, auch wenn dies bald Geschichte sein wird. Man fragt sich nur, warum so viele Menschen so ausgebrannt sind. Was für ein Land ist es, in dem man immer häufiger Menschen sieht, die aktuell schon traurig im Müll nach Leergut suchen. Was für ein Wirtschaftssystem herrscht in diesem Land, in dem immer mehr Menschen von ihrer Arbeit nicht mehr leben können. Es ist ein trauriges Land und dies sagt auch viel über die fehlende Gerechtigkeit in der Gesellschaft aus. Mindestens genauso schlimm ist es allerdings, dass hier die Kirchen und Gewerkschaften kaum intervenieren und die etablierten Massenmedien den Opfern dieses ausbeuterischen Systems auch noch versuchen ein schlechtes Gewissen zu machen, anstatt sich für ein menschenwürdigeres System einzusetzen. Jüngere Menschen brauchen doch nicht arm zu sein, sie können doch auch ohne Freizeit leben und so zwei oder drei Jobs annehmen. Dies gilt auch für Menschen, die von Altersarmut bedroht sind, sie müssen doch nicht den wohlverdienten Ruhestand genießen, sondern können weiter arbeiten. Diesen Blödsinn versucht man in diesem Land täglich unter die Leute zu bringen.

Die Freunde der Agenda 2010
Der Genosse der Bosse, Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD), brachte Deutschland die Agenda 2010 und begann somit den totalen Kahlschlag des Sozialstaates Deutschland im großen Stil. Mit der Einführung von Hartz IV begann man auch gleich eine ganze Bevölkerungsgruppe zu stigmatisieren. Faul und versoffen liegen Hartz-IV-Empfänger der Gesellschaft auf der Tasche, wenn man manchen Beiträgen der etablierten Massenmedien folgt. Die tatsächlichen Schicksale sind Einzelfälle, die kaum behandelt werden, genauso wenig, wie das tatsächliche Problem. Deutschland verschrieb sich spätestens am Mittwoch parteiübergreifend und höchstrichterlich legitimiert dem globalisierten Raubtierkapitalismus, dem völligen Diktat des Kapitals und da spielt das Individuum keine Rolle mehr. Es geht um Humankapital, womit sich ein kleiner Personenkreis eine immer goldenere Nase verdient. Da wundert es auch nicht, dass die politische Linke die Agenda 2010 ganz toll findet, sondern das andere Lager ebenfalls. Das sich nun auch die nachwachsende Generation, wie zum Beispiel Jens Spahn (CDU), als Fan dieses Rodungsmittels im Sozialstaat zeigt, macht deutlich, warum es in Deutschland eine starke außerparlamentarische Opposition geben muss, will man dieses Land retten. Vom politischen Berlin ist, wie es scheint, rein gar nichts mehr zu erwarten. Man erkennt, wie gut, in ihrem ureigensten Interesse, die wirklich Mächtigen hier bislang schon agiert haben.

Außerparlamentarische Regierung
Schaut man sich die europäische Politik der SuperMARIOnetten, von Mario Draghi bis Mario Monti, an und bezieht dann noch Goldman Sachs mit ein, was bei diesen Personen eine gewisse, erschreckende Normalität hat, versteht man, warum man in Europa von außerparlamentarischen Regierungen sprechen muss. Diese ganz neue Regierungsform scheint sich auch in Deutschland immer mehr zu etablieren und sie ist im höchsten Maße undemokratisch. Man muss sich dem mit allen rechtsstaatlichen Mitteln entgegenstellen und ganz neue Formen und Strukturen des Protestes und Widerstands etablieren. Auf alte Grundpfeiler kann man sich hier leider auch nicht mehr verlassen, da zum Beispiel Gewerkschaften und Kirchen im System schon viel zu verwoben sind. Schaut man sich nur den immer wichtiger werdenden Markt der Altenpflege an, erkennt man zum Beispiel, dass die Kirchen die ausbeuterischen Spielregeln angenommen haben. Die Menschen müssen aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen und akzeptieren, dass es, bis auf eine homöopathische Minderheit, irgendwann einmal alle treffen wird, dann könnte es allerdings schon zu spät sein. Es gilt dieses System jetzt zu stoppen. Es gilt sich jetzt zusammenzusetzen und an ganz neuen, fairen gesellschaftlichen Strukturen zu arbeiten, damit mit der maßlosen Ungerechtigkeit, die jetzt schon vorherrscht, endlich Schluss ist und es wieder ein fröhliches Deutschland wird.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 2 Kommentare ↓

  • 1 Art for Europe » Die Eurokrise und die Kultur in Europa // 20. Sep 2012 at 16:37

    [...] wie jeder Mensch ein Sklave seiner Bank oder seines Arbeitgebers ist, doch ein wenig zynisch. Das aktuelle Wirtschaftssystem in der westlichen Welt ist schon längst gescheitert und wenn es erst einmal gänzlich [...]

  • 2 Art for Europe » Kassel und der Erfolg // 21. Sep 2012 at 10:00

    [...] allem, dass sie grundsätzlich frei bleibt und nicht auch noch zu einem reinen Spielball des globalisierten Raubtierkapitalismus wird, denn hier sucht man ständig nach neuen Spielzeugen. Welche Aufgabe oder Bedeutung Kassel [...]

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