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Die Wahrheit des Wortes

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Qualitätsmanagement leicht gemacht

17. November 2011

Qualität hat in Deutschland einen hohen Stellenwert, deshalb gibt es auch für eigentlich alles Regelungen, Verordnungen und Gesetze. Die Koalition aus CDU, CSU und FDP hatte es sich, als eine große Aufgabe, auf die Fahne geschrieben für Bürokratieabbau zu sorgen, was natürlich in Zeiten der Überregulierung durch die Europäische Union (EU) fast unmöglich ist, davon abgesehen, konnte man allerdings auch auf nationaler Ebene bis zum heutigen Tage nicht viel davon spüren. Den Nachteil haben hierbei übrigens gerade auch kleine Unternehmen, die neu starten bzw. gerade auch personell noch nicht so etabliert sind, dass sie sich eine eigene Rechtsabteilungen und ähnliches leisten könnten. Man kann hier auch durchaus von so etwas, wie einer Innovationsbremse sprechen, was zu einer weiteren dauerhaften Marktbeherrschung einiger Big Player führt. In einem Land mit gut 2 Billionen Euro Schuldenlast ist man natürlich auf ein perfektes Bruttoinlandsprodukt (BIP) angewiesen, um nicht ganz schnell so dazustehen, wie Griechenland oder andere Länder, deren Verschuldung zum Teil drastisch unter der in Deutschland liegt. Man erkennt, wie ausschlaggebend also das BIP ist. Macht man dieses nun von einer Clique an Big Playern abhängig, haben diese das Land ganz schnell in der Hand. Es gibt aber noch ganz andere Probleme, als dieses, doch als wohl drastischstes einzustufende, gerade geschilderte.

Die Wichtigkeit des Gemeinwohls
All die angesprochenen Vorschriften dienen natürlich in den meisten Fällen dem Gemeinwohl, wie man immer so schön anmerkt, denn der Bürger muss geschützt werden. Auch in diesem Kontext sieht es natürlich sehr spannend aus, denn auch hier gilt, dass der Bürger natürlich nur in eine Richtung geschützt wird. Man muss sich nur anschauen, wo dieser Schutz greift und wo er versagt. Schaut man sich an, was es zu berücksichtigen gilt, möchte man zum Beispiel eine kleine Imbissbude aufmachen, wird man schon sehr massiv vom Staat überwacht und in die Schranken gewiesen. Dies alles mit der Maßgabe, dass man mit verdorbenen oder gar verschmutzten Lebensmitteln natürlich die Gesundheit anderer Menschen gefährdet und genau dies soll verhindert werden. Diesem Ansatz ist natürlich nichts entgegenzusetzen. Man muss sich nur fragen, warum diese Schutzmechanismen bei den angesprochenen kleinen Unternehmen, und man spricht oft genug von Kleinstunternehmern, so gut greifen, man es aber auf der anderen Seite immer wieder mit Fleischskandalen, von Gammelfleisch bis Antibiotikaverseuchungen, zu tun hat, die scheinbar auch von einem zu diesem Zweck bestehenden Ministerium nicht in den Griff zu bekommen sind und in regelmäßigen Abständen immer wieder durch die Medien gehen. Spielt auf der Ebene der Big Player das Gemeinwohl eine geringere Rolle, als bei dem Rest? Ist dies die Philosophie des Bundesverbraucherschutzministeriums unter Ilse Aigner (CSU)?

Natürlich wäre es falsch hier die alleinige Schuld auf die Bundesverbraucherschutzministerin Aigner (CSU) zu schieben, denn dieses Problem besteht schon wesentlich länger, als ihre Laufbahn, als Bundesministerin. Das dem so ist, zeigt natürlich ein weiteres grundlegendes Problem des bestehenden Systems auf. Es wirkt fast so, als würden bei den Big Playern gewinnmaximierende Ziele, wie auch Arbeitsplätze einen Vorrang vor dem Schutz der Allgemeinheit haben, während es bei kleinen Unternehmen niemanden stört, sollten diese auf Grund von Regelungen, den Betrieb erst gar nicht aufnehmen können oder schnell wieder aufgeben müssen. Dies sind die Ungerechtigkeiten über die man in diesem Staat nur selten spricht, da man doch eher damit beschäftigt ist, sich immer neue Wege auszudenken, wie man die Big Player immer wieder mit neuen Subventionen und Steuererleichterungen bei Laune halten kann. All dies schafft ein wirtschaftliches Umfeld, welches von Ketten, Großkonzernen und Konsortien bestimmt wird und genau dies führt am Ende des Tages zu Problemen für alle, da so eine kleine Clique im Land alles bestimmen kann, von den Löhnen und Arbeitsbedingungen bis zu den Preisen. Ganz nebenbei entmachtet man so auch immer mehr die Politik und bereitet alles für die große Diktatur des Kapitals vor. Natürlich bestimmt man so auch die Standards im Kontext der Qualität, da bei einer solchen Marktsituation auch kaum einer etwas entgegensetzen kann.

Recht des Kapitals
In der Diktatur des Kapitals bestimmt dieses natürlich auch die Regeln, was eben auch für den Bereich der Qualität gilt. Da Qualität nun natürlich auch oft genug erst einmal nur Geld kostet und somit die Gewinne schmälert, kann man sich in einem raubtierkapitalistischen System sehr gut ausmalen, welchen Stellenwert das Thema Qualität hat. In einer Marktsituation mit ausreichend Konkurrenz, kann man gute Qualität natürlich auch sehr gut zur Kundengewinnung oder auch zum Erhalt der Kundschaft einsetzen. Da es allerdings auch in Deutschland immer weniger tatsächliche Konkurrenz gibt, fällt auch dieses Merkmal aus. An dieser Stelle ist man dann wieder bei der Politik, die gewisse Belange eines Marktes schon regeln sollte, ohne gleich in den völligen Sozialismus oder Kommunismus zu verfallen, wenn dieser zum Beispiel aus den hier genannten Gründen nicht mehr in der Lage ist, sich in einem angemessenen Maß selber zu regulieren. Das dies nicht geschieht, zeigt auch auf, dass es wohl ein großes Interesse von Seiten des Staates gibt dieses, für eine Gesellschaft sehr schädliche, System zu forcieren. Hierbei spielt natürlich auch der riesige Einfluss der Lobbyisten, der gerade auch auf das politische Berlin ausgeübt wird, eine nicht zu unterschätzende Rolle. Nun gibt es aber auch hier eine Möglichkeit auf Märkte einzuwirken und das zu schaffen, was die Wirtschaft ganz offensichtlich aus gewinnmaximierender Sichtweise heraus nicht möchte und die Politik scheinbar auch nicht in der Lage ist zu ändern.

Denn über einen Bereich wurde in diesem Artikel bislang nur sehr wenig gesprochen und dies ist der große Bereich der Kunden, ohne die am Ende des Tages gar nichts laufen würde und die Kunden haben oft mehr Macht, als sie denken. Noch bietet der Markt ausreichend Möglichkeiten sich als Kunde, wie natürlich auch als Geschäftspartner, von den Big Playern zu distanzieren. Es geht darum eigene Netzwerke aufzubauen und so Stück für Stück Boden zurückzuerobern, um am Ende dieses Prozesses mindestens ein ausreichendes Gegengewicht geschaffen zu haben. Hier und da einen Euro mehr zu investieren, als beim Discounter vor der Nase, kann sich langfristig rentieren, denn haben diese irgendwann einmal gar keine Konkurrenz mehr, da sie mit ihren Billigstangeboten, und hier ist billig leider auch oft genug Programm, alle Konkurrenz vernichtet haben, können sie auch die Preise beliebig anziehen und dies wird sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht positiv auf die Qualität der Produkte auswirken. Man erkennt deutlich, wie einfach man selbst für eine gewisse, etwas andere Form, des Qualitätsmanagements sorgen kann. Auf der anderen Seite sollte man, wo es nur geht, seine Erfahrungen mitteilen und so diese Informationen teilen, denn auch die Information ist in diesem großen Kampf eine sehr wichtige Waffe, die sehr scharf sein kann. Es liegt an jedem selber, wie weit er bereit ist den völligen Wandel hin zur totalen Diktatur des Kapitals mitzutragen oder aber sich zu wehren und sich für eine positivere Zukunft einzusetzen, denn es ist noch immer so, dass tatsächlich die Masse auch die Macht hat.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Umwelt · Wirtschaft

Bis jetzt 2 Kommentare ↓

  • 1 Art for Europe » 1981 VCMG 2011 // 28. Nov 2011 at 00:08

    [...] das Jahr des Huhns wird, da die Rezepte des Monats doch in diesem Jahr recht viel mit diesem skandalösen Federvieh zu tun hatten. Es scheint sich aber auf die letzten Wochen des Jahres noch etwas zu zeigen und ich [...]

  • 2 Art for Europe » Was Leckeres zum Abschied? // 5. Dez 2011 at 00:11

    [...] da es irgendwie auch das Jahr des Huhns war. Da ich aber wahrscheinlich in diesem Jahr schon genug Antibiotika zu mir genommen habe, lasse ich das mit dem Huhn erst einmal sein. 2011 endeten dann auch all die [...]

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