fairschreiben

Die Wahrheit des Wortes

fairschreiben header image 2

Poldis Ohrfeige als Signal an die Welt

3. April 2009

Eine ereignisreiche Woche neigt sich langsam dem Ende zu. Wobei ein Ereignis die Welt am heutigen und morgigen Tag noch in Atem halten wird, der NATO-Gipfel zum 60. Geburtstag des Militärbündnisses in Straßburg, Kehl und Baden-Baden. Außer das in dieser Woche, dass gemacht wurde, was man der Welt als große Politik verkaufen will, wurde aber auch noch Fußball gespielt. Hierbei ging es um die Qualifikationsspiele für die nächste Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Das deutsche Team musste in Cardiff, der Hauptstadt von Wales, antreten und man gewann das Spiel gegen die Waliser mit 2:0. Dies klingt auf Anhieb banal und bedeutungslos aber abgesehen von der rein sportlichen Bedeutung, eignete sich dieses Fußballspiel auch sehr schön als Indikator, für das was die Woche sonst so ausmachte. Eine Aggression, eine Ohrfeige als Signal an die Welt.

Lug und Trug

In den verschiedenen Sportarten, also nicht nur im Fußball, tritt der Sport, der faire Wettkampf untereinander, immer mehr in den Hintergrund und die Show und das Geschäft übernehmen mehr und mehr die Vormachtstellung. Im Windschatten dieser Entwicklung nehmen aber auch die Skandale immer größere Ausmaße an. Schwere Dopingvorwürfe beim Biathlon und Bestechungsskandale nicht gekannten Ausmaßes im Handball sind da nur einige Beispiele. Hier ist der Sport und seine Gier nach immer mehr natürlich ein sehr schöner gesellschaftlicher Spiegel für die Wirtschaft und die Politik. Hier spiegelt sich letztendlich einfach nur der wirtschaftliche und politische Alltag wider. Da überrascht es auch keinen  wirklich, was beim Spiel Wales gegen Deutschland passierte und wie damit umgegangen wurde. Lukas Podolski vom FC Bayern München ohrfeigte seinen eigenen Mitspieler und Mannschaftskapitän der deutschen Nationalmannschaft Michael Ballack. Konsequenzen hatte dieser aggressive Ausbruch allerdings keine. In einer Sportart, in der man mit Gewalt und Aggression gerade auch der Fans, immer wieder ein Problem hat, ist dies umso erschreckender. Aber man toleriert es einfach. Denn Podolski bekam weder eine rote Karte, die es auch bei einer Tätlichkeit in der eigenen Mannschaft hätte geben müssen, noch wurde er vom Trainer oder vom Verband in irgendeiner Form sanktioniert. Man toleriert dieses Fehlverhalten einfach.

Die Toleranz von Fehlverhalten in unserer Gesellschaft ist ein großes Problem, nicht nur im Fußball oder im Sport allgemein. Um das massive Fehlverhalten in der Wirtschaft einzudämmen, was uns letztendlich die Weltwirtschaftskrise eingebracht hat, trafen sich diese Woche die G20-Staaten, die immerhin für 85 Prozent des Welthandels verantwortlich sind, zu einem Gipfel in London, der am gestrigen Tag zu Ende ging. Gerade auch die Bundesrepublik Deutschland, unter anderem vertreten durch die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), ging mit großen Vorsätzen und Erwartungen in dieses Treffen der Superlative. Die wichtigsten deutschen Ansätze waren es, nicht weitere Milliarden auszugeben und für mehr Regulierung an den internationalen Finanzmärkten zu sorgen. Diese Ansätze stellen nun aber den genauen Gegensatz zu der Position der noch immer sehr mächtigen angelsächsischen Staaten dar. Umso mehr Menschen dürften sich darüber gefreut haben, dass Deutschland sich auf dem G20-Gipfel mit seinen Interessen durchgesetzt hat, denn genau dies versuchte uns Frau Merkel (CDU) zum Konferenzende zu verkaufen. Schade nur das die Realität wieder eine andere ist. Aus finanzieller Sicht gesehen, muss man Merkel (CDU) auch Recht geben, denn es wurden keine weiteren Milliardenpakete verabschiedet. Auf diesem Gipfel wurde nämlich ein Hilfspaket von einer Billionen US-Dollar verabschiedet, welches noch bis auf fünf Billionen aufgestockt werden soll. Nimmt man nun noch die weit über drei Billionen US-Dollar hinzu, die die amerikanische Regierung unter Barack Obama gerade verfügen will, bewegen wir uns ganz schnell auf die zehn Billionen-Grenze zu. Endlich ist es vollbracht und wir haben die Milliarden verlassen und beschäftigen uns offensichtlich nur noch mit Billionen.

Die Niederlage der deutschen Regierung

Man sieht hier sehr deutlich, wie gut uns unsere Regierung in London vertreten hat. Aber Geld ist bekanntlich nicht alles, es sollte auch noch um die Regulierung der Märkte gehen. Hier passierte das, was zu erwarten war, es wurden Listen erstellt und Absichtserklärungen vereinbart. Wirklich fassbare Regulierungen blieben aus. Außerdem legte man viel Wert darauf, dass demnächst viel mehr nach Leistung bezahlt werden soll, um dem Wahnsinn ein Ende zu machen. Wie darf man sich das vorstellen? Man wird wahrscheinlich viel mehr mit leistungsbezogenen Bonifikationen arbeiten. Mehr Hohn kann man nicht bieten. Das alles hat mit Ironie nichts mehr zu tun, hier kann man wirklich nur noch von einem Betrug an der Gesellschaft sprechen. Das Bankgeheimnis soll nun auch mehr und mehr ausgehöhlt bzw. aufgehoben werden, was wohl die Superreichen auch nicht wirklich hart treffen dürfte aber einen weiteren Verlust an Rechten für die breite Masse der Gesellschaft darstellt. Abschließend kann man hier nur von einer schallenden Ohrfeige sprechen, die gerade auch die deutsche Regierung ihren Bürgern erteilte und wie hier zu Beginn beschrieben wurde, kann man auch hier von einem Spiegelbild sprechen, denn sehr wahrscheinlich wird auch diese Ohrfeige ohne Konsequenzen bleiben. Denn wenn sich in Deutschland nicht ganz massiv etwas tut im Superwahljahr 2009, wird uns wahrscheinlich eine Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) als Chefin einer Großen Koalition aus CDU, CSU und SPD auch weiterhin vertreten. Im speziellen nach den Entwicklungen der letzten Wochen und Monaten, ist dies eine sehr beängstigende Vorstellung, die nur noch davon übertroffen wird, dass all dies die Menschen im Land kaum zu kümmern scheint.

Die großen Ziele dieser Regierung waren es den Staatshaushalt auszugleichen, die Arbeitslosenquote zu senken und das marode Gesundheitswesen zu sanieren. Langsam kann man auch hier anfangen eine Bilanz zu ziehen. Von einem ausgeglichen Staatshaushalt entfernt man sich auch in Deutschland in rasender Geschwindigkeit, da man offensichtlich meint der nächste Kanzler wäre Dagobert Duck und würde es schon wieder richten. Hier werden Schulden produziert, an denen noch viele Generationen zu knabbern haben werden. Die positiven Auswirkungen bleiben allerdings bis auf kleine Strohfeuer, wie das der Abwrackprämie, aus und man wird ständig vertröstet. Die Arbeitslosenzahlen werden wohl bald schon um die fünf Millionen liegen, wenn nicht auch diese Zahlen geschönt sind und davon muss man mittlerweile leider auch ausgehen. Nun beruft man sich von Regierungsseiten natürlich bei diesen Fakten gerne auf die Weltwirtschaftskrise, wobei man sagen muss, dass Politik nicht nur daran gemessen werden kann, wie sie ist, wenn alles gut läuft. Wenn man dies als Maßstab nehmen würde, könnte wohl jeder dieses Land regieren. Außerdem gibt es auch noch Bereiche der Regierungsarbeit in denen man sich nicht so einfach auf die Weltwirtschaftskrise beziehen kann, hierzu zählt zum Beispiel das Gesundheitswesen. Auch auf diesem Sektor kann man nur vom völligen Versagen der Regierung sprechen. Für die meisten Menschen werden die Kosten, die sie im Krankheitsfall aufbringen müssen, immer größer und dies bei stetig sinkenden Leistungen. Hier sieht man sehr schön, dass es noch schlimmer wurde, als es vorher war und dies ist durchaus auf die meisten Teile der Regierungsarbeit zu übertragen.

Freude teilen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • email
  • Facebook
  • Fark
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • LinkedIn
  • Twitter


Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Politik · Sport · Wirtschaft

Bis jetzt ohne Kommentar ↓

  • Bisher noch ohne Kommentar - Fang an und sag Deine Meinung

Schreib was dazu