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Die Wahrheit des Wortes

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Peking 2008. Der Countdown läuft

31. Juli 2008

Fernsehmoderatoren witzelten schon, dass die Athleten gestern beim internationalen Sportfest in Leverkusen noch Zugriff auf alle Internetseiten gehabt hätten. Dies geschah natürlich in Anspielung auf die in acht Tagen beginnenden Olympischen Spiele in Peking. Denn hier hat es sich dann auch mit der grenzlosen Freiheit des Internets erledigt. Man muss an dieser Stelle noch ein Mal darauf hinweisen, dass sich die Großen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wie zum Beispiel Jacques Rogge, aber auch Thomas Bach, der auch noch Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ist, aber auch zum Beispiel ein Herr Michael Vesper, der als Generaldirektor des DOSB fungiert, immer wieder dafür eingesetzt haben, dass die Spiele zu mehr Freiheit in Peking und letztendlich auch in ganz China führen würden. Es scheint als sei dieser Plan kläglich gescheitert.

Hotelverbot für Beachvolleyballer

In diesen Tagen gibt es täglich neue Highlights vom Olympischen Wahnsinn, den so viele beschwören. Egal ob man davon redet, dass man sich mittlerweile laut Medienberichten nicht mehr ohne Aufenthaltsgenehmigung in Peking aufhalten darf oder das trotz einer Halbierung der Fahrzeuge in der Stadt die Luft nicht wirklich besser wird, wird weiterhin gute Miene zum bösen Spiel gemacht. China hat es grandios geschafft die Tibetproblematik weltweit völlig in den Hintergrund zu drängen. Die Massen, und das zeigt leider auch die fairschreiben.de-Aktion für Tibet, haben Tibet und die Probleme dort schon wieder vergessen. Immerhin redet man zu mindestens noch ein wenig über Meinungsfreiheit aber auch hier gilt, dass man lieber andere Dinge in den Vordergrund stellt. Egal wie sehr man sich bemüht, kann man den angekündigten und von den oben genannten Herren erwarteten Wandel beim besten Willem nicht sehen. Es bleibt der dumpfe Verdacht, dass ab dem 8. August alle ihrer Erfolge und Gewinne einstreichen werden und das Thema damit dann gänzlich vom Tisch ist.

Laut Angaben von Herrn Dr. Michael Tank, hatten die deutschen Beachvolleyballer schon vor gut einem Jahr, zur Vorbereitung auf die Olympischen Spiele, ein Hotel im Norden Pekings gebucht und bezahlt. Nun sind sie gezwungen in das Olympische Dorf zu ziehen, da sie da besser zu kontrollieren sind. Die Organisatoren haben das Hotel mit Androhung eines Lizenzentzugs dazu genötigt, die Buchung zu stornieren. Soviel zum Thema Freiheit auch für Athleten in China. Was schleierhaft bleibt ist nicht nur, warum so viele Athleten noch immer so zurückhaltend in diesem Kontext sind, sondern auch, warum sie sich der Einschränkung ihrer eigenen Freiheit so hingeben. Jeder freiheitsliebende Mensch würde abreisen. Michael Vesper fiel zu all dem im ZDF nur ein, dass er auch im Olympischen Dorf wohnen würde. Erschreckend, dass ein Mann mit einer solchen Vita und einem so `grünen` Hintergrund, heute so mit dem hohen Gut der Freiheit umgeht. Aber es zeigt auch das Veränderung nicht immer etwas Positives sein muss.

Eine schwache Gesellschaft

Ebenso erschreckend ist auch, dass Herr Vesper die Meinung vertritt, dass ein Übertragungsboykott der Eröffnungsfeier nichts bringen würde bzw. gegenteiliges bewirken würde. Wie auch immer man das zu verstehen hat. Natürlich gilt für die Eröffnungsfeier selbiges im Kontext zu einem Boykott, wie für den Rest der Spiele, der wirtschaftliche Schaden wäre gegenüber Sponsoren und Ausstattern nicht zu verkaufen. Verkaufen ist nämlich auch das worum es scheinbar heute im Olympischen Geist nur noch geht. Das zu Beginn angesprochene internationale Sportfest in Leverkusen zeigte dies auch noch ein Mal. Die Laune war überall richtig gut, der Sport stand, wie es auch sein soll, auf der Nummer eins. Wer aber auch nur nach dem Hauch eines Protestes suchte, wurde ein Mal mehr völlig enttäuscht. Dies lässt für die anstehenden Olympischen Spiele in Peking nicht Gutes erwarten. Es bleibt die Hoffnung, dass der ein oder andere doch noch gewissenhaft handelt und seine Meinung ganz offen zeigt.

Man darf aber nicht alle Verantwortung für Protest oder ähnliches auf die Sportler oder Funktionäre der Olympischen Spiele abwälzen, denn auch das wäre nicht fair. Jeder von uns kann etwas tun. So veröffentlicht fairschreiben.de seit Monaten Artikel in diesem Kontext und stellt auch fest, dass das Interesse sehr bescheiden ist. Dies bedeutet zum Quote machen eignet sich dieses Thema nicht. Man stellt auch fest, dass zum Beispiel Flagge zeigen für Tibet eher nicht in Mode ist. Dabei haben doch zur Euro 2008 noch alle gezeigt, dass sie es können. In einer Welt in der es scheinbar in der breiten Masse nicht mehr in Mode ist, sich für eine bessere Welt einzusetzen, darf man dann aber auch nicht über die negativen Seiten der Welt klagen. Jeder hat die Möglichkeit etwas auf diesem Planeten zu verändern, man muss es nur wollen und genau an diesem Willen scheint es vielfach zu hapern und das ist kein gutes Zeichen für eine freie, starke Gesellschaft. Aber genau diese benötigt es, um auf Dauer auf einem freiheitlich, demokratischen Pfad zu wandeln.

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Kategorie: Free Tibet · Gesellschaft · Medien · Politik · Sport · Umwelt · Wirtschaft

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