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Die Wahrheit des Wortes

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Olympisches Gold für George W. Bush

7. August 2008

Nur noch einige Stunden, dann werden die Olympischen Spiele 2008 in Peking eröffnet. Man darf davon ausgehen, dass die Welt feiern wird während Minderheiten, nicht nur in China, unter ihrer Unterdrückung leiden. In diesem Kontext ist es sehr spannend zu sehen von welcher Seite scheinbar plötzlich Licht am Ende des Tunnels erscheint. Es wirft aber auch die Frage auf, ob man dem neuen Kämpfer für Pressefreiheit und Menschenrechte wirklich trauen kann. Es ist die Rede vom amerikanischen Präsidenten George W. Bush. Natürlich steht er als Herrscher des Landes, welches für die Freiheit und Demokratie steht, in einer gewissen Verpflichtung aber es schwingt auch ein gewisser Zynismus mit, wenn man von dem Mann, der zum Beispiel Gefangenlager in Guantanamo-Bay betreibt, etwas über Menschenrechte hört.

Der Fahnenträger aus Darfur

Die Volksrepublik China hat einem amerikanischen Sportler die Einreise verwehrt, weil der sich für die Menschenrechte in dieser Welt einsetzt und einer dementsprechenden Organisation angehört. Ein weiterer Skandal im Vorfeld der Olympischen Spiele 2008 in Peking. Als Antwort haben die USA beschlossen, einen Fahnenträger zu nominieren, der sudanesische Wurzeln hat. Er kommt sogar aus der Region Darfur. Dies ist die Region Afrikas, wo im Moment einer der größten Genozide weltweit stattfindet und dies mit voller materieller und ideologischer Unterstützung Chinas. An diesem Beispiel kann man sehr schön erkennen, dass es gute Möglichkeiten gibt Zeichen für Menschenrechte zu setzen. Mit Spannung wartet auch das Team von fairschreiben.de darauf, welche Zeichen Deutschland in diesem Kontext setzt.

Bis jetzt setzt die Bundesrepublik Deutschland eher negative Zeichen durch zum Beispiel die skandallösen Äußerungen eines Dr. Michael Vespers, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ,in Zusammenhang mit in China gesperrten Internetseiten oder einer Schar an Sportlern, deren sportlicher Ehrgeiz ganz offensichtlich soweit ausgeprägt ist, dass da kein Platz mehr für Ethik und Moral ist. So muss man wohl behaupten, dass die Goldmedaille für Menschenrechte wahrscheinlich im Moment eher an die USA und damit an George W. Bush gehen würde, wenn es so etwas geben würde. Ein solcher Fakt müsste die Verantwortlichen aus Politik, wie auch aus dem Sport eigentlich wachrütteln. Bush als großer Kämpfer für Menschenrechte und dem hat Deutschland nichts entgegenzusetzen? Ein größeres Armutszeugnis kann es eigentlich nicht geben.

Toleranz für chinesische Fehltritte

Man muss sich natürlich auch darüber klar werden, dass es auch bei George W. Bush und seiner großen Rede für die Menschrechte in Thailand im Vorfeld der Olympischen Spiele 2008 in Peking, natürlich nur zum Teil um mehr Freiheit ging. Man darf davon ausgehen, dass die tatsächlichen Beweggründe andere sind und waren. Die USA und China sind Handelsweltmächte und natürlich versetzt man, aus amerikanischer Sicht, mit solchen Attacken seinem Gegner auch Nadelstiche. In Deutschland fährt man da einen ganz anderen Kurs. Denn als amtierender Exportweltmeister, der am Rande des Abschwungs steht, möchte man es sich natürlich mit einem großen Handelspartner wie China nicht verscherzen. Nur so ist es zu erklären, dass von deutscher Seite so gut wie alle chinesischen Fehltritte toleriert werden.

Auch wenn die Olympischen Spiele von Peking angeblich nur dem Vergleich sportlicher Höchstleistungen und dem positiven Miteinander auf dieser Welt gelten, geht es doch auch vor allem um die Präsentation der teilnehmenden Staaten. Genau in diesem Kontext muss man sich eigentlich wünschen, dass Deutschland sich positiver darstellt, als es bislang der Fall ist. Denn es geht natürlich auch immer um die Ansprüche einer Nation und da hinkt Deutschland seine ureigensten Ansprüchen, als große Nation dieser Welt, wieder ein Mal reichlich hinter her. Es ist traurig mit anzusehen, wie gerade auch die Aktiven ihre Chancen nicht nutzen, sich auch in China für eine gerechtere und freiere Welt einzusetzen, sondern sich kleinlaut hinter dem Sport verstecken. So repräsentiert man definitiv nicht eine große Nation die für Demokratie und Freiheit einsteht.

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Kategorie: Free Tibet · Politik · Sport · Wirtschaft

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