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Die Wahrheit des Wortes

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Olympischer Fackellauf. Wer hat´s erfunden?

18. April 2008

Nein, in diesem Fall waren es nicht, wie viele Werbegeschädigte Menschen nun meinen dürften, die Schweizer. Im Fall des Olympischen Fackellaufs reden wir von Deutschland. Denn den ersten Olympischen Fackellauf gab es zu den Olympischen Spielen 1936 in Berlin. Olympische Spiele in einem Land, in dem ein Unrechtssystem herrscht? Richtig, auch das ist 72 Jahre später wieder der Fall. Dies sollte zum nachdenken anregen. Denn gerade in Deutschland, bekommt man spätestens von der Schulzeit an eingehämmert, dass sich Geschichte nicht wiederholen darf. Das Problem ist aber, wenn man sich heute in Bereichen wie zum Beispiel Sport und Politik umschaut, dass das mit dem Lernen aus der Geschichte scheinbar nur bei den wenigsten funktioniert hat.

Schnupfen vs. Nasenbeinbruch

Nein, man sollte keinesfalls die beiden Regime miteinander vergleichen. Aber es ist trotzdem umso erschreckender, was in der heutigen Welt und auch im heutigen Deutschland möglich ist. fairschreiben.de hat schon häufiger auf das interessante Verhalten manch deutscher Spitzensportler verwiesen und es geht weiter. Letzte Woche noch, saß in der ARD-Sendung `Anne Will`, der Zehnkämpfer André Niklaus und philosophierte über die Schlafgewohnheiten von sich und seiner Freundin im Kontext zu den Olympischen Spielen. Meinen diese Menschen so etwas ernst? War es sein ernst, dass er ein Problem damit hat, in der Wettkampfvorbereitungsphase nicht neben seiner Freundin schlafen zu können, wenn diese einen Schnupfen hat und dies ein Argument sein soll, warum man die Olympischen Spiele nicht boykottieren darf? Man möchte gar nicht wissen, wie viele Tibeter ganz andere Probleme mit ihren Nasen haben. Man wird es im Moment auch gar nicht erfahren, da unabhängige Nachrichten aus diesem Gebiet, mittlerweile seit Wochen, Mangelware sind.

Immer hin konnten wir uns die letzten Tage über einen recht ruhigen und problemlosen Olympischen Fackellauf freuen. Denn Länder, wie zum Beispiel der Oman, haben von vorne herein mit solch drastischen Strafen für Störer des Fackellaufs gedroht, dass das chinesische Wachpersonal sich ganz wie zu Hause gefühlt haben dürfte. Man kann das Prinzip dieser Olympischen Spiele von Peking scheinbar ganz einfach auf einen Nenner bringen. Rechtlosigkeit der breiten Masse und Gewalt oder deren Androhung gegen die die anders denken. Wenn das Mal nicht der neue Olympische Gedanke wird. Immerhin gibt es den Fackellauf auch heute noch, manche Dinge im Kontext der Olympischen Spiele bleiben halt. Michael Vesper, Funktionär des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), der eigentlich einer Partei zu zurechnen ist, die einen starken Bezug zu Menschenrechten und Ökologie haben sollte, weißt im Kontext auf die Verhaltensregeln, die die Charta der Olympischen Spiele vorschreibt daraufhin, dass man dabei ist eine Guideline zu entwickeln. Das ist doch Mal ein Wort. Da muss eine Guideline erarbeitet werden, die klärt was, wer, wann und wo sagen darf und was nicht. Redefreiheit ganz im Olympischen Sinne.

Ökologie, Ökonomie, Hamburg

Aber in Bezug auf Herrn Vesper wird es noch besser. Aus verschiedensten Ecken ist immer lauter zu vernehmen, dass es bei den Olympischen Spielen vor allem um Ökonomie geht. Spätestens jetzt müsste etwas von Herrn Vesper kommen. Wer jetzt glaubt es kämen Aussagen zum Beispiel darüber, wie hoch alleine die Emissionen durch den Bau der Olympiastätten oder durch den Transport der Sportler aus aller Welt nach Peking sein dürften, liegt falsch.  Stattdessen weißt er daraufhin, dass die deutschen Sportler ohne Adidas gar nicht nach Peking kommen würden. Da sieht man doch ein Mal mehr, wo das grüne Herz wirklich  schlägt. Entweder da, wo man vermeintliche Macht erhaschen kann, wie im Rahmen der Hamburger Regierungsbildung oder wo man am großen Kuchen knabbern darf, wie beim DOSB im Kontext zu den Olympischen Spielen. Macht und Kapitalismus sind alles keine Begriffe die man im Vorhinein verteufeln sollte. Darum soll es gar nicht gehen, aber man sollte soviel Mut und Courage haben dazu zu stehen, was man sagt und wie man sich verhält. In vielen Fällen wird man allerdings das Gefühl nicht los, dass die Distanz zwischen dem Gesagten und dem Handeln riesig ist.

Man muss heutzutage einfach ein Mal festhalten, dass sich das Leben auf dieser Erde scheinbar zu einem Monster des Konsumwahns bzw. des grenzenlosen Kapitalismus entwickelt hat, von dem wir im ersten Augenblick auch alle ein Stück weit profitieren. Denn, wer spart bei einer permanent anhaltenden Inflation, gepaart mit einer gerade durch die Wirtschaftselite dieses Landes nach unten korrigierten Konjunktur, nicht ein paar Euro und kauft `Made in China` anstatt `Made in Germany`? Wie mein Vater immer so schön sagt, sind wir da alle `Made in Speck`. Das einzige, wo wir scheinbar immer überrascht von werden, ist das zu mindestens für einen großen Teil der Weltbevölkerung, der Speck immer weniger wird und die Bandagen mit denen wir um die Reste kämpfen immer härter werden. Aber haben wir nicht alle durch unser gieriges Konsum- und Kapitalbezogenes Verhalten genau diese Situation, aus der es scheinbar weltweit im Moment kein entrinnen gibt, selber heraufbeschworen? Bei all dem dürfen wir dann auch nicht vergessen, wir leben in Deutschland, in Europa, auf der guten Seite dieser Welt und haben nicht ansatzweise die Probleme, die zum Beispiel ein Tibeter in seiner Heimat hat.

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Kategorie: Free Tibet · Gesellschaft · Medien · Politik · Sport · Umwelt · Wirtschaft

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