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Die Wahrheit des Wortes

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Obama – Friedensengel ohne Flügel

12. Oktober 2009

Herzlich willkommen in der Zukunft. Seitdem vergangenem Freitag 11 Uhr MESZ ist es soweit und die globale Welt ist in der Zukunft angekommen. In Deutschland verprasst man schon seit langem das Geld zukünftiger Generation, damit man darauf zocken kann, wie sich die Märkte in der Zukunft wohl entwickeln werden. Man führt Kriege und vergisst dabei das Jetzt und Hier für die Option auf eine bessere Zukunft. Die Krönung setzt alldem allerdings das Nobelpreiskomitee auf in dem es Barack Obama, dem 44. US-Präsidenten, in der letzten Woche den Friedensnobelpreis zusprach. Immerhin regiert der erste schwarze Präsident der USA nun schon ganze neun Monate, da kann man schon einmal einen Friedensnobelpreis für vergeben. Vor einiger Zeit war das Nobelpreiskomitee in den Negativschlagzeilen, weil es auch hier Gerüchte um Bestechung und ähnliches gab, ob die Vergabe dieses Preises, an diese Person dazu einlädt diesen Schatten los zu werden, wollen wir hier nicht weiter kommentieren. Fakt ist, dass der Lauf des Messias, des Weltführers und Heilsbringers Nummer Eins ungebremst weitergeht.

Das Erbe von George W. Bush

Denkt man gut ein Jahr zurück, war Barack Obama in den internationalen Medien noch der Superstar und Alleskönner. Mittlerweile hat sich gerade auch in den Medien dieses Bild ein wenig verändert und die bedingungslose Unterstützung, die im Wahlkampf noch da war, schwindet Zusehens. Im Kontext des Friedensnobelpreises, den er am 10.12.2009 im guten alten Europa überreicht bekommt, gibt es sogar Journalisten, die behaupten ohne George W. Bush und seine extreme Amtsauffassung hätte Barack Obama diesen Preis nie erhalten. Nachdem über Monate `Yes we can` die Runde machte, macht nun eher das Wort `wofür` die Runde. An dieser Stelle wird dann immer auf die Vorschusslorbeeren verwiesen und darauf, was er alles in die Wege geleitet hat und noch umsetzen mag. Es geht sogar soweit, dass er mit Willy Brandt (SPD) verglichen wird, der den Friedensnobelpreis ebenfalls erhielt. Allerdings muss man, wenn man die Lage einmal einfach sachlich betrachtet, festhalten, dass die Bilanz die Barack Obama nach neun Monaten Amtszeit vorzuweisen hat nichts Gutes erahnen lässt, denn der Weg ist bislang von leeren Worten und Misserfolgen gezeichnet.

Einer seiner Misserfolge dürfte die Gesundheitsreform werden, allerdings möchten man auf dieses Thema, gerade auch in Deutschland, nicht allzu sehr eingehen, hat man hier doch ebenfalls mit einem Scheitern in diesem Kontext zu kämpfen. Das außerordentlich umstrittene Camp auf Guantanamo Bay sollte binnen zwölf Monaten nach Amtsantritt geschlossen sein, auch hier steht mittlerweile fest, dass Obama sein Wort nicht halten wird. Dann wäre da neben der Gesundheit und den Menschenrechten, natürlich auch noch das Thema Wirtschaft. Auch hier zeigen sich eindeutige Parallelen zu dem was sich in Europa tut, Milliarden werden in die Märkte gepumpt, damit die Zukunft gut aussieht. An dieser Stelle muss man festhalten, dass die Zukunft wohl noch nicht erreicht ist, denn das all dies wirklich zu einem guten Ende dieser Tragödie führen wird, ist bislang noch nicht einmal im Ansatz absehbar. Natürlich ist es auch richtig, dass wir hier über den Friedensnobelpreis reden und über nichts anderes, also sollte man sich auch auf den Bereich Krieg und Frieden fixieren und sich einmal genau ansehen, wie es da für Barack Obama aussieht.

Wo sind eigentlich U2 und Pink?

Nachdem dem so verhassten und kriegerischen George W. Bush, kämpften so viele für den friedensbringenden Barack Obama. Wir erinnern uns an die großen Engagements von Pink bis Bono Vox und U2. Sie haben es geschafft und Obama ist nun Präsident. Experten sprechen allerdings auch bei diesem Oberkommandierenden ganz offen von den Einsatzplänen gegen den Iran. Noch viel konkreter sieht es da im Bereich Afghanistan aus, denn hier ist aktuell schon die Rede von einer Truppenverstärkung bis zu 40.000 Mann. Da es sich zu mindestens aus deutscher Sicht bei dem was sich in Afghanistan abspielt, allerdings eher um einen humanitären Einsatz handelt, als um einen Krieg, wären das dann wohl auch wieder eher Friedensengel, die man da in die Region schicken möchte. Das diese Menschen dort hingehen um ihre Feinde zu töten, dafür ausgerüstet und ausgebildet sind, scheint wohl eher ein unerheblicher Nebeneffekt zu sein. Man mag sich die Welt offensichtlich nicht realistisch betrachten, denn sonst würde man bald feststellen, dass Barack Obama, wenn überhaupt, ein Friedensengel ohne Flügel ist.

Bei alldem muss man übrigens berücksichtigen, dass Barack Obama innenpolitisch, unter anderem wegen den angesprochenen Problem im Gesundheitswesen, völlig mit dem Rücken an der Wand steht. In einer solchen Situation kommt natürlich ein Friedensnobelpreis wie gelegen und stärkt dem Weltführer den Rücken. Genau an diesem Punkt muss die Frage erlaubt sein, wie weit der politische Einfluss des Nobelpreiskomitees gehen sollte und auch gehen darf? Barack Obama will den Weltfrieden, will eine Welt ohne Atomwaffen, dass will jede Kandidatin einer Misswahl auch aber sie erhält noch lange keinen Nobelpreis. In einer Welt in der es gerade auch im Kontext der Globalisierung heißt, man solle mehr in der Gegenwart leben, als auf die Zukunft zu zocken, ist die Vergabe des diesjährigen Friedensnobelpreis wohl völlig daneben gegriffen. Man muss davon ausgehen, dass nun fernab jeglicher Realität alles daran gesetzt wird, dass auch Barack Obama ein würdiger Preisträger wird. Wer meint das es erschreckend war, dass sogar schon Begründer von Terrororganisationen einen Friedensnobelpreis erhalten haben, sieht es geht noch weiter, denn scheinbar ist die Führung eines Krieges kein Hinderungsgrund mehr für einen Friedensnobelpreis, solange der Krieg aus der Sicht von westlicher Ideologie in Ordnung geht. Was für eine Zukunft!

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Medien · Wirtschaft

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