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Die Wahrheit des Wortes

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Obama-Ein Friedensnobelpreisträger als Kriegstreiber

3. Dezember 2009

Viele Menschen haben lange auf dieses Statement des amtierenden US-Präsidenten Barack Obama gewartet und nun hat er endlich seine Fakten zum Krieg in Afghanistan auf den Tisch gelegt. In der ehrwürdigen Militärakademie West Point in New York gab er bekannt, dass er noch zu Jahresbeginn 30.000 neue US-Soldaten zusätzlich nach Afghanistan schicken möchte, um dort den Frieden zu bringen. Gleichzeitig lieferte er auch direkt einen Termin zum Truppenabzug, mit diesem soll im Sommer 2011 begonnen werden. Außerdem geht man davon aus, dass er bis zu 10.000 weitere Soldaten aus NATO-Partnerstaaten mit im Boot haben will. Beim letzteren Punkt kommt auch Deutschland ins Spiel, denn auch hier möchte Obama mehr Soldaten herbekommen. Alles in allem fehlt jetzt nur noch, dass er im Sommer 2011 auf einem Flugzeugträger erklärt, dass die Mission erfolgreich abgeschlossen sei. Man fragt sich schon wieder, wo der Unterschied zum Vorgehen seines Vorgängers George W. Bush sein soll. Aber auch diese Frage ist leicht zu beantworten.

Friedensnobelpreis für noch mehr Gewalt?
George W. Bush wurde immer wieder als Kriegstreiber benannt und ein Land anzugreifen, um einen Terroristen, wie Osama Bin Laden, zu bekommen, galt vielfach als schlechte Politik. Nun wurde Bush von Obama abgelöst und vieles in der Welt scheint sich mittlerweile grundlegend verändert zu haben, denn Obama schickt nun immer mehr Soldaten in diesen Krieg und bekommt auch noch den Friedensnobelpreis. Aber auch Protest von Prominenten, wie zum Beispiel Bono Vox von U2, bleibt plötzlich aus. Man fragt sich, ob dieser Krieg nun besser und gerechter geworden ist, ob der massenhafte Tod von Menschen plötzlich kein Problem mehr darstellt? Ganz davon abgesehen, dass von der Jagd auf Osama Bin Laden schon lange keine Rede mehr ist und es mittlerweile scheinbar nur noch um die Einführung der westlichen Demokratie geht. Natürlich muss man dem 44. Präsidenten der USA ein hohes Lob aussprechen, dass er zu mindesten schon einmal Beginn des Truppenabzugs bekannt gegeben hat, wobei die alles entscheidenden Details in diesem Kontext noch völlig offen sind.

Außerdem darf man davon ausgehen, dass bis zum genannten Abzugstermin noch sehr viel Zeit verstreichen wird und sich somit natürlich auch noch vermeintliche Fakten in diesem Kontext verändern könnten und dies gilt vor allem im Bereich des Themas AfPak, denn das Problem weitet sich schon jetzt massiv aus. Der Begriff AfPak bezeichnet den gedankentechnischen Zusammenschluss beider Länder zu einer Einheit im militärischen Denken, denn mit jeder Verschlechterung der Lage zeigt sich, dass das Risiko auch für das Nachbarland Pakistan höher wird im Chaos zu versinken und hier gibt es das massive Problem, dass man von einer Atommacht spricht, bei der man sich lieber nicht vorstellen mag, was passieren würde, wenn hier plötzlich Zustände wie in Afghanistan herrschen würden. Dies sind alles Gründe mit denen viele Menschen nun wahrscheinlich versuchen werden diesen Krieg zu rechtfertigen und das ist die große Heuchelei, denn dieser Zustand bzw. diese Gefahr stellte sich auch schon für Obamas Vorgänger Bush so dar.

Was muss Deutschland tun?
Seit über acht Jahren versucht man hauptsächlich mit militärischen oder militärnahen Maßnahmen dieses Land auf westliche Standards zu trimmen, allerdings bislang ohne nachhaltige Erfolge, dies soll sich nun eben durch noch mehr Truppen ändern. Mehr Truppen bezieht sich allerdings nicht nur auf die US-Streitkräfte, sondern auch auf die Verbündeten in Europa und damit auch auf Deutschland. In den Medien ist die Rede von 2.000 bis 2.500 neuen Soldaten aus Deutschland. Hierfür müsste sich allerdings das noch bestehende Mandat verändern, da mit den neuen Soldaten, die im Moment gültige Obergrenze von 4.500 Soldaten überschritten wäre. Genau diese Mandatsänderung dürfte natürlich gerade aus heutiger Sicht, wo man in Deutschland noch immer den Folgen des von einem deutschen Militär angeordneten Luftschlag gegen zwei Tanklastzüge zu kämpfen hat, sehr komplizieret werden. Fraglich wäre natürlich auch, wie man in Deutschland mit einer größeren Zahl an gefallenen Soldaten klar käme, die eine massivere Truppenstärke und eine auf völligen Sieg ausgerichtete Schlussoffensive durchaus mit sich bringen könnte.

Im Bezug auf diese Truppenverstärkung zieht auch scheinbar gewohnheitsgemäß Kanzlerin Merkel (CDU) den Kopf ein und verweist auf die im Januar in London stattfindende Afghanistan-Konferenz. Gerade in diesem Zusammenhang ist es scheinbar keine gute Wahl für die Kanzlerin, gerade auch bei einem solch wichtigen Thema, welches man in der wahltechnischen Wunschkoalition diskutieren muss, wieder einmal nur die Moderatorin zu geben. Alles in allem bleibt aber natürlich die ganz große Frage, wie man auf die Idee kommt, dass es nun nach über acht Jahren plötzlich, in nur 18 Monaten soweit sein soll, dass man mit einem Truppenabzug beginnen kann und die Situation dann auch so nachhaltig gestaltet ist, dass man nicht nach kürzester Zeit wieder einmarschieren muss. Die Wahlen in Afghanistan und auch die Korruption an anderen Stellen, wie auch die unveränderte Problematik der so genannten Warlords, die hier letztendlich schon seit Jahrhunderten ihren Platz in der Gesellschaft haben, müssten eigentlich auch einem Barack Obama gezeigt haben, wie weit man hier vom eigentlichen Ziel noch entfernt ist. Aber eine so massive Truppenaufstockung lässt sich für einen Friedensnobelpreisträger so wohl wesentlich besser verkaufen und wer wird sich da schon noch in über 18 Monaten dran erinnern?

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Politik

Bis jetzt 4 Kommentare ↓

  • 1 Andrea Bondi // 3. Dez 2009 at 10:26

    Es überrascht nicht wirklich! Vielmehr bestätigen diese und andere Vorgehensweisen der “Großen” der Welt, dass sie in Wirklichkeit überhaupt nichts zu entscheiden haben. Die Fäden werden im Hintergrund gezogen! Es ist das Geld, dass die Welt regiert. Ob nun Schweinegrippe oder Afghanistan als neue Geldquellen genutzt werden, spielt dem System dabei keine Rolle!
    Hauptsache der Rubel rollt! Wahrscheinlich hat sich Mr. President seine Arbeit auch ganz anders vorgestellt – vielleicht hat er sich ja auch überschätzt, oder gar das System unterschätzt?
    Ganz egal, welche Thematik besprochen und bearbeitet wird, irgendwie kommt man immer auf die selbe Quintessenz: Geld hat die Macht und die Macht hat das Recht auf ihrer Seite. Diesem Grundsatz haben sich alle unterzuordnen, auch – und das enttäuscht – Mr. Barack Obama!

  • 2 Sakird Serdar // 3. Dez 2009 at 12:14

    Die westliche Denkweise fühlt sich vermeintlich im Recht. Sie nimmt sich das Recht, westliche Demokratien (natürlich ist dies auch nur ein Vorwand) in östliche Laender zu bringen.

    Was waere, wenn man den Spiess umdreht und Laender wie Irak und Afghanistan das Recht bekommen, östliche Regierungssysteme in z.Bsp. Amerika anzuwenden.?

    Sie waeren keinesfalls damit einverstanden..

    Also, woher nimmt man sich das obige Recht denn?

    Taeuschung der Medien wird regelmaessig angewendet, um von den echten Interessen wie Gier und Geld abzulenken.

    Das zionistische Interessen bei dem Krieg eine wichtige Rolle spielt, dürfte den wachen Augen eines aufmerksamen Lesers nicht entgehen.

    Auch Armegeddon ist ein Teil dieser Interessen; wer wissen will, was wirklich ablaeuft, sollte sich die Ziele der Zionisten unter die Lupe nehmen.

  • 3 Besetzt // 29. Jun 2011 at 10:55

    Was für Frage beide Presidenten habe Kriege geführt, beide bauen Gewalt aus, im eigenden Land haben so eine Art von Militär Diktatur errichtet, wer den Mund aufmacht bekommt Elektroschocks davon ganze Internet voll wie USA ihre eigene Bürger misshandelt anders nicht mehr nennen.
    Andere Länder immer Menschenrechtsverletzungen vorzuwerfen obwohl USA und Europa ganz weit vorne dabei sind, man erkennt euch am handeln und das angeblich predigt. ;)

    Was hat Obama sein Volk gebracht außer noch mehr Schulden, Jugend ohne Zukunft , der Mittelstand alle Eigentümer weg genommen und für Kriegs Industrie immer mehr hinter Türchen aufgemacht.
    Für mich ist Kriegsverbrecher noch schlimmer als Bush, weil Bush hat gesagt ads auf Krieg abfährt Obma macht hintern Rücken so wie unsere Merkel.

  • 4 Art for Europe » !> ^^ und der Kult // 9. Nov 2012 at 08:30

    [...] führte, die man bei anderen Größen der Branche, wie zum Beispiel Bono Vox, mittlerweile völlig [...]

Schreib was dazu