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Die Wahrheit des Wortes

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Ob Gott da noch helfen kann?

30. Oktober 2009

Nun ist es Fakt, Deutschland hat eine neue Regierung, die hier in dieser Woche auch schon detailliert vorgestellt wurde. Nach nun fast vier Wochen, wo es in Deutschland doch eher den totalen politischen Stillstand gab, müssen die Neuen und Alten um Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) jetzt Vollgas geben, um Deutschland wirklich wieder auf einen besseren Weg zu bringen. Schaute man sich in dieser Woche die Vereidigung des neuen Kabinetts an, war es schon auffällig, dass alle Beteiligten ihren Amtseid mit dem Zusatz `so wahr mir Gott helfe` leisteten. Man kann nur hoffen, dass dies tiefste religiöse Gründe hatte und nicht ein erstes Eingeständnis war, wie überfordert man mit der Situation ist und deshalb Gott mit ins Boot holte. Bei allem muss man berücksichteigen, dass Deutschland zwar wegen den Bundestagswahlen und der Regierungsbildung politisch bewegungsunfähig war, das Treiben in der Wirtschaft allerdings lustig und in gewohnter Richtung weiterging.

Quelle, Opel und die neue Regierung
Verzweifelte Menschen finden auch bei ansonsten stark rückläufigen Mitgliederzahlen in der Kirche in der Krise immer wieder Zuflucht, wie man auch bei den Gottesdiensten nachdem Amoklauf von Winnenden oder auch dem brutalen Überfall an einer S-Bahn- Haltestelle in München, bei der ein Unschuldiger zu Tode geprügelt wurde, sehen konnte. Vielleicht sucht nun auch die Politik Zuflucht in Gott, was ein Indiz dafür wäre, wie schlimm es um das Land bestimmt ist. Ob Gott da der richtig Ansprechpartner sein kann oder viel mehr sein sollte, ist wohl mehr als fraglich. Auf der anderen Seite gilt es festzuhalten, dass die Aufgaben, die auf die neue Koalition aus CDU, CSU und FDP zu kommen doch sehr groß sind und im Moment kann von Anpacken noch nicht wirklich die Rede sein. So wurde gerade erst die Steuersenkung auf Mitte 2010 verschoben und Kanzlerin Merkel (CDU) gab in der ARD sinngemäß zu verstehen, dass es für diese auch keine Garantie auf Punkt und Komma geben würde.

Während es an dieser Stelle also scheinbar offen bleibt, ob den Bürgern wirklich geholfen wird oder es doch so weitergeht, wie es bislang auch schon lief und der Sozialstaat weiter abgeholzt wird und die Gesellschaft immer mehr für die Fehler in der Wirtschaft bezahlen muss, wird sich bald zeigen. Natürlich hat sich erst einmal in Deutschland nichts geändert, so ist weiterhin offen, was aus Opel wird, denn der schon gefeierte Vertrag mit Magna ist noch immer nicht abschließend unter Dach und Fach, womit auch hier die Insolvenz weiterhin eine Option ist. Bei Thema Insolvenz ist man dann natürlich auch direkt wieder bei Quelle, wo sich gerade erst herausstellte, dass es die angekündigte Transfergesellschaft nicht geben wird und somit gleich noch mehr Menschen am Ende des Tages als Arbeitslose da stehen werden. Auch die Zockerei ohne jedes erkennbare humanitäre Gewissen, um immer höhere Gewinne auf Kosten der Mitarbeiter zu erzielen, scheint also im gewohnten Maße weiterzugehen. Auch hier muss der Staat, muss die neuen Regierung schnellsten einlenken und dies ohne gleich in kommunistische oder sozialistische Bahnen abzudriften.

Daimler und die Deutsche Bank
Deutschland auf einen besseren Weg bringen, beinhaltet aber noch viel mehr. Nehmen wir die Daimler AG, hier wurde laut dem NDR gerade bekannt, dass man selbst von Bewerbern nun schon Bluttests verlangt. Ein Arbeitsrechtler äußerte sich in der ARD dahingehend, dass man dies durchaus rechtlich ablehnen könnte, dies allerdings bei der heutigen Lage am Arbeitsmarkt nicht sinnvoll wäre. Hier sieht man scheinbar sehr deutlich in welchem Maß in Deutschland das Recht gebeugt wird und auch hier ist es an der Politik sich mehr für die Menschen im Land einzusetzen und so etwas nicht einfach so hinzunehmen. Es kann nicht sein, dass die neue Regierung wieder dem Weg folgt sich nicht gegen die Wirtschaft durchzusetzen und auch noch zu sagen, es sei kein Geld für mehr soziale Gerechtigkeit da. Die Wähler haben sich für diese Regierung entschieden, damit es in diesem Land endlich wieder gerechter zu geht und sich der hemmungslose und unbegrenzte Raubtierkapitalismus nicht weiter ausbreitet und die Zeit der faulen Ausreden ist schon lange vorbei, was natürlich gerade auch für die CDU und CSU gilt.

Wie gesagt, während die Politik in einer Art vorgezogenem Winterschlaf war, hat man in der Wirtschaft weiterhin Vollgas gegeben. So hat, laut verschiedenen Informationen aus den Medien, die Deutsche Bank gerade erst für 1,3 Milliarden Euro das Kölner Traditionsbankhaus Sal. Oppenheim übernommen. Überlegt man sich, wie sehr die Gewinne bei der Deutschen Bank wieder sprudeln, ist dies kaufmännische auf den ersten Blick auch gar nicht zu beanstanden aber man sollte immer das große Ganze im Auge haben und da kommt schon die Frage auf, was sich eigentlich seit Ausbruch der Weltwirtschaftskrise, bei der die Banken eine ganz erhebliche Rolle gespielt haben und auch noch immer spielen, wirklich verändert hat. Ein Großteil der Gewinne entspringt auch weiterhin dem bestens florierenden Investmentgeschäft und genau dies klingt nicht nach einem klaren und nachhaltigen Strategiewechsel. Die hier genannten Beispiele machen sehr deutlich, wo die Aufgaben der neuen Regierung in der nächsten Zukunft liegen werden und genau an diesen Aufgaben sollte man sie auch beurteilen und dieses Urteil auch in sein zukünftiges Handeln mit einbeziehen.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

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