Nur noch eine Minderheit für die Währungsunion
4. Oktober 2011
Eine Umfrage, die Ende der letzten Woche die Runde machte, ergab, dass sich in Deutschland nur noch eine Minderheit als Eurobefürworter sieht. Die Menschen wollen noch immer die gute, alte DM zurück. Wenn die Mehrheit eines Volkes etwas möchte, muss dem in einer Demokratie eigentlich nachgekommen werden, dass dies in diesem Fall natürlich nicht funktionieren wird, zeigt auch wieder, wie undemokratisch es auch in Deutschland zugeht. Die Europäische Union (EU) und natürlich der Euro stoßen auf immer mehr Widerstand in der Bevölkerung, was auch einer gewissen Logik folgt, denn die vielen Versprechen die es gab, lösen sich gerade alle immer mehr in Luft auf. Was bleibt sind Kosten, Mehrbelastung, die einem als Eigenverantwortung verkauft wird und in Folge dessen eine durch ansteigende Armut immer größer werdende Spaltung der Gesellschaft. Anstatt sich den Fakten, wie auch den hier geschilderten, zu stellen und dafür zu sorgen, dass nicht immer Menschen den Wahlen fernbleiben, da sie jegliches Vertrauen in die Demokratie verloren haben, unterstützt man aber lieber auch weiterhin die Wirtschaft, möge deren Kurs auch noch so aussichtslos sein. Man findet immer wieder ein Unternehmen in Baden-Württemberg oder ähnlichen Topregionen, wo man sich nicht beschwert, sondern guter Dinge ist, schaut man sich aber einfach einmal um und realisiert die Zeichen steigender Armut, zeigt sich das wahre Gesicht Deutschlands.
Dichter und Denker
Deutschland war einst das Land der Dichter und Denker, mittlerweile ist es mehr und mehr das Land der Leergutsammler und Multijobber, um nur einige Methoden zu nennen, wie Menschen irgendwie versuchen halbwegs über die Runden zu kommen. Es ist schon mehr als ein Armutszeugnis, wenn man mehr und mehr Rentner sieht die in Mülleimern nach verwertbarem Leergut suchen. Kinder sollen immer früher und immer langfristiger aus dem Elternhaus entzogen werden, damit beide Elternteile die Möglichkeit haben ihren Beitrag zum System zu leisten und anders ist Familie aktuell auch schon kaum noch zu stemmen, was auch zeigt, warum es massive Probleme mit den Geburtenraten gibt, denn wer geht schon vorsätzlich in die Armut. Nun ist bekannt, wie sich dieser nicht wirklich neue Kurs auf die Demografie auswirkt und dies lässt nichts gutes für die Zukunft vorhersehen, außer dass es wohl immer mehr Menschen geben wird für die mindestens zwei Jobs bzw. das Durchstöbern von Müll nach Leergut zum traurigen Alltag gehört, während die Nachrichten der etablierten Massenmedien weiter die leeren Worthülsen der Politiker von einem Aufschwung für alle verbreiten, als wäre es eine Realität. Genau diese haben aber auch im Kontext der Euroeinführung immer brav verbreitet, wie gut dies alles wäre. Was geblieben ist, ist der Fakt, dass man im Urlaub nicht mehr die Wechselkurse von anderen Währungen mitbedenken muss. Dem gegenüber stehen allerdings Berge von Negativpunkten.
Man fragt sich, so kurz nach der Einführung des Euros schon, wo sie hin ist, all die große Sicherheit, die großen Vorteil, die dem europäischen Volk versprochen worden sind. Gerade für Deutschland sieht es hier natürlich besonders düster aus, hat man doch eine Topwährung aufgegeben, um nun in einer Krisenwährung zu hängen, die man gerade auch in Deutschland nun mit unvorstellbaren Summen retten muss. Dies konnte natürlich niemand vorhersehen und es gibt auch keine Verantwortlichen für diese Situation, weder auf der Seite der Wirtschaft, noch auf Seiten der Politik. Auch so eine Lüge, die man in diesem Kontext immer wieder hört. Allerdings steht schon ohne Frage fest, egal wie man es dreht und wendet, wer für all dies bezahlen wird. Genau die, die auch damit klar kommen müssen, dass in Deutschland immer mehr Teilzeitarbeit, Leiharbeit und Praktikantenstellen den Arbeitsmarkt bestimmen. So etwas reicht in den meisten Fällen dann zwar kaum für ein menschenwürdiges Leben aus, ist allerdings auch eines dieser vielen schönen Bestandteile der Blendgranate mit dem Namen Arbeitslosenstatistik über die man sich in der letzten Woche auch wieder so sehr erfreute. Natürlich wäre es völlig falsch für all dies den Euro verantwortlich zu machen, denn er ist nur ein Baustein in einem, in seiner Gesamtheit gescheiterten Systems. Es ist ein weiterer Beweis des völligen Versagens derer, die für ihre vermeintlich so guten Leistungen, so gut bezahlt werden, sowohl in der Politik, wie auch in der Wirtschaft. Natürlich sorgt auch so etwas für steigende Unzufriedenheit, denn wären die Gelder, die in diesen Bereichen bezahlt werden, auch nur im Ansatz gerechtfertigt, würde es nun all die Krisen nicht geben.
Lenker und Henker
Es ist diese Art und Weise, die Selbstverständlichkeit mit der hier immer größere Summen, auch vom politischen Berlin aus, verschoben werden, um eine offensichtlich völlig miserabel vorbereitet und später durchgeführte Währungsunion noch irgendwie zu retten bzw. sich scheinbar Zeit dafür zu verschaffen, dieses riesige Machwerk des globalisierten Raubtierkapitalismus abwickeln zu können. Was man im Moment im Kontext des Rettungsschirms sieht, wird in seiner Gesamtheit am Ende dieser Odyssee auch nur ein Bruchteil dessen sein, was die Bürger Europas tatsächlich bezahlen dürfen. Man muss ganz klar anmerken, auch wieder unabhängig davon, welchem Blickwinkel man folgen mag, dass hier nicht irgendwelche Zufälle eine Rolle spielen, sondern es schlicht und ergreifend um politisches und wirtschaftliches Versagen geht und dies mittlerweile schon auf die Sicht von Jahrzehnten. Dieses Versagen ist zu einem Großteil allerdings auch nur Teil eines globalen, großen Schauspiels, denn es ist nicht so, dass hier Kapital vernichtet wird, welches durch das Blut, den Schweiß und die Tränen der Europäer immer wieder aufgefüllt werden soll, es wird einfach nur verschoben und die Menge wird im gleichen Maß größer, wie der Verzicht derer, die nun die Zeche wieder einmal zahlen sollen. Es entsteht hier letztendlich nichts anderes, als der Weg in einen europäischen Solidaritätszuschlag, ob man diesen jemals so benennen wird, darf bezweifelt werden aber man könnte ihn auch als Steuer getarnt oder ähnliches einführen. Man erkennt schon sehr genau, warum sich die Lenker dieses Systems immer mehr, als die Henker für die breite Masse der Menschen in Europa zeigen.
Die Schraube des Erträglichen ist schon längst völlig überdreht aber es geht weiter, immer weiter. Ebenfalls in der letzten Woche standen Gespräche in Richtung Osteuropa an, denn es gibt wohl auch dort Tendenzen, was den Ausweitungswahn der Europäischen Union (EU) angeht. Wenn mittlerweile Staaten, wie zum Beispiel Aserbaidschan im Kontext der EU auftauchen, wird es doch sehr spannend. Es belegt auf der einen Seite natürlich sehr schön, warum sich auch der europäische Fußball hier so engagiert, ist Fußball doch scheinbar noch für viel mehr gut, als nur um die Massen abzulenken. Auf der anderen Seite fragt man sich natürlich, was all dies noch mit Europa zu tun hat. Was folgt? Wie durch Zauberhand haben sich in letzter Zeit doch auch einige Regierungsformen in Nordafrika, zum Beispiel auch durch den humanitären Einsatz von NATO-Bombern, soweit verändert, dass man vielleicht in den Hinterzimmern von Brüssel bis nach Straßburg schon darüber nachdenkt, sich auch hier noch auszuweiten. In allen Fällen wird man den Menschen dann irgendwann einmal erzählen können, wie gut dies alles für sie ist, könnte man dann doch gleich auf drei Kontinent mit dem Euro bezahlen. Bis dahin muss man aber erst einmal den Kerneuropäern erklären, wie man deren Kernprobleme lösen will und wie man gedenkt irgendwann einmal gegen eine europäische Bevölkerungsmehrheit regieren zu wollen, die weder dieses Staatenbündnis toleriert, noch die dazugehörige, ebenfalls längst schon gescheiterte Währungsunion. Man sollte das Haus Europa in dieser Form schließen bevor es in Flammen aufgeht.
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