fairschreiben

Die Wahrheit des Wortes

fairschreiben header image 2

Noch mehr Tiefschläge gegen den Euro

15. Juni 2011

Da war es am gestrigen Tage wieder soweit und die Hüter des Euros trafen sich erneut um zu schauen, wie man den Untergang des Euros und das damit wahrscheinlich verbundene Ende der Europäischen Union (EU) am verträglichsten für alle Beteiligten gestaltet. Diesen Kontext müsste man finden, wenn man die Sache ehrlich betrachtet aber Ehrlichkeit hat in der heutigen Gesellschaft nun einmal scheinbar keinen allzu großen Stellenwert mehr, also geht die Geschichte weiter, wie bisher auch. Wen all dies am Ende des Tages, wie viel kosten wird, was es für Europa ganz allgemein bedeuten wird und viele weitere spannende Fragen, die vor allem die Bürger betreffen, bleiben auch weiterhin unbeantwortet. Für diesen Fakt gibt es natürlich einen guten Grund. Wenn man den Menschen in Europa erklären würde, wie kläglich das Gebilde des Euros aber auch die EU gescheitert ist, man aber trotzdem daran festhalten möchte, würde dies wohl zu einem Volksaufstand führen, den man wohl kaum kontrollieren könnte. Das Problem ist nur, dass das Ende, realistisch betrachtet, vielleicht noch ein wenig rauszuzögern ist aber wohl kaum zu verhindern ist. Auch beim gestrigen Treffen biss man sich wieder im Schwerpunkt an Griechenland fest, anstatt das gesamte Problem auf den Tisch zu bringen und dies geht weit über Griechenland hinaus.

Warum soll ich sparen?
Und wieder eines dieser EU-Finanzministertreffen, welches eigentlich gar nicht nötig wäre, hätten die Politiker in Europa in der Vergangenheit ihre Hausaufgaben ordentlich gemacht. Schaut man sich die Probleme Griechenlands an, stellt man bald fest, dass der Grund all dieser Probleme, weit, weit in der Vergangenheit liegt, also von den so genannten, hochbezahlten Experten hätte durchaus früher erkannt werden müssen. Hätte man aber auch ein solches Problem, welches klar gegen eine Europäische Union (EU) und vor allem gegen den Euro spricht, früh genug auf den Tisch gebracht, würde es dieses globalisierte Gebilde jetzt gar nicht geben. Man sieht hier ein weiteres massives Problem für welches die Bürger nun aufkommen sollen. Nun ist es aber so, dass kaum ein Grieche bereit ist seinen Lebensstil, die Gewohnheiten der letzten Jahrzehnte einfach so abzulegen. Dies, und dann natürlich in einer äußerst radikalen Form, wäre allerdings der einzige kleine Ansatz die Staatsfinanzen halbwegs so flott zu bekommen, dass die Situation noch zu entschärfen wäre. So lang dies nicht geschieht, werden die Probleme auch weiterhin nur vertagt und immer, immer teurer und dies natürlich nicht nur für die Griechen, sondern vor allem auch für die Geberländer, also vor allem auch für die Bundesrepublik Deutschland. Bisher hörte man aus dem politischen Berlin oft genug, dass man sich eine solche Rettungsaktion durchaus leisten könnte, schließlich tobt in Deutschland der Aufschwung, mittlerweile scheint sich aber auch hier die Lage drastisch verändert zu haben und man sieht auch Gefahren für die deutsche Wirtschaft.

Man sieht schon an diesem, nicht wirklich überraschenden Fakt, dass es auch hier über kurz oder lang zu einer harten Realitätsanpassung kommen wird, denn aktuell erkennt man schon gut, dass der Aufschwung nur in den Taschen einiger, weniger Personen ankommt. Die Sparmaßnahmen, die gut getarnt daher kommen, werden allerdings im Schwerpunkt vor allem wieder die schwer treffen, die jetzt schon leiden. Wenn ein Staat sparen muss, und dies gilt auch für Deutschland, wie die jüngste Vergangenheit bewiesen hat, bedeutet dies vor allem mehr Eigenverantwortung für die Bürger und dies bedeutet in der Regel nichts anderes, als weitere, tiefe Einschnitte im Sozialen. Die Bürger müssen dann halt in Zukunft noch mehr für ihre Krankenversicherung bezahlen und natürlich auch mit weiteren Eigenanteilen rechnen. Dies wird es aber mit Sicherheit dann noch nicht alleine gewesen sein, denn natürlich wird es auch immer weniger Geld für Bereiche, wie zum Beispiel Bildung und Kultur geben. Öffentliche Einrichtung werden auch weiterhin geschlossen oder privatisiert, womit natürlich für das geschmälerte, verbliebene Angebot die Eintrittsgelder und ähnliches weiter nach oben getrieben werden. All dies führt am Ende des Tages dazu, dass man, wie bereits eben erwähnt, weniger in der Tasche hat, womit man von einer Art erzwungenen Sparmaßnahme sprechen kann. Auch in Deutschland wird man sich natürlich die Frage stellen, warum jeder selbst nun für das Versagen der Politik und natürlich auch der Wirtschaft, sparen soll, während in Berlin und Frankfurt das Geld für eine Minderheit weiter sprudelt.

Was bringt die Zukunft?
Leider sind die Aussichten bei der Beantwortung dieser Frage nicht sehr rosig, denn der Filz, der sich über die Jahrzehnte gebildet hat, wird wohl kaum sofort verschwinden. Man muss sich nur einmal die Vita des aktuellen Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble (CDU) anschauen und hier vor allem die Zeit um die Jahrtausendwende. Da kommen Fragen auf, ob ein Mensch mit einer solchen Vergangenheit wirklich in der Lage ist, die Finanzen der BRD im Sinne der Bürger zu vertreten. An dieser Stelle sprechen wir nun natürlich erst einmal nur von der nationalen Ebene und noch nicht von den Verflechtungen der Damen und Herren, die einem europäischen Traum hinterher rennen, von dem man schon vor Jahren, um nicht zu sagen Jahrzehnten, hätte wissen müssen, dass er zum Scheitern verurteilt ist und sich ganz schnell in einen Albtraum umkehren könnte. Es gab ausreichend Stimmen, die immer wieder davor gewarnt haben, was nun an die europäische Tür klopft aber ihre Meinung galt als Pessimismus. Heute sieht man immer deutlicher, dass es sich nicht um Pessimismus, sondern um eine realistische Einschätzung der Zukunft, die die heutige Gegenwart darstellt, gehandelt hat. Dies erkennt man auch in Deutschland sehr schmerzhaft, denn man vermisst in der jüngsten Zeit doch eine Aussage sehr massiv. All die Rettungsschirme kosten die Bürger eigentlich gar kein Geld, da es nur um Bürgschaften und ähnliches geht, konnte man auch immer wieder von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hören. Aktuell findet man diese Aussagen nicht mehr und man ahnt warum.

Kanzlerin Merkel (CDU) lässt sich in diesen Tagen lieber in Washington D.C. feiern und nimmt von US-Präsident Barack Obama die Freiheitsmedaille, die höchste zivile Auszeichnung der USA, entgegen. Natürlich ist Merkel (CDU) mit Obama in bester Gesellschaft, schließlich taumelt auch er am Rande des Staatsbankrotts herum und auch hier scheint es nur noch eine kurzfristige Frage der Zeit zu sein, bis dieser auch auf dem Papier eintritt. Faktisch gelten für die USA die gleichen Tatsachen, wie auch für die EU und dies bedeutet die Pleite. Womit man vom Bankrott der westlichen Welt sprechen kann und dies etwas mehr als 20 Jahre nachdem man damit begonnen hatte, den Sieg des Kapitalismus über alle anderen Systeme zu verkünden und zu zelebrieren. Da kann man durchaus von etwas voreiliger Freude sprechen. Übrigens sollte man bedenken, dass es in dieser gesamten Situation nicht nur Verlierer gibt, es gibt auch einen ganz großen Haufen an Gewinnern aber diese findet man nicht in der breiten Masse der Bevölkerung, denn die werden auch weiterhin dafür bezahlen, dass es genau diese Gewinner auf der anderen Seite gibt, wenn sie sich nicht solidarisch erheben und diesem Spuk ein Ende setzen. So lang dies nicht geschieht und im Moment sieht es so aus, als würde selbst das aktuelle Szenario dafür noch nicht ausreichen, feiern alle lustig und munter das Ende der Weltwirtschaftskrise und den Aufschwung. Noch mehr Hohn bekommt man wohl nirgends auf diesem Planeten geboten.

Freude teilen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • email
  • Facebook
  • Fark
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • LinkedIn
  • Twitter


Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 2 Kommentare ↓

  • 1 Regina Nußbaum // 17. Jun 2011 at 20:13

    Lieber Thorsten,

    dein klarer Blick für die Lage hinter der Fassade tut immer wieder gut.
    Liebe Grüße. Regina

  • 2 Art for Europe » Spaltet die Armut auch die Kultur? // 27. Jun 2011 at 06:37

    [...] mittlerweile nur darüber lachen kann, dies gilt natürlich speziell auch in der aktuellen ökonomischen Situation der westlichen Welt. Interessanterweise kommt diese Frage sehr häufig von Menschen, die in den nächsten 20 [...]

Schreib was dazu