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Die Wahrheit des Wortes

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Nina und die FANTAstische Freiheit

28. Januar 2011

Es ist wirklich traurig, wie schlimm es um die Musikindustrie bestellt ist. Denn scheinbar haben doch immer mehr der Musiker, die man durch aus zu den Großen zählen kann, Nebenjobs in der Werbeindustrie nötig. Egal, ob man Nina Hagen, Thomas D. oder die Fantastischen Vier nimmt, sie begegnen einem immer häufiger in Werbespots und es ist sehr interessant für was und vor allem in welcher Form sie werben. Ob dies gut für ihr Image und ihre Glaubwürdigkeit ist, darf allerdings wohl zum Teil auch bezweifelt werden. Man kann nun natürlich sagen, dass es nur fair ist sich weitere Betätigungsfelder zu suchen, gerade in einer Zeit in der die Musikindustrie so leidet. Außerdem haben Stars und Sternchen schon immer Werbung gemacht, also ist es auch nichts wirklich Neues. Was allerdings tatsächlich bedenklich ist, ist wie sich mancher Star verkauft und dann in der Werbung auftritt. Hier muss man sich manchmal fragen, ob die Fans hinters Licht geführt werden oder die Werbekunden. Wahrscheinlich ist es von beidem etwas, was die Sache natürlich mit Sicherheit nicht besser macht.

Spielende Jungs
Nehme wir die Fantastischen Vier und ihr Werbeengagement für einen großen Spielkonsolenhersteller. Sie haben Spaß und es zeigt sich, dass man als Zielgruppe nicht nur junge Menschen haben möchte, sondern auch durchaus junggebliebene Erwachsene mit dem beworbenen Spieleangebot erreichen möchte. Diese Art kann man den Jungs wirklich noch abnehmen, es fühlt sich authentisch an und passt irgendwie auch zu dem, wie sich die Band sonst verkauft. Hier stellt sich eigentlich nur die Grundsatzfrage, ob Vorbilder, welche die Fantastischen Vier in jedem Fall sind, für ein Produkt, über welches sich mindestens streiten lässt, da es doch gerade auch Kinder und Jugendliche massiv an den Fernseher bindet, werben sollten. Diese Diskussion ist allerdings so grundlegend, dass man sie wohl kaum in der Kürze eines solchen Artikels führen könnte. Aber man trifft die Stuttgarter Jungs nicht nur in diesem Bereich der großen, weiten Konsolenspielwelt, die scheinbar auch ganz nebenbei zu einer Art Massenberuhigungsmittel geworden ist, schließlich gibt es scheinbar Kräfte, die die Massen einfach ruhigstellen wollen und da waren Spiele schon immer eine gute Möglichkeit.

Teile der Band werben auch für das bekannteste Onlinerollenspiel und hier verhält es sich ähnlich, wie im gerade genannten Bereich der Spielkonsolen, denn auch hier gilt es natürlich den Ablenkungsfaktor zu berücksichtigen, den man natürlich auch mit der Werbung unterstützt. Ansonsten muss man aber auch sagen, dass hier eine hohen Authentizität gegeben ist und man es den Protagonisten abnimmt. Natürlich unterstützt all dies aber auch die heutige Zeit, wo sich der Bogen zur Musikindustrie auch wieder schließt, denn dass all die Neuerung dieser Zeit nicht jedem gut tun, dürfte man gerade im Bereich der Musik in den letzten Jahren schmerzhaft gelernt haben. Somit schaufelt man mit solchen Werbeausflügen auch ein Stückchen mit an seinem eigenen Grab. Nun sind die Fantastischen Vier aber schon lange genug im Geschäft um zu wissen, was sie da tun und man darf deshalb davon ausgehen, dass von dieser Seite keine Beschwerden über das System kommen werden. Das solche Werbung natürlich auch das Image kommerzieller macht und vielleicht manch einen Fan abschreckt, scheint damit natürlich billigend in Kauf genommen zu werden. Man darf auch nicht davon ausgehen, dass es sich bei den angesprochenen Werbungen um ehrenamtliche Arbeit dreht, sondern auch hier fleißig mitverdient wird.

Das soll Freiheit sein?
Wie im richtigen Leben auch, hat Thomas D. auch in der Werbung noch ein Soloprojekt und zwar macht er Werbung für das große, magentafarbene Telekommunikationsunternehmen. Hier wird es natürlich gleich wesentlich kritischer, denn auch wenn es hier natürlich um Musik geht, also um den Bereich seiner Kernkompetenz, wird es schwer das Image des Rebellen und dieses Werbeengagement unter einen Hut zu bekommen. Denn lauscht man den Texten von Thomas D. einmal in Ruhe, zeigt sich hier doch auch ein gewisser Kampfgeist gegen das System. Da man das gerade angesprochene Telekommunikationsunternehmen durchaus als einen der Träger dieses Systems ansehen darf, passt dies nicht wirklich und man fragt sich, ob die Texte nun nicht so gemeint sind oder ob es auch bei ihm nur eine Frage des Geldes ist, um diesem Unternehmen eine Volksnähe zu verpassen, die viele Menschen oft vermissen. Egal wie man es sieht, förderlich für das Image von Thomas D. sind beide Varianten nicht.

Eine andere Werbung dieses Kommunikationsgiganten zeigt Nina Hagen und dies haut dem Fass wirklich den Boden aus. In Kurzform erzählt Nina Hagen hier ihre Vita und will tatsächlich erklären, dass für sie ein Produkt des Kommunikationsriesen, die große Freiheit sei. Das eine Frau mit einem solchen Background, so für ein Unternehmen wirbt, welches nicht nur ein Mal Probleme mit Spitzelaffären hatte, macht sie und ihr Lebenswerk absolut unglaubwürdig. Vielleicht zeigt sie aber auch einfach nur ihr wahres Gesicht und in Zeiten in denen es scheinbar nichts größeres als das Dschungelcamp bei RTL gibt, scheint sehr viel möglich zu sein. Wer weiß schon was als nächstes kommt und was einem dann als Freiheit verkauft wird. Dieses letzte Beispiel aus diesem Bereich, ist ein Beispiel dafür, wie sehr man sein lange Jahre in der Öffentlichkeit aufgebautes Image im Eiltempo selber untergraben kann. Ganz nebenbei ist es natürlich auch ein erschreckendes Signal, wer sich für solche Werbung mittlerweile alles hergibt und auch dies ist kein gutes Zeichen für unsere Gesellschaft und man fragt sich, warum manch einer aus dem Dschungelcamp oder auch aus manch fragwürdiger Werbung nicht solches Engagement für eine bessere Gesellschaft aufbringt.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Kultur · Medien · Wirtschaft

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