fairschreiben

Die Wahrheit des Wortes

fairschreiben header image 2

Niemals um eine Ausrede verlegen

3. Februar 2011

Und wenn in Deutschland jemals der Tag kommen sollte, an dem niemand mehr Arbeit hat von der man den Lebensunterhalt menschenwürdig bestreiten kann, würde den Verantwortlichen auch noch eine Ausrede einfallen, warum all dies zum großen deutschen Aufschwung gehört. Genau diesen Meistern der unglaubwürdigen Ausreden sei verraten, dass ihnen immer weniger Menschen glauben. Um dies zu verstehen, sollten sie sich vielleicht einfach einmal auf den Strassen im Land umhören, allerdings müssten sie dafür ihre Elfenbeintürme verlassen. Anfang der Woche erschienen die aktuellen Arbeitslosenzahlen und man kann nicht behaupten, dass die Richtung unter 3 Millionen Arbeitslose zeigt, die Tendenz zeigt eher genau in die andere Richtung. Der DAX klettert munter vor sich her und dem schließen sich die Arbeitslosenzahlen einfach einmal an. Dies folgt übrigens einer gewissen Logik, denn wer Menschen entlässt, spart Lohnkosten und hat somit bessere Chance auf höhere Gewinne, deshalb steigen auch die Aktienkurse von Unternehmen die bekannt geben, dass sie Stellen kürzen wollen.

Der böse Winter
Man kann den Menschen natürlich nun sehr schlecht verkaufen, warum im oft beschworenen Aufschwung plötzlich die Arbeitslosenzahlen massiv nach oben gehen, schließlich würde die Wahrheit zum Beispiel einen Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), aber auch andere Mitglieder der Bundesregierung unter Angela Merkel (CDU), entlarven. Es wäre natürlich nicht die Tigerentenkoalition, wenn man nicht auch hier schnell eine Ausrede am Start hätte und zwar den Winter. So erklärt man sogar, dass die Zahlen ohne dieses überraschend plötzlich auftretende Wetterereignis, eigentlich rückläufig wären, was natürlich die Thesen eines Brüderles (FDP) untermauert. Wo man sich die Bälle so zu spielt, kann man wohl durchaus von einem eingespielten Team sprechen. Alles in allem sieht man, dass es dem Land, welches vom Land der Dichter und Denker zum Land der Leergutsammler wurde, wesentlich besser geht als manch einer dachte, so möchten es zu mindestens die verkaufen, die den realen Zustand verursacht haben und dieser sieht etwas anders aus. Man darf einige Details im Kontext der Arbeitslosenzahlen ganz allgemein nicht vergessen, denn mit der Realität haben diese so oder so schon lange nichts mehr zu tun.

Fast jede Bundesregierung hat in ihrer ganz eigenen Art Einfluss auf diese Zahlen genommen und Tricksereien, wie man es im Volksmund nennt, gehören hier zum guten Ton. Aktuell gibt es mindestens einen gefühlten Rekord an Maßnahmen, die Menschen aus der Arbeitslosenstatistik fernhalten, dies hilft den Menschen kein Stück weiter aber der Politik und dem Machterhalt der dortigen Protagonisten umso mehr. Würde sich eine Regierung trauen, die tatsächlichen Zahlen zu veröffentlichen, wer alles arbeitslos in dem Sinne ist, was sich die breite Masse darunter vorstellt, hätten wir in Deutschland Massenarbeitslosigkeit. Ein Begriff den natürlich keine Regierung mit ihrer Amtszeit verknüpfen will. Hierbei reden wir übrigens von einem Zeitrahmen, den man nicht mehr mit einem Winter erklären kann, da müsste man schon eine ganze Eiszeit zur Hand nehmen, um es zu erklären. Nicht umsonst gibt es so viele Maßnahmen von den Ämtern, die so vielen Menschen sinnlos vorkommen, denn der Hauptsinn dieser Aufgaben scheint es eben zu sein, die gerade angesprochenen Zahlen zu schönen. Man findet natürlich auch in einem solchen Verhalten Gründe für die allgemeine Politikverdrossenheit, denn auch diese Zahlenschiebereien kann in diesem Land niemand mehr sehen und es geht noch einen Schritt weiter, denn die nächste Frage ist, was es in Deutschland bedeutet Arbeit zu haben.

Der Trend geht zum Zweitjob
Verlassen wir einmal den Bereich der Arbeitslosenstatistik und widmen uns den Menschen in Deutschland die noch eine Arbeit haben und auch hier findet man zum Teil dramatische Zustände vor. Wenn man einmal den immer größer werdenden Anteil an Alleinerziehenden und Siglehaushalte weglässt und sich den verbleibenden Familien mit Kindern widmet, stellt man schnell einen erstaunlichen gesellschaftlichen Wandel fest. Es ist mittlerweile zur Normalität geworden, dass beide Elternteile, am besten ganztags, arbeiten gehen. Kindererziehung findet da nur noch zwischen Feierabend und dem ins Bettgehen statt, denn nur so ist der medial aufgebaute normale Lebensstandard noch zu meistern. Was das für die Familie allgemein und damit für die Zukunft der Gesellschaft bedeutet, mag man sich gar nicht vorstellen. Vielfach reicht aber auch dies nicht aus und somit geht der Trend mehr und mehr zum Zweitjob, was natürlich den Stress erhöht und somit die Lebensqualität weiter absenkt. Dies sagt aber auch einiges über das Lohnniveau aus, welches in einem mehr und mehr durch Leiharbeit geprägten Land vorherrscht.

Man sieht deutlich, dass die Probleme nicht nur die reinen Arbeitslosenzahlen, egal wie man sie liest oder interpretiert, sind, sondern die Probleme im Land noch wesentlich weitreichender sind. Natürlich darf es bei solchen Zuständen auch niemanden wundern, wenn die Zahlen im Bereich psychosomatischer Erkrankungen immer weiter ansteigen aber auch hier für wird es passende Ausrede geben, davon kann man einfach einmal ausgehen. Viele Menschen mag man mit solchen, wie die pure Propaganda anmutenden Ausreden auch im Moment noch davon überzeugen, wie gut es Deutschland geht, dass man der wirtschaftliche Motor der Europäischen Union (EU) ist und es viele Staaten auf dieser Welt gibt, denen es noch viel schlechter geht als Deutschland. All dies bezweifelt auch niemand aber es stellt auch nicht im Ansatz so etwas wie eine Lösung dar und diese muss es schnellstens geben. Das bisherige System hat versagt, wie auch immer man es dreht und wendet, dies zeigen die tatsächlichen Arbeitslosenzahlen, genauso wie der Kollaps des Gesundheitswesens oder auch der des Rentensystems, also ist es die Aufgabe der Politik für einen angemessenen Systemwandel zu sorgen, bevor die Lage völlig eskaliert.

Freude teilen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • email
  • Facebook
  • Fark
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • LinkedIn
  • Twitter


Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Der BALLacker » Griechenland 2012 // 19. Jun 2012 at 11:32

    [...] klimatischer Hinsicht überwiegt vor allem das mediterrane Klima mit feucht-milden Wintern und trocken-heißen Sommern. Dabei ist es im Winter an der Küste sehr mild. Schnee [...]

Schreib was dazu