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Die Wahrheit des Wortes

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Nichts wird Knut

22. März 2011

Man erinnert sich noch gut an Knut. Dieser so süße, kleine Eisbär aus dem Berliner Zoo, der vor allem immer wieder dafür herhalten musste die Massen von den wirklich wichtigen Nachrichten abzulenken. Alles wurde Knut. Aber die Geschichte sollte sich tragisch entwickeln. So verstarb zu erst der Pfleger und Ersatzvater von Knut, Thomas Dörflein und nun kam auch noch Knut selbst im Alter von nur vier Jahren im Berliner Zoo ums Leben. Es scheint als hätte sich dieses großes Ablenkungsmanöver der Medien genauso fatal und schrecklich entwickelt, wie die reale Nachrichtenwelt selbst. Es wird schwer für die aktuelle Nachrichtenlage, von einem GAU im japanischen Atomkraftwerk (AKW) Fukushima, wo man noch immer am Rande des Super-GAUs steht und dem nächsten fatalen Krieg, der gerade in Libyen begonnen hat, nun noch ausreichendes Ablenkungspotenzial zu finden. Die Welt muss sich zwangsläufig mehr und mehr den Realitäten stellen und das sind in diesen Tagen keine guten. Man muss auch einräumen, hätten die Medien und hier vor allem ein Großteil der etablierten Massenmedien, ihren Job vorher besser gemacht, wäre nun vieles immerhin nicht ganz so überraschend.

Barack Obama und seine Kriege
Hatte sich die Welt doch über Barack Obama gefreut, denn er wurde in einer nie da gewesenen Art und Weise dadurch an die Macht gebracht, dass die Medien die Massen so beeinflussten, dass sie ihn wählten. Nun wäre es aber zu einfach nur den Medien die Schuld zu geben, denn die Massen haben es auch nicht für nötig gehalten, sich ausreichend zu informieren, sondern haben es vorgezogen sich von Soaps und Browserspielen ablenken zu lassen, also tragen sie auch zu einem gewissen Teil selber die Verantwortung. Da waren Showgrößen wie Bono Vox von U2 oder auch Pink, die mit ihren Anti-Bush-Kampagnen natürlich auch vieles zum Wahlsieg Obamas beitrugen und wie viel Ernsthaftigkeit hinter alldem stand, merkt man im Moment, denn wäre ihr Friedenswille etc. nicht geheuchelt gewesen, müsste sie sich nun ebenso massiv gegen Barack Obama einsetzen, was sie natürlich noch unglaubwürdiger machen würde. Barack Obama hat mittlerweile den Friedensnobelpreis und bedankte sich auf seine ganz eigene Art und Weise, in dem er dem Gefangenlager Guantanamo zu einem zweiten Frühling verhalf und Libyen angriff. Ein offener Schlag in das Gesicht des Nobelpreiskomitees. Kriege zu führen, um den Menschen dort die Demokratie des Westens zu bringen und sie vor Giftgas zu beschützen, wie Obama es nun in Libyen tut, kennt man übrigens noch von George W. Bush im Irak und Afghanistan.

Nun ist Libyen und Muammar al-Gaddafi ganz etwas anderes. Diese These glaubt doch keiner mehr, oder? Da zog die westliche Welt, denn natürlich agieren die USA auch hier nicht alleine, ihre Kriegsflotten im Mittelmeer zusammen und es hieß dies geschehe nur zur humanitären Hilfe von Flüchtlingen. Jetzt regnet es Bomben über Libyen und die Bilder beeindrucken kaum noch einen, denn es ist kein Krieg, sondern wieder nur ein Einsatz für das Gute. Man fragt sich, wie abgestumpft die Menschheit eigentlich schon ist. Vergessen scheint da allzu oft, dass hier wieder auf westliche Waffen gebombt wird und auch hier findet man massive Parallelen zu den oben genannten Kriegen, erst rüstet man die Länder auf und verdient somit gutes Geld und dann legt man alles in Schutt und Asche, um danach durch den Wiederaufbau noch mehr zu verdienen aber natürlich auch durch die weitere Ausbreitung des raubtierkapitalistischen System, getarnt als die Demokratie nach westlichem Vorbild. Auch hier sieht man eine Form der weltweiten Globalisierung und zwar eine äußerst kriegerische. Es wird auch immer schwerer gegen all dies zu protestieren, denn wenn man sagt, kein Blut für Öl, müsste man in Libyen noch etwas weitergehen und sagen, kein Blut für Energie. Denn am Ende des Tages gibt es Kräfte, wie zum Beispiel Desertec, die sich eine befriedete, stabile Situation im Sinne der westlichen Welt dort wünschen, um in der Sahara Solarenergie im großen Stil gewinnen zu können.

In Japan wartet man auf den Knall
Wenn man nun auf all diese Energien für eine saubere und friedlichere verzichten will und auch noch das nächste aktuelle Problem, die katastrophale Lage im Kontext des japanischen Atomkraftwerkes (AKW) Fukushima, mit einbezieht, wird es bald sehr dunkel und unangenehm auf diesem Planeten werden. Dem gegenüber steht natürlich der Systemkollaps, den man gerade miterleben kann und muss, der beweist, dass es noch viel dunkler und unangenehmer auf diesem Planeten wird, wenn man so weiter macht wie bislang. Der GAU im AKW von Fukushima, den man medial genauso durch die Hintertür salonfähig machte, wie die Kriegsschiffe vor der libyschen Küste, ist wahrscheinlich noch lange nicht alles. Denn in diesen Tage diskutiert man immer häufiger, das Einbetonieren der gesamten Anlage, womit man sich immer mehr an Tschernobyl und einen Super-GAU herantaste. Nach und nach kommen immer mehr Dinge ans Tageslicht, die vorher in den Medien schön heruntergespielt worden waren, wie zum Beispiel verseuchte Lebensmittel und ebenfalls verseuchtes Trinkwasser bis in die Rohrleitungen Tokios. Noch ist all dies kaum gefährlich für die Menschen dort aber, wie bereits erwähnt, sind die westlichen Kriegsschiffe vor Libyen auch nur zu humanitären Zwecken dort. Man sieht, wie sehr man sich auf die Massenmedien verlassen kann, gerade auch wenn sie immer mehr Quellen, wie zum Beispiel die Verursacher selbst und You Tube nutzen.

Genauso schnell, wie sich in diesen Tagen die Katastrophen auf der Welt ausbreiten und damit ist auch der Krieg in Libyen gemeint, genauso schnell machen sich auch die etablierten Massenmedien unglaubwürdig und dies gilt für Privatsender, genauso wie für die Öffentlich-Rechtlichen. Bei den letztgenannten kommt nur noch das Problem hinzu, dass sie zu einem großen Teil über die Zwangsabgabe der GEZ-Gebühren finanziert werden und wenn man dann scheinbar nicht im bestmöglichen Maß informiert wird, stellt sich die Frage nach deren Rechtfertigung noch massiver, als sie es so oder so schon tut. Es wird sich noch zeigen, wie unvorstellbar schlimm die Atomkatastrophe von Japan wirklich ist aber erst dann, wenn die Menschen es weitestgehend verdrängt haben und auch diese Taktik stellt kein neues Verhalten in der Medienwelt dar, denn so machte man es auch schon mit Tschernobyl, um jetzt ganz zynisch zu hinterfragen, warum man aus alldem nichts gelernt hat. Man sieht es wird immer schwerer, in der heutigen Welt, noch für etwas Gutes zu kämpfen aber auch hier muss man die Schuld ein wenig bei den Massen selbst suchen, denn sie haben sich Jahre, um nicht zu sagen Jahrzehnte lang, viel zurückhaltend verhalten und dies ist nun der Preis. Wenn die Welt sich nun wieder so verhält, wie bislang auch, wird sich auch diesmal nichts verändern und die Katastrophen und Folgen werden immer schlimmer und kommen auch der westlichen Welt immer näher, auch das muss man so sehen. Es wird eben nichts Knut im Moment.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Medien · Politik · Technik · Umwelt · Wirtschaft

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