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Die Wahrheit des Wortes

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Neues vom Papst?

24. November 2010

Genau einen Monat vor dem Heiligen Abend, einem der großen christlichen Feste, kurz vor der besinnlichen Adventszeit, die in diesem Jahr von terroristischen Bedrohungslagen und einem weiteren Anstieg des Konsumterrors geprägt ist, gibt es Nachrichten aus dem Vatikan. Um es  noch genauer zu sagen, gibt es Neues von Papst Benedikt XVI. aber gibt es da wirkliche Neuigkeiten? Viele Menschen und vor allem natürlich auch sehr viele Christen warten schon lange, lange Zeit darauf, dass es endlich einmal Neuigkeiten aus dem Vatikan gibt, immerhin lebt man in einer Zeit des völligen Werteverlustes, in einer Zeit ohne Nachhaltigkeit. Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch kirchenintern genug Fakten, die Aufklärung und vor allem eine klare Beurteilung durch den Papst bedürfen. Alles in allem kann man sagen, dass die Erwartungshaltung an Rom in Deutschland aber letztendlich auch weltweit doch ziemlich groß ist.

Eine Nation als Papst
Man erinnert sich noch gut an die Zeit, als ein Deutscher zum Papst wurde und mit ihm natürlich ganz Deutschland und genau hier sitzen nun die Wurzeln für ein weiteres Problem für dieses Land. Dadurch, dass nun plötzlich jeder Bundesbürger ein bisschen Papst war, fallen nun natürlich auch alle dunklen Schatten von Papst Benedikt XVI. auf all die vielen, kleinen deutschen Päpste. Das größte Problem für den Papst in seiner bisherigen Amtszeit waren natürlich die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche und letztendlich sind sie dies bis zum heutigen Tage und dies wirft natürlich auch dunkle Schleier über die Bundesrepublik. Denn die Gesellschaft, wie auch die Politik haben im Kontext von Glaubensfragen im Moment eigentlich genug mit dem Islam zu tun. Eigentlich sollten die hier entstehenden Diskussionen für den Bereich der Glaubensfragen auch völlig und ganz ausreichend sein aber auch dank dem Papst aus Bayern, gibt es eben noch einige Probleme mehr, die hier zu schaffen machen.

Während man sich in Deutschland im Moment im Bereich Integration aber auch im Bereich einer terroristischen Bedrohungslage massiv mit dem Islam auseinandersetzt und dies auch nicht immer gerade auf eine sehr sachliche Art und Weise, fehlt diese Auseinandersetzung teilweise im Bereich der katholischen Kirche. Man sollte nun nicht den Fehler begehen und Terrorismus und Kindesmissbrauch gegeneinander aufrechnen, man sollte aber bei allem immer auch berücksichtigen, dass beide Religionen im Zusammenhang mit Straftaten stehen, auch dies ist ein Fakt. Die Gläubigen selbst verhalten sich in beiden Fällen ähnlich. Es gibt Katholiken, die das Thema Kindesmissbrauch einfach ignorieren und so weitermachen wollen, als würde dieses Thema in der katholischen Kirche gar nicht existieren aber es gibt auch hier Gläubige, die es verurteilen und dies geht zum Teil soweit, dass sie aus der Kirche austreten. Umgekehrt gibt es Moslem, die eine brutale und menschenverachtende Anwendung bzw. Interpretation des Korans als legitim einstufen, genauso wie es Moslems gibt, die genau dies ablehnen.

Heimspiel
Man kennt es aus dem Bereich Fußball, Heimspiele haben immer etwas ganz besonderes und geben der Heimmannschaft auch besondere Kraft, ähnlich scheint es sich bei Papst Benedikt XVI. zu verhalten. Erst vor einigen Tagen hörte man aus dem Vatikan, dass der Papst im Herbst 2011 seine alte Heimat Deutschland besuchen werde, quasi sein ganz persönliches Heimspiel. Ob seine Fans oder um es korrekt zu sagen die Gläubigen ihm dann wirklich noch, wie ansonsten üblich, auch den Rücken stärken werden, bleibt abzuwarten. Schaut man sich die Medienpräsenz des Heiligen Vaters in dieser Woche an, scheint all dies auch eine gekonnte und zum Teil wohl auch geglückte PR-Kampagne zu sein. Nun muss man natürlich einräumen, dass man vom Oberhaupt der katholischen Kirche mehr erwartet, als reine PR-Maßnahmen. Leider nutzt der Papst auch diese große Chance im Moment nicht, denn wenn man schaut, was in diesen Tagen rüberkommt, stellt man fest, dass der Papst als Person und nicht der Glaube oder gar seine Schäfchen im Vordergrund stehen. Es wirkt teilweise im Blätterwald schon fast, wie ein gewisser Personenkult.

Die massiven Probleme in der deutschen, wie auch in der europäischen Wirtschaft und Gesellschaft wären alleine schon ausreichend, um sich damit auseinander zusetzen und sich als Kirche und Papst nachhaltig in diese Diskussion aktiv einzubringen. Denn gerade auch bei diesen, den Alltag der Gläubigen so beeinflussenden Veränderungen im Leben, erwarten viele Antworten von dort. Noch viel mehr wartet man allerdings auf ein ganz klares Zeichen im Kontext der unzähligen Missbrauchsopfer. In diesem Kontext boten sich Papst Benedikt XVI. in den letzten Wochen und Monaten mehr als ausreichende Gelegenheiten aber sie wurden nie angemessen genutzt und leider scheint dies auch so weiterzugehen. Genau dieses Verhalten ist natürlich vor allem für die Opfer eine weitere Qual, die man ganz einfach lindern könnte. Wahrscheinlich fixieren sich nun alle in diesem Zusammenhang auf den Papstbesuch im nächsten Jahr, man sollte sich nur seelisch schon einmal darauf einstellen, dass auch da nicht mehr oder weniger passieren wird, als es im Moment auch der Fall ist. Alles in allem scheint sich auch diesmal zu zeigen, dass es bei allem, vor allem um den Papst selbst geht und das ist nun wirklich nichts Neues.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

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