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Die Wahrheit des Wortes

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Neues vom Finanzexperten Dieter Bohlen

13. Oktober 2008

Was für ein positiver Start in die neue Handelswoche. Nachdem in der Nacht die Märkte im Pazifikraum schon für positive Vorgaben sorgten, startete auch der DAX grandios. Hongkong über drei Prozent, Australien über fünf Prozent und Indien sogar über sieben Prozent. Das sind doch Zuwächse, die für die Wende sprechen. In Ordnung, der wohl wichtigste Index des betroffenen Handelsraums, der Nikkei in Tokyo, fehlt heute auf Grund eines Feiertages in Japan aber wir wollen heute Mal richtig positiv starten und nicht unken, was dies zu bedeuten haben kann. Der DAX startete wie gesagt grandios, gerade auch die Banktitel legten zum Teil zweistellig zu und sind wir ein Mal ehrlich, überraschen dürfte dies alles niemanden.

Die EU und die Krise mit der Krise

Gut, genug der übertriebenen Euphorie und wieder zurück in die Realität. Ein Markt reagiert positiv, nachdem mittlerweile die Zeiten der Milliardenspenden vorbei sind und wir endlich über Billionen sprechen können. Ein Markt reagiert positiv, da uns überall in den Medien Finanzexperten begegnen die sagen, dass wir die Ruhe bewahren sollen und alles schon irgendwie gut wird. Dabei kann man zum Beispiel mit Spannung beobachten, dass sich beim Privatsender RTL ein Dieter Bohlen als Finanzexperte verkaufen will. Ein schönes Beispiel dafür, auf welchem Niveau sich dies hier alles bewegt. Denn, wo uns all diese Experten und die Lügen über die Krise hingeführt haben, dürfen wir im Moment alle täglich erleben und es sei angemerkt, dass wir noch immer am Anfang der Krise stehen. Denn nun beginnt laut Informationen der Bild auch das Ziel des ausgeglichenen Haushaltes, eines der großen Ziele von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD), zu kippen.

Bleiben wir bei der Politik. Am Wochenende standen ein Mal mehr wichtige Gespräche der Chefs der Eurozone an und die ganzen Treffen, gerade auch die auf EU-Ebene, beweisen vor allem wieder, wie uneinig man auch in dieser Krise ist und zu was für einer Lähmung und Unfähigkeit dies alles führt. In der Wirtschaftskrise macht dann am Ende des Tages doch wieder jeder Staat, was er für richtig hält. Diese Krise im Umgang mit der Krise, lässt die Fragen nachdem Sinn der EU ein Mal mehr größer werden. Nachdem auch überall darauf hingewiesen wird, dass die Banken Gelder bzw. Bürgschaften bräuchten um zu überleben, da man sich untereinander nicht mehr vertraut und somit auch kein Geld mehr verleiht, bleibt die Frage nach dem Volk. Die Bürger in vielen Ländern bleiben ruhig und das ist erstaunlich, denn man muss sich überlegen, die Banken vertrauen sich nicht mehr aber der normale Sparer vertraut den Banken, den Finanzexperten und leiht ihnen auch weiterhin sein Geld. Dies als mutig zu bezeichnen ist noch vorsichtig formuliert, schließlich tragen diese vermeintlichen Experten die Verantwortung für die Wirtschaftskrise.

Die Wirtschaftskrise und die Folgen für alle

Opel verlängert seinen Produktionsstopp und wird damit wohl nicht alleine bleiben und auch im Fußball bangt man langsam um die Einnahmen. Sponsoren könnten Etats kürzen oder gar ganz aussteigen, die Fans könnten aus Finanznot auf Eintrittskarten und TV-Abos verzichten, was auch zu großen Verlusten führen würde aber trotzdem hält man an dem falschen Begriff der Finanzkrise fest, anstatt das Kind beim Namen zu nennen und endlich von der Wirtschaftskrise zu sprechen, die schon jetzt da ist. Dann bezahlt man ganz offensichtlich lieber noch mehr Geld in die Märkte und irgendwann wird der Sozialstaat dann noch mehr umgebaut, also abgebaut und die Abzüge für die Bevölkerung steigen weiter, denn am Ende des Tages, wird jeder einzelne für diese Krise persönlich haften, außer natürlich die, die diese Wirtschaftskrise ausgelöst haben. Genau diese nicht nachhaltig denkenden Eliten, denen wir all das zu verdanken haben, werden auch noch weiterhin unterstützt. Nicht das man sich nun anders verhalten würde, nein, gerade an einem Montag wie heute, gilt es erst ein Mal wieder das schnelle Geld zu machen und auch hier ist der nächste Crash absehbar.

Aber warum sollten sich die Märkte oder viel mehr die Marktteilnehmer auch anders verhalten als die Politik, wo letztendlich auch niemand für irgendetwas Verantwortung trägt. Man kann sich an fünf Fingern abzählen, wie handwerklich gut das nächste Hilfspaket von 470 Milliarden Euro werden wird, welches nun im Eilverfahren durch die gesetzgebenden Instanzen getrieben wird. Mit Nachhaltigkeit hat all dies nichts zu tun. Genau hier liegt aber der Schlüssel um die Systeme wirklich zu stabilisieren. Stattdessen hören wir alle weiter darauf, was uns Experten wie Dieter Bohlen raten oder was uns die Regierung an Märchen auftischt, darüber dass es keine Wirtschaftskrise geben wird. Man muss sich schon fragen, wenn das alles nicht so schlimm ist, warum zum Beispiel soviel Geld, Steuergeld benötigt wird um die Märkte zu stabilisieren. Man muss aber auch Fragen, warum niemand über die Verursacher reden mag. Außer natürlich darüber, dass alles die Amerikaner schuld sind. Es bleibt die Frage, wer sich denn alles bei den Amerikanern mit Finanzmüll eingedeckt hat? Es wird nicht mehr lange funktionieren das Versagen von Politik und Wirtschaft zu vertuschen und wir stehen noch immer am zarten Anfang der Wirtschaftskrise.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Sport · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 michael weber // 13. Okt 2008 at 12:16

    ich habe immer auf das ende dieser unserer kapitalistischen welt gehofft und gewartet………..jetzt steh ich da und schau betroffen…..weil ich und milliarden andere die beerdigung auch noch bezahlen sollen…….und wohl auch bezahlen werden.
    michael weber

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