fairschreiben

Die Wahrheit des Wortes

fairschreiben header image 2

Neues aus der Geheimakte Weltwirtschaftskrise

1. Oktober 2008

Auch der heutige Tag ist wieder ein außerordentlich spannender Tag für die internationale Finanzwelt. In den USA tagt der Senat um das 700 Milliarden Dollar Rettungspaket für die US-Wirtschaft doch noch unter Dach und Fach zu bekommen. Man darf mit Spannung darauf warten was passiert. Wie entwickeln sich die Märkte, wenn dieses Paket kommt? Wird es nachhaltig genug sein um die Finanzkrise zu beenden? Was würde wohl im umgekehrten Fall passieren? Wo würden sich die Märkte hin entwickeln, wenn diese Rettungsmaßnahme scheitert? Fragen über Fragen. Das einzige was festzustehen scheint, ist das wieder so gut wie alle überrascht sein werden.

Die Geheimakte Weltwirtschaftskrise

Wenn man die letzten Wochen und Monate die internationalen Finanzmärkte beobachtet hat, stellt man mit erstaunen immer wieder fest, was alles schief gelaufen ist. Eine Überraschung folgte der nächsten. Gestern war man noch großer Investmentguru und just am nächsten Tag stellte man fest, dass man Konkurs anmelden muss. Wie kann das sein? Man hat das Gefühl als wäre diese gesamte weltweite Finanzkrise ein Geheimakte, aus der Tag für Tag zufällig geheime Informationen tröpfeln, denn anders wäre diese Anhäufung von Überraschungen wohl kaum zu erklären. Die nächste Überraschung steht schon vor der Tür, der Übergang von der Finanzkrise auf die so genannte Realwirtschaft, womit wir dann nicht mehr von einer internationalen Finanzkrise sprechen würden, sondern von einer Weltwirtschaftskrise.

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) wird wenn dieser Fall eintritt, wieder ein Mal sehr überrascht sein, wie er es so oft ist. Gerade dieser Tage überraschte er mit dem Novum, dass der Einlagensicherungsfond so gut wie ausgetrocknet ist, was jeden Sparer in Deutschland mehr als nervös machen sollte. Hat selbst der deutsche Finanzminister keinen Einblick in diese Geheimakte oder muss man schlicht und ergreifend von Versagen sprechen. Denn ein Einlagensicherungsfond leert sich nicht einfach so von jetzt auf gleich. Um realistisch zu bleiben, ist zu sagen, dass es wohl kaum eine Geheimakte gibt. Dies wiederum macht die Sachlage noch viel schlimmer, denn somit liegen die Fakten offen auf dem Tisch und werden ganz offensichtlich einfach ignoriert. Zum Teil zeigt sich aber auch, dass ganz bewusst Fakten geschönt werden, so wie eben der Übergang von der internationalen Finanzkrise in die Weltwirtschaftskrise.

Ein schleichender Prozess

Wie auch die Finanzkrise schleichend kam, wird auch der Übergang der Krise in die viel zitierte Realwirtschaft schleichend kommen. UBS will scheinbar gut 2.000 Arbeitsplätze abbauen. Wie viele Arbeitsplätze die Fusion von der Commerzbank und der Dresdner Bank kosten wird, steht noch in den Sternen. Warum fallen diese Arbeitsplätze weg? Banken müssen sich in und nach der Krise neu positionieren und Geld einsparen, welches auf der anderen Seite verzockt wurde. Dem entgegen stehen natürlich wieder die gerade veröffentlichten Arbeitslosen zahlen, die darauf hinweisen, dass wir bald weniger als 3 Millionen Arbeitslose in Deutschland haben. Die Frage ist nur, wie zum Beispiel ein Banker mit Frau und zwei Kindern und seinem Einfamilienhaus, mit einem Eineurojob oder ähnlichem noch für Konsum sorgen soll oder gar seine alltäglichen Belastungen schultern soll. Hier sieht man wie relativ die Statistiken zur Arbeitslosigkeit sind. Wenn der Konsum nun auf dieser Basis Stück für Stück weiter einbricht, werden weniger Güter benötigt und somit wird weniger produziert. Die Folgen dürften jedem bekannt sein.

Eine Wahnvorstellung der Redaktion ist dies aber ganz und gar nicht. Zum einen lebt Deutschland schon seit Jahren am Tropf des Exportweltmeistertums, da die Binnenkonjunktur aus den gerade genannten Faktoren, die zum größten Teil ihren Kern in der Agenda 2010 haben, nicht mehr läuft. Zum anderen gibt es aber auch internationale Fakten, die dies beweisen. Der amerikanische Branchenriese AutoNation geht davon aus das der Kfz-Markt um 20% schrumpfen wird und das mit der ganz einfachen Begründung, dass es für die Käufer wesentlich schwerer wird an Kredite zu kommen. In der Folge wird dann auch weniger Material benötigt usw. Trotzdem hört es sich immer wieder schön an, wenn uns Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) erzählt, dass alles sei nicht wirklich schlimm. Man kann die Uhr danach stellen, wann er an die Öffentlichkeit tritt und einräumt, dass er davon überrascht wurde, dass sich die Krise so ausgeweitet hat. Er wird genauso erstaunt sein, wie er es scheinbar war, als die viertgrößte deutsche Bank vor dem Aus stand, denn auch dies kam, wie so vieles andere auch, außerordentlich überraschend.

Freude teilen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • email
  • Facebook
  • Fark
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • LinkedIn
  • Twitter


Kategorie: Europa · Gesellschaft · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Sören // 27. Okt 2008 at 23:58

    Hi,

    schaut mal, was ich hier gefunden habe: http://www.weltwirtschaftskrise.net

    Da gibt es Informationen zur historischen Weltwirtschaftskrise mit Diagrammen und weiterführenden Infos. Nur mal so zum Vergleich.

    Viel Spaß bei recherchieren.

Schreib was dazu