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Die Wahrheit des Wortes

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Neues aus dem Regierungsbunker

3. April 2008

Die Regierung eines Staates oder auch eines Landes sollte immer das Wohl ihres Volkes im Auge behalten. Dies bezieht sich natürlich auch auf den Krisenfall. Wie sich Krisen darstellen können bzw. wie groß die Vielfalt an Möglichkeiten ist, hat uns die Geschichte schon oft genug gelehrt. So gab es eine atomare Bedrohung zu Zeiten des Kalten Krieges, es gab aber auch schwere Unglücke wie Tschernobyl, selbst Diktatoren wie Saddam Hussein wollten Deutschland mit Giftgas angreifen. Da ist es doch mehr als verständlich, dass eine Regierung auch besonderen Schutz braucht. Im Falle der damaligen Bundesregierungen, nannte man es `Ausweichsitz der Verfassungsorgane der Bundesrepublik Deutschland`.

Schutz der Bonner Republik

Zu Zeiten der Bonner Republik hätten 3.000 Menschen für 30 Tage Schutz im Ahrtal gefunden. Denn hier entstand in der Zeit von 1960 bis 1972 für 4 Milliarden Deutsche Mark der so genannte Regierungsbunker. Gut jetzt könnte man rechnen, was noch an Kosten durch dessen Betrieb bis ins Jahr 1997, in dem er aufgelöst wurde, hinzugekommen ist. Wenn man dies alles aufaddieren würde, könnte man wohl durchaus von einem Milliardengrab reden. Aber so einfach ist es nun auch wieder nicht, denn es ist wie mit einem Airbag, den auch jeder bezahlt aber nur die wenigsten brauchen ihn glücklicherweise jemals in ihrem Leben. Deshalb würde man aber auch nicht gleich von Geldverschwendung sprechen. Letztendlich sollten wir alle froh sein, dass dieser Regierungsbunker nie gebraucht wurde. Denn wäre er gebraucht worden, wären wohl heute die meisten von uns nicht mehr am Leben. Wobei man bezweifeln darf, dass je nach Art des Krisenfalls, die Menschen im Bunker überlebt hätten.

Mittlerweile ist dieses Geheimnis kein komplettes Geheimnis mehr, sondern ein Museum. Am 1. März diesen Jahres wurden die 200 Meter, die von diesem ehemals 19 Kilometer oder um ganz genau zu sein 17.336 Meter langen Bunker noch bestehen, als `Dokumentationsstätte Regierungsbunker` für die Menschen geöffnet, die wahrscheinlich im Ernstfall niemals dort rein gekommen wären. Der Rest wurde abgerissen oder wie man so schön sagt Rückgebaut. Womit natürlich viele Geheimnisse bleiben werden, denn man kann davon ausgehen, dass man niemals alles erfahren wird, was es dort gab und wofür welche Details geplant wurden. Denn bis zum Schluss blieben viele Teile des Regierungsbunkers geheim. Wie eben erläutert, muss man natürlich auch sagen, dass 30 Tage, zum Beispiel im Fall einer Nuklearkatastrophe, egal ob durch kriegerischer Einflüsse oder durch einen GAU verursacht, wahrscheinlich so oder so auch den 3.000 Menschen in diesem Regierungsbunker nicht geholfen hätte, sondern den Regierungsbunker zu einem Luxusgrab der Extraklasse gemacht hätte.

Was ist wohl unter Berlin?

Heute gibt es keinen Kalten Krieg mehr, Saddam Hussein weilt auch schon einige Jahre nicht mehr unter uns und die Atomkraftwerke machen auch nur noch den wenigsten Sorgen. Schließlich ist Tschernobyl scheinbar auch schon eine Ewigkeit her. Wenn man es aber anders betrachtet, ist die Welt gar nicht so viel sicherer und friedlicher geworden. Denn heute haben wir Atommächte wie Pakistan, internationale Terrornetzwerke, die ihren Schrecken auf der ganzen Welt verbreiten und man kann auch nicht behaupten, dass es keine Reaktorstörfälle mehr geben würde. Es ist, wie es auch zuvor immer war, wir hatten bislang alle verdammtes Glück und wir sollten auch die Hoffnung haben, dass das Glück weiterhin auf unserer Seite ist. Denn die Bilder, die es aus dem Regierungsbunker gibt, machen einem klar, wie bedrückend es bis zum heutigen Tage wirkt und wir reden nur von einem kleinsten Teil dieses, in einem ehemaligen Bahntunnel begonnen, Megagebäudes.

Im Gegenzug kann und muss man aber auch davon ausgehen, dass sich damals, wie heute eine gewisse Personengruppe nicht allein auf dieses Glück verlassen wird. Da es die Bonner Republik nun auch schon einige Zeit nicht mehr gibt, sondern wir derweil alle in der Berliner Republik leben, kann man sich vorstellen, dass es ähnlich Schutzmaßnahmen für den Krisenfall, wie damals vor den Toren Bonns, auch heute vor den Toren Berlins geben wird.. Vielleicht ist es auch wie in Moskau, wo es eine Stadt unter Stadt mit dem gleichen Zweck gibt. Aber auch eine Ebene darunter, dies bedeutet auf Landesebene, wird es vergleichbare Projekte in verschiedenen Ausprägungen geben. Ob jedes Land allerdings in einem Bunker, auch über einen 125 Quadratmeter großen Plenarsaal für eine Notfallregierung verfügt, wie es hier in diesem Weinberg im Ahrtal der Fall war, darf eher bezweifelt werden. Irgendwann werden wir es vielleicht ähnlich, wie heute vor den Toren Bonns erfahren. Es zeigt nur auch ganz klar, dass es doch eine Menge Dinge gibt, die für unser Land sehr wichtig sind aber sie nur wenige Menschen wissen.

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Kategorie: Gesellschaft · Kultur · Politik · Technik

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