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Die Wahrheit des Wortes

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Neuer Lebensmittelskandal in der EU-Schweine voll mit Dioxin

8. Dezember 2008

Die neue Woche beginnt ein Mal mehr mit einem Skandal in der EU und hiermit ist nicht die Uneinigkeit in Fragen der Weltwirtschaftskrise gemeint. Denn man kann es natürlich auch als skandalös ansehen, dass die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Deutschland in der EU immer mehr isoliert. Somit ist Merkel (CDU) beim heutigen Treffen der Länderchefs von Frankreich und Großbritannien, Nicolas Sarkozy und Gordon Brown, mit dem EU-Präsidenten José Manuel Barroso nicht dabei. Der wirkliche EU-Skandal dieser Woche steht aber im Kontext zur irischen Schweinefleischproduktion. Das Schweinefleisch, welches in 20 bis 25 Länder exportiert wurde, ist wohl zu einem großen Teil mit Dioxin verseucht und muss dadurch als krebserregend eingestuft werden. Somit gibt es einen weiteren Lebensmittelskandal in der EU, der wieder ein Mal viele Fragen aufwirft.

EU machtlos gegen Dioxin?

Es ist doch traurig, um nicht zu sagen erschreckend, in einem Staatenbund leben zu müssen, in dem immer mehr reguliert wird, in dem immer mehr Traditionen durch Regulierungen vernichtet werden und dies alles unter dem Deckmantel, dass es dem Volk dadurch am Ende des Tages besser gehen soll. Dieser Plan scheint allerdings, gerade auch im Kontext zum aktuellen Dioxinskandal, nicht aufzugehen. Immer wieder gibt es Schlagzeilen um diverse Lebensmittelskandale in der EU und immer wieder zeigt sich an diesen Stellen die Machtlosigkeit dieser EU. Denn wohin das Schweinefleisch aus Irland alles gegangen ist, ist offensichtlich kaum nachzuvollziehen. Dies gilt im speziellen auch für weiterverarbeitetes Schweinefleisch in Fertigprodukten. Wo ist an dieser Stelle der Vorteil oder viel mehr der Schutz für die Bürger der EU? Man muss wohl festhalten, dass die EU nicht in der Lage ist die Bevölkerung ausreichend zu schützen.

Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) spricht davon, dass es keine unmittelbare Gefahr für die deutsche Bevölkerung gibt. Ein Wortlaut, den man von allzu vielen Stellen in solchen Kontexten kennt. Man will das Volk beruhigen. Denn, wenn man nicht regelmäßig zu viel des verseuchten Fleisches isst, soll es nicht gefährlich sein. Nur, dass der Skandal jetzt bekannt geworden ist, bedeutet nicht zwangsläufig, dass er auch gerade erst begonnen hat. Womit die Regelmäßigkeit des Konsums für den Bürger nicht nachvollziehbar sein dürfte, da er nicht weiß wie lange er schon verseuchtes Fleisch zu sich nimmt. Wie weit der Grenzwert im Einzelnen überschritten ist, schwankt mit dem 80 bis 200-fachen der erlaubten Menge Dioxin, auch massiv. Nachvollziehbar ist heute ganz offensichtlich kaum noch etwas, denn spätestens seit den wiederholten Gammelfleischskandalen, dürfte auch jeder wissen, wie schnell und einfach man zum Beispiel Fleisch umdeklarieren kann.

Irland exportiert 9.000 Tonnen Schweinefleisch nach Deutschland

9.000 Tonnen Schweinefleisch bezieht Deutschland jährlich aus Irland. Dies scheint einer der wenigen klar definierbaren Größen in diesem Skandal zu sein. Aber wie kann so etwas passieren in einem Staatenbund in dem sonst alles genormt und reguliert ist? Das Dioxin kam wohl über das Futtermittel in das Schweinefleisch. Nun könnte man zynisch behaupten, dass man, wenn man heute Antibiotika braucht nicht mehr zum Arzt, sondern zum Metzger gehen sollte, denn über ein Steak ist das Antibiotika einfach preiswerter zu beziehen als über die Apotheke. Aber wie kann so etwas geschehen? Laut der irischen Regierung kam das Futtermittel, über welches es zur Kontermination  des Schweinefleischs kam, aus einem lizenzierten Betrieb. Das Futtermittel selbst wurde wohl durch Industrieöl verseucht. Aber wie gelangt nun mit Dioxin verseuchtes Industrieöl in Futtermittel? Eine Frage die vorerst ungeklärt bleibt. Man hat bei dem Kommunikationsverhalten in diesem Skandal schon wieder das Gefühl, dass man hier auf einen Einzelfall hinarbeiten möchte. Übrigens eine klare Parallele zur Weltwirtschaftskrise, die auch gerne als unglückliche Verkettung von Einzelfällen dargestellt wird.

Fakt ist, dass es sich bei all den Skandalen in der EU und gerade auch auf dem Fleischmarkt, von Gammelfleisch bis hin zum mit Dioxin verseuchten Schweinefleisch, scheinbar nicht um Einzelfälle handelt. Hier wird viel mehr das Versagen der EU wieder sehr schön deutlich. Man hat kein Problem damit den Bürgern der EU, wo es nur geht zum Beispiel den Genuss von Tabakwaren zu verbieten und dies unter dem Deckmantel sich um die Gesundheit der EU-Bürger zu bemühen. Bei Dioxin oder ähnlichem scheint der Schutz der Bevölkerung allerdings eine Nachgeordnete Rolle zu spielen. Dies zeigt wieder ein Mal, wie weit die EU an vielen Stellen von der Bevölkerung entfernt ist. An solchen Stellen darf es dann niemanden verwundern, wenn die EU-Skepsis immer weiter ansteigt und die Frage nach dem Sinn in der Bevölkerung, immer größer wird. Vielleicht sollte man sich bei der EU ein Mal überlegen, ob rauchen in kleinen Eckkneipen zwischen Rom und Berlin nicht zweitrangig, im Gegensatz zu mit Dioxin verseuchtem Fleisch, ist. Denn, wenn sich an dieser Stelle nichts ändert, wird sich die Bevölkerung noch mehr von der EU distanzieren und das mit gutem Grund.

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Kategorie: Europa · Politik · Umwelt

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