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Die Wahrheit des Wortes

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Neuer Blickwinkel auf Zumwinkel

14. Februar 2008

Heute Morgen gegen 7 Uhr erschienen, laut Angaben des ZDF, circa zehn Zivilpolizisten an der dreistöckigen Stadtvilla von Klaus Zumwinkel im Kölner Stadtteil Marienburg. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post AG und Aufsichtsratsvorsitzende der Deutschen Telekom AG, gilt mit fast 19 Jahren an der Spitze der Deutschen Post AG, als dienstältester Vorstandsvorsitzender eines DAX-Unternehmens. Es geht wohl um den Verdacht der Steuerhinterziehung im zweistelligen Millionenbereich. Laut Medienberichten sollen seit Mitte der 1980er, über ein Stiftungsmodell, Gelder am Fiskus vorbei nach Liechtenstein transferiert worden sein. Eine weitere negative Schlagzeile für die deutsche Wirtschaft.

Nicht ohne Grund

Mittlerweile hat die Deutsche Post AG eine Razzia in den Büroräumen Zumwinkels in Bonn, wie auch Ermittlungen gegen ihn bestätigt. Man muss nun davon ausgehen, dass für eine solche Aktion ein ausreichendes Verdachtsmoment vorliegen muss und man wohl davon ausgehen darf, dass so etwas nicht ohne Grund geschieht. Hinter den Razzien steht, nach Medieninformationen, die Staatsanwaltschaft in Bochum, genau diese soll dafür bekannt sein ohne Ressentiments auch gegen prominente Verdächtige vorzugehen. Erstaunlich finde ich schon wieder, dass auf so etwas gesondert hingewiesen werden muss. Denn laut dem Grundgesetz, sind alle Menschen gleich. Hier klingt aber durch, dass dies scheinbar in manchen Bezügen, wohl für Prominente nicht gilt. Dies dürfte auch der Ansatz sein, der den weiteren Verlauf der Ermittlungen und über mehr reden wir zur Stunde nicht, so spannend machen dürfte.

In den Medien ist heute Morgen die Rede von gut 10 Millionen Euro, die wohl seit Mitte der 1980er am Fiskus vorbei nach Liechtenstein gegangen sein sollen. Laut Angaben des Nachrichtensenders n-tv, soll es sich hierbei um Privatvermögen von Herrn Zumwinkel handeln. Der Mann der sich selbst als Multimillionär bezeichnet und Herr über gut eine halbe Millionen Mitarbeiter ist, dürfte, wenn an den Verdächtigungen auch nur im Ansatz etwas dran ist, unter massiven Beschuss geraten. Man muss aber auch berücksichtigen, dass er sein Amt bei der Deutschen Post AG so oder so, noch dieses Jahr aufgeben wollte. Man kann auch sagen, dass 64 Jahre ein angenehmes Rentenalter darstellt. Wie gesagt, wie sich dieser Fall weiterentwickelt, darf mit Spannung verfolgt werden und es gibt weitere Informationen, die diesen Fall interessant machen dürften.

Eine ominöse Daten-CD-ROM

Sehr interessant fand ich auch die Spekulationen, die heute durch die Medien gingen und eine CD-ROM beschrieben, die wohl seit einigen Jahren im Umlauf ist und wohl auch schon zu Erpressungen von Prominenten genutzt worden sein sollte. Angeblich stammen die Daten dieser CD-ROM von einem Liechtensteiner Bankinstitut und weisen Namen und Gelder prominenter Menschen auf, die an der Steuer vorbei gegangen sind. Angeblich liegt diese CD-ROM auch der Bochumer Staatsanwaltschaft vor und es kursieren Gerüchte, dass es eben einen Zusammenhang zwischen den heutigen Geschehnissen um Herrn Zumwinkel und diesem Datenträger geben könnte. Immer unter der Voraussetzung, dass sich auch nur ein Bruchteil der aktuellen Nachrichtenlage als Fakten zeigen sollte, klingt das alles eher nach einem spannenden Krimi, als nach ökonomischen Glanzleistungen und würde einen weiteren schwarzen Fleck, auf die oftmals als allzu weiß dargestellte Wirtschaftsweste bedeuten.

Leider muss man aber heute davon ausgehen, das Steuervergehen, Korruption und ähnliches weite Teile der Wirtschaft prägen und scheinbar einfach dazugehören. Dies wirft natürlich kein gutes Licht auf die Menschen, die immer wieder Gebetsmühlenartig erklären, wie gerechtfertigt ihre Topgehälter seien. Man muss doch festhalten, dass Betrug und ähnliches nicht auch noch durch Millionengehälter honoriert werden sollte. Dies wäre doch nur ein weiteres Signal, in eine völlig falsche Richtung. Von jedem Durchschnittsbürger wird Steuerehrlichkeit etc. gefordert aber wie soll man sich bei solchen Vorbildern verhalten, wenn man über die Medien immer wieder solche Nachrichten, wie heute erhält und sich zum Teil die Frage stellen muss, warum dürfen die das?

Zumwinkel im Gefängnis?

Es gibt Dinge die kann ich mir nicht vorstellen. Dazu zählt mit Sicherheit die Tatsache, dass sollte sich der Anfangsverdacht gegen Herrn Zumwinkel erhärten und sich aus einem Ermittlungsverfahren, ein Strafverfahren entwickeln, ich nicht davon ausgehe, dass er tatsächlich für lange Zeit hinter Gittern verschwindet. Denn, und auch dies wird oftmals von den Medien, aber auch breiten Teilen der Bevölkerung kritisiert, Verfahren in denen es um  Wirtschaftskriminalität geht, enden oftmals mit Deals zwischen der Staatsanwaltschaft und den Verteidigern der Beklagten. Wir reden dann häufig von Geldstrafen oder ähnlichem aber nur in den seltensten Fällen von hohen Haftstrafen. Dies ist ein weiteres negatives Indiz für die Bevölkerung, in der Frage nach Gerechtigkeit. Auch die Frage nach der Rechtfertigung, der schon angesprochenen Topgehälter, wird durch so etwas negativ beeinflusst. Man darf aber davon ausgehen, dass sich deshalb noch lange nichts ändern wird und sich der Anschein mehr und mehr erhärtet, dass wir auf dem besten Weg in eine Bananenrepublik sind.

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Kategorie: Wirtschaft

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