Neue Aktionen der Finanzterroristen
18. Januar 2012
Spätestens in dieser Woche wurde bewiesen, dass die Weltwirtschaftskrise auch in 2012 ungebremst, um nicht zu sagen weiter verschärft, tobt. Damit wird es auch in Europa wieder mehr Armut geben und die Gesellschaft wird sich weiter zersetzen. Die Folge konnte man in dieser Woche schon sehr schön in Bukarest erleben, wo es im Kontext der massiven Sparmaßnahmen, die auch dort auf der Agenda stehen, zu schwersten Ausschreitungen kam. Dies ist aber lange noch nicht alles, denn die Finanzterroristen griffen auch einmal mehr Griechenland an und sogar, nicht ganz überraschend, auch gleich den EFSF. Nun mag sich manch einer fragen, was all das mit Deutschland zu tun hat, denn hier verkaufen einem, zu einem großen Teil, die etablierten Massenmedien auch weiterhin, dass alles in Ordnung sei. Wenn man sich auf den Straßen umschaut ist das Bild allerdings ein ganz anderes. Noch ist es im ehemaligen Land der Dichter und Denker oberflächlich betrachtet verhältnismäßig ruhig. Noch ist allerdings Griechenland auch nicht ganz abgestürzt und noch wackelt die Währungsunion auch nur und ist noch nicht gestürzt. Man erkennt deutlich, wieweit die Lunte des Pulverfasses, Europäische Union (EU), schon abgebrannt ist.
Wenn aus Zorn Gewalt wird
Schwerste Straßenschlachten in weiten Teilen Europas gehören schon fast zum Alltag. Brennende Barrikaden, Tränengas, Polizei die, teilweise auch immer härter, mit Schlagstöcken gegen Demonstranten vorgeht, alles gewohnte Bilder. Mal ist es Athen, dann London und nun eben in dieser Woche die rumänische Hauptstadt Bukarest. Man kann solche Gewalt nicht rechtfertigen oder gar begrüßen aber trotzdem muss man natürlich auch nach den Gründen suchen und die sind immer wieder im Bereich der Armut zu finden bzw. in Schritten, die genau diese auch zukünftig noch forcieren werden. Nachdem die international tätigen Finanzterroristen sich auch nicht mehr mit einzelnen Staatshaushalten zufriedengeben, sondern gleich die Europäische Union (EU) in ihrer Gesamtheit angegriffen haben, wehrt sich das Staatenbündnis kaum, sondern nötigt die Völker Europas nur dazu, mit immer neuen Sparzwängen, für ausreichend Kapital zu sorgen, welches dann verschoben werden kann. Dieses Vorgehen der Politik wird nicht durch die Mehrheit der Bevölkerung getragen und ist damit natürlich auch nicht demokratisch legitimiert. Denn Abstimmungen zu solchen Themen meidet man in der EU, wie der Teufel das Weihwasser.
Auf diese Abläufe wurde lange Zeit einfach nur mit Resignation reagiert, wie es auch zum größten Teil noch in Deutschland der Fall ist. Mittlerweile spürt man aber in weiten Teilen Europas, dass mehr und mehr mit Wut und Zorn reagiert wird und immer mehr Menschen ihre Situation als aussichtslos empfinden. Hier ergibt sich ein böses Gemisch, welches sich auch immer häufiger, eben auch in der gerade geschilderten Form, entlädt. Dies ist auch der Grund, warum man von Finanzterrorismus reden muss. Durch ganz gezielte Angriffe werden hier in den verschiedensten Ländern genau diese Gewaltszenarien aufgebaut. Man kann sehr gut der These folgen, dass nicht nur die, die sich aktiv an diesen Gewaltexzessen beteiligen die Schuld trifft, sondern eben auch diejenigen, die durch den ständigen Aufbau von Armut die Wurzel dafür gelegt haben und noch immer legen. Wie gesagt, noch ist nicht das Schlimmste erreicht und man kann jetzt schon ein komisches Gefühl bekommen, wenn man diese Zunahme an Gewalt verfolgt und man mag sich gar nicht erst die Folgen ausmalen, was passiert, wenn der Euro gänzlich zerstört wurde und in der Folge die EU zerfällt. Genau auf dieses Horrorszenario steuert man aber auch in 2012 weiter zu und dies sollte man doch mindestens bedenklich nennen.
Der Abschied von Griechenland
Wie das Ende des Euros voranschreitet, konnte man auch in dieser Woche unter anderem wieder am größten Sorgenkind in der EU, in Griechenland, miterleben, denn einer der Hauptverantwortlichen an diesem Teil der Weltwirtschaftskrise, die auch deutsche Politiker immer wieder gerne als beendet erklärten, die amerikanische Ratingagentur Standard & Poor`s, arbeitete auch in dieser Woche am Zerfall der Währungsunion, was natürlich auch die Griechen noch schwer treffen könnte. Da man nun genau weiß, welche Wirkung solche Schritte im Regelfall haben, scheint eine Rückkehr der Drachme immer deutlicher zu werden und wenn erst einmal eine solche Zersetzung eingesetzt hat, ist das Ende des Euros wohl besiegelte Sache. Da man auch immer deutlicher die Stimmen hört, die den Untergang des Euros als Baustein des Niedergangs der EU ansehen und die Spaltung spätestens seit der Isolation Großbritanniens schon greifbar geworden ist, weiß man, auf was man sich wohl einstellen muss. Man fragt sich nur auch, wann die Politiker in Europa gedenken, auch etwas gegen diese ganz besondere Form des Terrors zu unternehmen und die Menschen, die sie gewählt haben, davor beschützen, andernfalls würden sie wohl nichts anderes tun, als ihr eigenes Volk weiterhin verraten.
Es wird doch sehr deutlich, warum man ganz und gar nicht von einem gelungenen Start in das Jahr 2012 sprechen kann und dies gilt für die Wirtschaft, genauso wie für die Politik. Deutschland steht seit einigen Wochen mit den nicht enden vollenden Affären um den Bundespräsidenten Christian Wulff, dessen Fall durch aus auch das Ende von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrer Regierung bedeuten könnte, mindestens am Rande einer Staatskrise. Dies bedeutet, dass das Land, welches immer wieder gerne als Motor der EU und ähnliches bezeichnet wird, in diesen harten Tagen auch nicht gerade durch Stabilität glänzt und man auch hier durchaus von einem weiteren Risikofaktor sprechen muss. Man muss nun abwarten, ob man den aktuellen Angriff der Finanzterroristen in irgendeiner Form abgewehrt bekommt, wie man ebenfalls schauen muss, wie sich die innenpolitische Lage in Deutschland weiterentwickelt, denn am Ende des Tages sind es viele Faktoren die im globalisierten Raubtierkapitalismus in einem Zusammenhang stehen. Festzustehen scheint nur, dass der neuste Angriff vor allem wieder teuer wird, dies erkennt man sehr schön daran, dass genau dies gebetsmühlenartig verneint wird. Auch hier zeigt sich, warum man die Nachrichten im Ganzen sehen muss und nicht nur die einzelnen Bausteine, getrennt von einander, betrachten sollte, denn dies könnte ein fataler Fehler sein, der zu bösen Überraschungen führen könnte.
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Bis jetzt 1 Kommentar ↓
1 Steffen // 18. Jan 2012 at 18:14
Der letzte Satz bringt es auf den Punkt: Man sollte immer die Nachrichten als Ganzes sehen, mit allen Aspekten und Auswirkungen. Und dann wird auch klar, dass das Abladen aller Schuld bei der Finanzwelt (und dies dann auch noch mit “Terrorismus” gleichzusetzen) falsch ist.
Wer hat denn diese Finanzkrise ausgelöst? Ja, es waren die Investmentbanker, keine Frage. Genauso war es aber die Politik, die die Regulierung der Finanzmärkte kontinuierlich zurückgefahren und damit hochriskante Geschäfte erst ermöglicht hat. Genauso waren es die Anleger (das sind wir), die eine immer höhere Rendite verlangt haben. Bei einem vertretbaren Risiko geben die Finanzmärkte im besten Fall eine durchschnittliche Rendite von 8% her. Aber die Anleger wollten mehr und haben daher übrigens auch bereitwillig Produkte akzeptiert, die sie überhaupt nicht verstanden haben.
Und es waren auch die Regierungen, die schlichtweg gelogen und betrogen haben. Griechenland steht nicht am Abgrund, weil die bösen Banker sich dagegen verschworen haben, sondern weil Griechenland seit Generationen über seine Verhältnisse lebt, seinen Staatshaushalt mit Bilanztricks schönt und sich auch in die EUROzone nur mit dreisten Lügen reingemogelt hat.
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