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Die Wahrheit des Wortes

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Neidische Frauen und das große Geschäft mit dem Ball

28. Juni 2011

Exakt vor einem halben Jahrzehnt hoffte ganz Deutschland auf ein Sommermärchen und damit auf den Weltmeistertitel im eigenen Land. Es war die Fußball-WM 2006 der Männer in Deutschland. Wie eigentlich jeder wissen sollte, scheiterte dieser Plan. Dies ist aber nun Geschichte und wir schreiben das Jahr 2011 und es ist wieder Fußballweltmeisterschaft in Deutschland, diesmal sind allerdings die Frauen dran und deren Chancen stehen wohl höher, wie noch die der Männer damals. Am Sonntag stand das Auftaktspiel im Olympiastadion in Berlin gegen Kanada an und erwartungsgemäß, gewann die Nationalmannschaft von Slivia Neid dieses Spiel mit 2:1. Vergleicht man nun allerdings diese beiden Turniere miteinander, wird auch schnell deutlich, wie weit zurück der Frauenfußball noch immer liegt und es zeigt sich gleich noch etwas und zwar die Kraftanstrengung, die unternommen wird um dies Sportart populär zu machen. Nun kann man über Frauenfußball ganz allgemein natürlich philosophieren aber dies soll hier nicht der Ansatz sein, hier soll es viel mehr um den gerade angesprochenen Kraftakt und die Entwicklungen im deutschen und internationalen Fußball ganz allgemein gehen.

Der ausgeschlachtete Männerfußball
Noch vor Jahrzehnten spielte im Fußball vor allem der Sport, der Wettkampf eine Rolle. Die Arenen in denen damals gekickt wurde, waren noch nach den Helden dieses Sports benannt, dann wurde aber auch dieser Sport immer weiter kommerzialisiert und dies, wie es in diesem Bereich so oft der Fall ist, unter dem Vorwand dem Sport etwas Gutes tun zu wollen. Heute hat sich auch die Welt des Fußballs völlig verändert, es ist internationaler geworden, was im Klartext bedeutet, viele Mannschaft kaufen lieber ausländische Stars ein, als sich um die eigene Nachwuchsförderung zu kümmern, dass dies nicht im Sinne des eigentlichen Sports ist, erklärt sich von selbst. Um in der heutigen Zeit noch mithalten zu können, bedarf es eines großen Kapitalaufwands, dies wiederum hat zur Folge, dass Fußballarenen nicht mehr nach den Größen des Sports benannt werden, sondern mittlerweile seelenlose Mehrzweckunterhaltungsarenen sind, die nach den großen Geldgebern benannt sind. Man sollte nun nicht so naiv sein und denken, dass große, meist international agierende Konzerne ihr Geld in diesen Sport stecken um damit gesellschaftliches Engagement zu zeigen, es geht auch hier ums große Geld und somit gelten auch die Regeln, die man in der heutigen Zeit in diesem Bereich ansetzt und diese Regeln sind knallhart.

Fußball ist schon längst viel mehr geworden, als ein reiner Ballsport, den man sich einmal in der Woche am Samstag anschauen kann. Ein Wettbewerb jagt mittlerweile den anderen und es wird eigentlich ständig gespielt und natürlich ist es familientauglicher geworden. Es ist ein Sport für die ganze Familie. Was auf Anhieb gut klingen mag, bedeutet aber letztendlich nichts anderes, als das man die Zielgruppe erweitert hat und die Schlagzahl erhöht, um noch mehr Geld machen zu können. Natürlich steigen auch die Ticketpreise analog zu den Gehältern der Spieler und der Managerstäbe an. Im Gesamten eine eher sehr bedenkliche Situation, die sich hier über die Jahrzehnte entwickelt hat. Wie hoch der Druck, der so natürlich gerade auch auf den jungen Spielern lastet, ist, wurde auf dramatische Weise im Herbst 2009 ein großes, wenn auch leider viel zu kurzgefasstes Thema, als sich der Keeper von Hannover 96, Robert Enke, vor einen Zug warf und sich so das Leben nahm. Er hatte Depressionen und scheinbar bekam dies niemand in seinem fußballerischen Umfeld mit. Ein viel zu kurzer Aufschrei ging damals durch Fußballdeutschland aber scheinbar realisierten die Verantwortlichen schnell, dass auch so etwas nicht am Geld verdienen hindert und bald vergessen ist und so ging es nach seinem Tod schon bald weiter, als sei nie etwas geschehen und die Vermarktungsmaschinerie läuft bis zum heutigen Tage weiter auf Hochtouren, auch wenn man anmerken muss, dass langsam die Grenzen des momentan möglichen erreicht zu sein scheinen.

Neue Fußballwelten
Wenn die bekannten Märkte, gerade auch in Europa, abgeerntet sind, muss man sich scheinbar um ganz neue Märkte bemühen damit das Geschäft mit dem Ball auch weiterhin profitabel bleibt. An dieser Stelle gibt es verschieden Möglichkeiten. Eine Möglichkeit ist es, dass man Länder und Regionen in den Sport mit einbezieht, die noch nicht so abgeerntet sind oder die noch gar nicht berücksichtigt wurden. So wurde 2010 Afrika ins Visier genommen und man spielte die Weltmeisterschaft in Südafrika aus. Länder, wie zum Beispiel Aserbaidschan und Kasachstan sind Länder, die dann, unter anderem auch vom DFB, massiv ins Visier genommen werden und man hier Entwicklungshilfe im fußballerischen Bereich leistet und auch dies klingt natürlich wieder wundervoll, hätte man nicht das Gefühl, dass es hier weniger um den Sport und die Menschen geht, als wieder einmal viel mehr um die Ausweitung von Märkten. Die Spitze all dessen war dann natürlich die Vergabe der WM 2022 an Katar, die so oder so mehr als umstritten bleibt, was zu diesem Weg passt, fragt man sich doch ganz allgemein immer häufiger, wie hoch der Anteil an krimineller Energie im heutigen Geschäftsleben ist. Nun sind dies alles wohl Zukunftsmärkte, die Deutschland nur bedingt etwas bringen, es werden wohl wieder einige Großaufträge im Bereich der Infrastruktur etc. abfallen aber es ist wieder der Bereich Export und der hat bekanntermaßen wenig mit der Binnenkonjunktur zu tun und somit muss man natürlich auch in Deutschland selbst schauen, wo man den Markt Fußball noch erweitern kann und man ahnt schon, was nun ins Spiel kommt, die Fußball-WM der Frauen.

Es scheint so als habe man den Männerfußball in diesem Land weitestgehend abgeerntet, also muss man schauen, wie es nun auch fußballerisch in Deutschland weitergeht und was ist da naheliegender, als das Thema Emanzipation aufzugreifen und unter diesem Deckmantel den Frauenfußball mit aller Macht anzuschieben. Natürlich sollten die Frauen gewarnt sein, denn all das, was man ihnen an Gutem prophezeit, hat, wie bereits geschildert, auch viele dunkle Seiten. Natürlich versucht man jetzt Stars und Sternchen auch in diesem Bereich zu schaffen, schließlich braucht man gute Werbeträger zur Vermarktung, denn sonst geht das Konzept der Ware Fußball auch im Bereich der Frauen nicht auf. Man muss es aber auch ganz klar so sehen, mit Emanzipation hat all dies hier nicht wirklich viel zu tun, denn die Strippenzieher im Hintergrund sind noch immer männlich und es geht hierbei scheinbar auch kaum um die Sache der Frauen, sondern um die Belange eines Marktes, auch das gilt es klar zu benennen und man fragt sich, ob Frauen dies wirklich verdient haben. Auf der anderen Seite muss man auch sehen, dass sie in diesem Spiel, in diesem Fall also beim Fußball, natürlich auch richtig gut mitspielen und man darf weiter voraussetzen, dass zu mindestens ein Teil der kickenden Damen verstanden hat, wo der Hase hier wirklich lang läuft. Somit stehen Siege in diesem großen Turnier natürlich auch noch einmal in einem ganz anderen Licht dar und so wünschenswert es in Namen des Sports und der Gesellschaft auch sein mag, dass die Frauen das schaffen, was die Männer nicht auf die Beine bekommen haben, so merkwürdig mutet es im Kontext der Schaffung neuer Märkte an. In diesem Sinne sollten unsere Fußballerinnen auch die Gefahr dieses Sport in der heutigen Zeit vor Augen haben und diese lauert oftmals gar nicht auf dem Platz, sondern eher neben diesem.

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Kategorie: Gesellschaft · Kultur · Sport · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Der BALLacker » Und dann war alles vorbei // 18. Jul 2011 at 06:08

    [...] sich die Gründe für dieses Skepsis im Verlauf des Turniers auch bestätigt haben. Frauenfußball ist nun einmal kein Männerfußball. Der krampfhafte Versuch hier nun aber eine Kopie, im [...]

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