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Die Wahrheit des Wortes

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Nachdem Islam nun das Christentum?

10. März 2010

Auch in dieser Woche scheint sich die Welle von Missbrauchsfällen in Deutschland weiter auszubreiten. Als in der letzten Woche der Skandal an der südhessischen Odenwaldschule bekannt wurde, mag manch ein katholischer Geistlicher auf so etwas wie Ablenkung gehofft haben aber genau dies darf jetzt unter keinen Umständen passieren. Denn auch wenn man im Moment verspüren mag, dass die Probleme nicht nur auf die Kirche bezogen sind, was natürlich die These zulässt, dass es ein gesamtgesellschaftliches Problem ist und kein rein kirchenspezifisches, sollte man nicht vergessen, dass die Kirche meint einen besonderen Status zu haben und damit natürlich auch in diesem Fall, auf diesem höheren Niveau beurteilt werden muss. Es kann nicht sein, dass man sich auch in diesem noch recht neuen Jahrtausend versucht über Recht und Ordnung zu stellen, gerade auch nicht, wenn es um solche Missbrauchsfälle geht. Von der doppelten Moral die scheinbar hinter alldem steckt einmal ganz abgesehen, geht es auch ganz einfach um politische und juristische Fragen die nun behandelt werden müssen.

Die Sache mit dem C im Namen
Der aktuelle Skandal um Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche scheint nur langsam in der Politik anzukommen, was scheinbar auch nicht verwunderlich ist, schließlich tragen zwei, der drei Parteien, die an der aktuellen, immer wieder gerne Tigerentenkoalition genannten, Regierungskoalition beteiligt sind, ein C in ihrem Parteinamen, welches für das Christliche steht. Natürlich stellt es da ein großes Problem dar, wenn das Christentum ein weiteres massiv großes Problem hat. Aber was soll man nun tun? Das C gegen ein B für bürgerlich eintauschen, dies würde auch wieder nicht wirklich passen, denn der momentane Regierungsstil nutzt wohl eher der Wirtschaft bzw. deren vermeintlichen Eliten und Experten, als den Bürgern. In einer solchen Situation ist es da schon sinnvoller, Themen wie die Kirchenprobleme nur am Rande zu behandeln und zu hoffen, dass der Sturm bald vorüber gezogen ist und so vermisst man auch weiterhin ganz klare, drastische und wegweisende Worte. Man könnte zum Beispiel einmal anregen der katholischen Kirche ihren Anteil an der Kirchensteuer abzuziehen, wenn sie es weiterhin bevorzugt sich von der Gesellschaft so abzugrenzen, schließlich sollen Hartz-IV-Empfänger laut manch Regierungsmitglied bald auch den Schnee wegräumen, da wäre eine solche Maßnahme gegen die katholische Kirche wohl nur angemessen.

Natürlich ist so etwas völlig illusorisch aber man muss auch festhalten, dass sich die Kirche so immer mehr selber vernichtet und das in einer Zeit in der es scheinbar immer mehr Menschen gibt, die meinen die Bibel sei im besten Fall nichts anderes, als ein nettes Märchenbuch. Die aktuellen Fälle, die sich in Bereichen der katholischen Kirche abspielen, scheinen genau dies auch noch einmal zu untermauern, denn was ist von diesem Buch zu halten, wenn sich ganz offensichtlich ein gewisser Teil der Menschen, die diese Inhalte auf Erden weiterverbreiten sollen, doch wichtige Fakten einfach missachten bzw. den Beweis antreten, dass man ruhig dagegen verstoßen kann und von der Kirche und Gott nicht fallen gelassen wird. Natürlich sind die Fälle an der Odenwaldschule, die diese Jahr eigentlich entspannt ihr 100. Jubiläum feiern wollte, nicht ein Stück besser aber es geht hierbei eben nicht um die katholische Kirche. Dabei muss man auch festhalten, dass in den Medien scheinbar Pädagogen ganz allgemein einen Sonderstatus haben. So spricht man im Fall der Odenwaldschule von sexuellen Dienstleistern, in anderen Fällen nennt man so etwas auch einfach Sexsklaven. Aber wie in vielen anderen Fällen auch, scheint es auch hier einen guten Grund für all dies zu geben, denn all dies sind auch Zeichen dafür, wie sehr dieses System im Moment kollabiert und die positive Scheinwelt der letzten Jahrzehnte immer mehr in sich zusammenbricht.

Der Umgang mit dem Islam
Nachdem man spätestens seitdem 11. September 2001 damit begonnen hat den Islam systematisch schlecht zu machen und wahrscheinlich manch einer glaubt jeder Anhänger dieser Glaubensrichtung sei ein potenzieller Selbstmordattentäter, könnte sich nun ein Gegentrend entwickeln und man überlege sich, plötzlich würde man jeden Christen für ein kindesmissbrauchendes Monster halten. Es gäbe da bestimmt spannende Möglichkeiten Jesus in eine passende Karikatur einzubauen. Auf lange Sicht liegt aber genau hier ein ganz großes Risiko, denn egal was man von Gott, wie auch immer man ihn in den verschiedensten Religionen nennen mag, hält, ist dies ein Stützpfeiler vieler Gesellschafsformen und man möchte sich nicht ausmalen, was passiert wenn er wegbricht. Nachdem sich in Deutschland, wie auch in Europa und vielen anderen Teilen der Welt mehr und mehr offenbart, dass die Politik scheinbar immer mehr und mit immer weitreichender Macht nur noch von der Wirtschaft gesteuert wird, wäre dies schon in einer gewissen Weise ein weiterer herber Verlust für viele Menschen. Nicht nur die aktuellen Fälle in der katholischen Kirche zeigen aber auch, dass es so definitiv nicht weitergehen darf. Also muss es auch hier zu einer Neuordnung kommen und die Kirche muss an Macht und Einfluss verlieren. Da ist es natürlich schön zu sehen, dass man zum Beispiel beim Neubau des Landgerichtes in Düsseldorf auf die Kreuze verzichten will und mag nur sagen, dass dies eigentlich selbstverständlich sein sollte, schließlich sind wir kein Gottesstaat.

911 hat im Bezug auf den Islam weltweit und somit natürlich auch in Deutschland einiges verändert und man darf davon ausgehen oder sollte zu mindestens stark darauf hoffen, dass die aktuellen Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche auch zu einer neuen, realistischeren Sichtweise auf diese führt. Man sollte wirklich einmal messbare Daten vergleichen, wo Religion zu etwas Gutem geführt hat und wo Religion zu negativen Faktoren, wie zum Beispiel Tod, Krieg oder eben Missbrauch geführt hat. Natürlich werden sich hier Menschen empören und sagen, dass es doch nicht die Religion war, sondern die Menschen die all dies getan haben und dies ist soweit auch erst einmal absolut richtig aber man muss dann auch sehen, dass wir von Menschen reden, die hochreligiös sind und zu mindestens meinen Gottes oder wessen Segen auch immer zu haben oder man müsste voraussetzen, dass ein großer Anteil dieser religiösen Eliten einfach nur verlogen ist. Was für die Gläubigen selbst nun angenehmer ist, soll an dieser Stelle nicht beurteilt werden. In Politik und Wirtschaft hat sich manch einer scheinbar schon damit abgefunden in einer kranken Welt zu leben aber das sich dies nun scheinbar auch noch auf den Bereich des Glaubens ausweitet, ist kein gutes Omen.

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Gesellschaft · Kultur · Medien · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Andrea Bondi // 10. Mrz 2010 at 11:02

    Was sich momentan auf der Welt abspielt stinkt, im wahrsten Sinne des Wortes, zum Himmel! Die Korruption und Menschenverachtung, die von den führenden Eliten praktiziert wird ist dermaßen ekelerregend, dass sie ein mittlerweile wohl ein riesengroßes Loch in die Atmosphäre gebrannt hat.

    In Umberto Ecos Roman „Der Name der Rose“ gibt es eine Schlüsselstelle, inder es zu
    einem Zwiegespräch zwischen dem Franziskanerpater William von Baskerville und dem blinden Bibliothekar Jorge von Burgos kommt:
    Dieser greise Mönch hütet dort in der Bibliothek einen besonderen Schatz, nämlich ein Exemplar des verlorengegangenen „Zweiten Buches der Poetik des Aristoteles“, indem die Komödie behandelt wird. Auf die Frage William von Baskervilles über sein Motiv dieses Buch der Außenwelt unzugänglich zu machen, sagt Jorge von Burgos: „Lachen tötet die Furcht. Und ohne Furcht kann es keinen Glauben geben.“ Wer den Teufel nicht mehr fürchte, brauche keinen Gott mehr: „Dann können wir auch über Gott lachen.“
    Dementsprechend wurde das „gläubige Volk“ also in Angst und Schrecken gehalten. Denn nur so blieb – und bleibt – es berechenbar und lenkbar!
    Dieses Prinzip hat sich allerdings nicht nur die katholische Kirche zu eigen gemacht!
    Die herrschenden Eliten konnten also durch ganz systematische Verbreitung von Angst, die
    Massen kontrollierbar halten.
    Jedes einzelne Individuum hat jedoch die Fähigkeit und auch das Recht, seinen eigenen Glauben und seine eigene Spiritualität zu finden und zu entwickeln. Dies wird jedoch sehr
    geschickt und subtil durch das Establishment verhindert, indem wir mit systemkonformen
    Informationen vollgestopft werden.
    Wenn man sich aber aus diesem Informationsterror löst und beginnt eigene Gedanken zu
    entwickeln und Zusammenhänge zu erkennen, dann verlieren wir unsere Angst und die herrschenden Eliten die Macht über die Massen. Jeder von uns ist ein Teil des Göttlichen. Also trägt auch jeder von uns die richtigen Werte in sich. Es wurde uns nur ganz bewusst aberzogen, auf diese innere Stimme zu hören und dementsprechend zu handeln.
    Die wahre Macht liegt im freien, unbeeinflussten Denken! Wenn wir uns dessen bewusst werden, dann wird auch der Niedergang der „Firma Katholische Kirche“ relativ leicht verschmerzbar sein!

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