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Die Wahrheit des Wortes

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Mobilität 2020

30. April 2009

Seit Wochen und Monaten ist die Automobilbranche in den Schlagzeilen und es sind meistens keine guten. Aber Mobilität ist allgemein ein Problem, wie man auch an dem gescheiterten Börsengang der Deutschen Bahn sieht. Es gilt, gerade auch in Deutschland, die Augen für innovative, neue Ideen zu öffnen. Denn hier hat man in den letzten Jahren und Jahrzehnten einige Trends verschlafen. Man könnte Mobilität in der Zukunft ganz neu definieren bzw. managen und wenn man sich umschaut, sind auch einige Automobilhersteller schon in dieser Richtung unterwegs. Es scheint allerdings auch so, als kommt man wieder am Ziel an, wenn der Trend schon etabliert bzw. vorbei ist und das wäre gerade in Zeiten des totalen wirtschaftlichen Absturzes in Deutschland, doch sehr schade.

Ein Stück Mobilität

Es ist ein bisschen wie mit dem Autobahnausbaubau in Deutschland, kaum sind nach jahrelangen Bauarbeiten zwei Spuren mehr da, stellt man fest, dass man zwei weitere neue Spuren braucht, da das Verkehrsaufkommen wieder mehr geworden ist. Anstatt irgendwann aus diesen Fehlern zu lernen und weitsichtiger zu planen, blockiert man lieber auch zukünftig wichtige Mobilitätsknotenpunkte in Deutschland. Gerade hier in Köln, mit seinem legendären Kölner Ring, kann man da ein Lied von singen. Genau dies ist einer der Punkte, an denen man sieht, dass Mobilität neu, verbessert gemanagt werden muss. Man sollte einfach keine Autos mehr verkaufen, sondern Mobilität, zu der es dann auch noch ein Auto gibt. Man bezahlt einen monatlichen oder jährlichen Betrag, der je nach Vertragslaufzeit variieren kann und erhält für diesen Betrag eine Mobilitätsgarantie. Natürlich kann man hier gekoppelt an den Preis verschiedene Modelle anbieten, zum Beispiel tarifiert nach Ländern oder Kontinenten oder man macht es an Leistungsmerkmalen, wie Komfort oder Geschwindigkeit fest. Natürlich muss man sich dann auch an gewisse Regeln halten, wie zum Beispiel eine Gesamtfahrdauer pro Jahr oder Monat oder es gibt Streckenbegrenzungen. Die Varianten könnten vielfältig sein. Da es hier aber um Mobilität geht, geht es natürlich nicht nur ums Auto.

In dem gerade genannten Betrag könnten Flugkontingente genauso mit eingeflochten sein, wie die Benutzung der Bahn und des Öffentlichen Personen Nahverkehrs (ÖPNV). So könnte man dann zu gewissen Zeiten über eine zentrale Stelle den Verkehr noch besser steuern. Ist in einer Stadt wie Köln Messe und damit viele fremde Fahrzeuge in der Stadt, müssen die Anwohner eben auf den ÖPNV umsteigen. Ist Ferienzeit, müssten eben die Geschäftsreisenden vom Flugzeug auf die Bahn umsteigen usw. Es geht bei dieser Idee einfach darum, so viele Mobilitätsanbieter wie möglich unter ein Dach zu bekommen, um so ein Maximum an Effizienz in Zeit, aber vor allem auch in ökologischen Fragen zu erreichen. Pannen, Unfälle oder ähnliches wären auch nicht mehr ganz so relevant wie heute, denn man ist nicht mehr auf ein Fahrzeug angewiesen, sondern hat sich Mobilitätskontingente eingekauft und kann so natürlich auch in diesen unerfreulicheren Situationen, gelassener reagieren und auf eine andere Mobilitätsoption zurückgreifen. Ähnlich würde es auch mit den alljährlich gleichermaßen überraschend auftretenden Wintereinbrüchen aussehen, die man mit dieser Form des Mobilitätsmanagements auch wesentlich besser gemanagt bekommen würde. Natürlich gibt es auch bei diesem Plan einige Probleme aber die gibt es im Moment schließlich auch schon.

Der gläserne Reisende

Bei einer Zentralisierung der Mobilität, wie gerade vorgeschlagen, kommt es natürlich auch zu einer erhöhten Möglichkeit der Kontrolle. Dies bedeutet, Bewegungsprofile des einzelnen Bürgers wären noch einfacher zu erstellen und natürlich bleibt auch immer eine unbestimmte Größe an unplanbaren Faktoren die, die Spontaneität des Lebens, in einer freien Gesellschaft wie unserer es ist, so mit sich bringt. Dienstreisen, Urlaubsreisen oder auch der Weg zur Arbeit, all dies stellt noch gut planbare Komponenten dar, allerdings kommt es auch immer Mal vor, dass man jemanden spontan besuchen möchte oder ähnliches aber auch diese Größe ließe sich statistisch fixieren und dann in das Gesamtkonzept mit einbauen. Wenn man allerdings die Vorteile eines solchen Mobilitätskonzeptes gegen die Nachteile abwiegt, steht wohl fest, dass sich genau solche Konzepte irgendwann in der Zukunft entwickeln werden und dann wohl auch durchsetzen werden. Zum Thema gläserner Reisender muss man natürlich heute schon sagen, dass es immer mehr zum Einfluss von Außen kommt und die Freiheit jedes Einzelnen heute schon beim Kauf eines normalen Autos beschnitten wird. Also müssen wir diese Faktoren wohl so oder so in der Zukunft in Kauf nehmen.

Diese Faktoren sind leicht erklärt. Es beginnt mit den Begrenzungschips in Autos die Fahrzeuge meist bei 250 Stundenkilometern abriegeln, obwohl sie über eine wesentlich höhere Leistung verfügen. Es geht aber noch viel weiter, nehmen wir Einparkhilfen, wenn man diese in der Zukunft mit elektronischen, vernetzten Halteverbotsschildern koppelt, kann man demnächst das kurze Stoppen beim Bäcker im Halteverbot vergessen, da das Fahrzeug diese Ordnungswidrigkeit einfach nicht mehr zulässt. Bei Abstandsreglern ist es nicht anders, wie dicht man auffährt bestimmt dann nicht mehr der Fahrer, sondern ein Chip. Ganz davon zu schweigen, wie anfällig heute schon die Elektronik in den Fahrzeugen ist, wird es auf diesem Gebiet wohl noch schlimmer und das obwohl der ADAC gerade in seiner Pannenstatistik drauf hingewiesen hat, dass die Hauptsache für Pannen, die Elektronik ist. Bei all diesen elektronischen Hilfen, die einem natürlich ein Stück Freiheit nehmen, werden nun viele sagen, dass es natürlich auch im Straßenverkehr für mehr Sicherheit sorgt. Das ist natürlich auch richtig und unbestritten, nur diese Menschen verstummen auch meistens ganz schnell, wenn sie Nachts auf einer leeren Autobahn, nicht ausnahmsweise Mal eben ein paar Kilometer schneller fahren können, da sie zu ihrer Familie wollen, da der Chip dies verhindert und ihn persönliche Wünsche des Fahrers natürlich nicht interessieren.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Technik · Umwelt · Wirtschaft

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