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Die Wahrheit des Wortes

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Mixa, Zollitsch etc. – Eine endlose Liste?

22. Juli 2010

Man erinnert sich noch sehr gut an den Fall des Bischofs Walter Mixa und `Fall` ist hier durchaus doppeldeutig zu verstehen. Es dauerte eine ganze Zeit lang bis feststand, dass das fromme Lamm doch eher ein Wolf im Schafspelz war. Es wurde gelogen, vertuscht und selbst als die Fakten klar auf dem Tisch lagen, hielt man sich von höheren Instanzen her doch eher sehr bedeckt. Nun könnte man vielleicht noch so etwas wie Verständnis aufbringen, wenn es sich bei diesem Fall, um einen peinlichen und unmoralischen Einzelfall gehandelt hätte aber schon damals stand fest, dass es kein Einzelfall, sondern einer von vielen peinlichen, unmoralischen, gewalttätigen und wie auch immer gearteten Fällen in der katholischen Kirche war. Wenn man sich den Umgang mit solchen Fällen in der katholischen Kirche einmal genauer betrachtet, scheint vor allem eines zu zählen und zwar, dass man eine massive Imageschädigung wohl hinnimmt und auf das Vergessen setzt.

Nach Mixa nun Zollitsch?
Vor kurzer Zeit wurde erst bekannt, dass sich der frühere Bischof Walter Mixa eine Zeit des Schweigens gönnt, welche wie durch Zufall nach einer Privataudienz beim deutschen Papst Benedikt XVI. begann, da wartet auch schon der nächste Skandal. Erzbischof Robert Zollitsch, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), soll ebenfalls vertuscht haben, anstatt die Staatsanwaltschaft zu informieren. Man ist nicht überrascht, dass er sich gegen diese Vorwürfe wehrt, verteidigte er am Anfang doch auch noch Walter Mixa. Es wirkt wie eine Endlosschleife die hier immer wieder durchlaufen wird. Es zeigt aber auch sehr schön, wie abgeschottet gerade auch das System der katholischen Kirche in Deutschland funktioniert. Offenheit sieht irgendwie anders aus. Immer wieder wird geschwiegen und erst dann aufgeklärt, wenn die Fälle juristisch verjährt sind bzw. die Täter alt, krank oder gar verstorben sind. Es sieht schon so aus, als wäre hier ein gewisses System zu erkennen.

Spannend ist es auch mit anzusehen, wie man sich bei der katholischen Kirche um die vermeintlichen Täter und deren Wohlergehen kümmert, manch Opfer hätte sich solchen Beistand seiner Glaubensbrüder wohl auch gewünscht bzw. wünscht sich wohl bis in die Gegenwart, dass all diese schrecklichen Straftaten bei der katholischen Kirchen niemals stattgefunden hätten. Nun verweist man immer wieder gerne darauf, wie lange all dies her ist aber wer kann schon mit Bestimmtheit sagen, was man in einigen Jahrzehnten über die Geschehnisse bei der katholischen Kirche in dieser Dekade erfährt. Man sollte bei der katholischen Kirche auch über solche Zeilen nicht erstaunt sein, denn wenn man in den letzten Wochen und Monaten eines bewiesen hat, ist es, dass es sehr schwer bis fast unmöglich ist in diesem Kontext noch von Vertrauen zu sprechen. Es gab in der jüngsten Vergangenheit oft genug die Chance dieses Vertrauen zurückzugewinnen aber scheinbar geht der Schutz der Täter auch hier vor.

Ist es der Glaube?
Nun darf man natürlich nicht einfach alles in einen Sack verwerfen und darauf eindreschen und so muss man natürlich verschiedene Bereiche, wie zum Beispiel den Glauben an sich, die Religion und dann auch so etwas, wie die katholische Kirche, getrennt sehen und behandeln. Allerdings wird es hier natürlich schwierig, Glaube hat nicht unbedingt nur etwas mit der katholischen Kirche zu tun, denn, auch wenn man dies bei den Katholiken nur ungern hört, es gibt auch noch viele andere Möglichkeiten seinen Glauben zu leben. Viele bleiben auch in diesen Tagen zum Beispiel ihrer Liebe zu Gott treu, wenden sich allerdings von der katholischen Kirche auf Grund der oben genannten Sachverhalte ab. Als nächstes stellt sich die Frage, wie man eine Religion auslebt und hier wird es schon etwas spannender, denn man erinnert sich noch zu gut an den massiven Imageschaden der Moslems und des Koran durch den Terrorakt vom 11. September 2001 in New York und Washington D.C. Hier ging man übrigens wesentlich weniger selektiv vor, als man es im Moment im Kontext der Skandale bei der  katholischen Kirche tut.

Man schlug auf den Koran ein, Moslems wurden unter den Generalverdacht des Terrorismus gestellt und ähnliches. Dies wäre genauso, wie wenn man nun einen Generalverdacht gegen jeden Katholiken wegen Missbrauch, Vertuschungen und ähnliches haben würde und dabei auch noch die Bibel verteufeln würde. Dieses zweierlei Maß sollte man sich auch immer vor Augen halten und sich Fragen, wie man eigentlich mit anderen Religionen umgeht und umgehen sollte. Wenn es nicht der Glaube ist, wenn es nicht die heiligen Schriften der Religionen sind, muss man voraussetzen, dass es sich um ganz schlichte Straftaten handelt, die auch mit aller Härte verfolgt werden sollte. Sollte sich herausstellen, dass sich irgendwas tatsächlich direkt mit dem Glauben oder ähnlichem rechtfertigen sollte, hätte man noch einmal eine ganz neue Dimension und sollte dann auch über den weiteren Umgang mit den entsprechenden Religionen nachdenken. Auch eine Religion oder der Glaube, kann und darf in einer freiheitlichen Demokratie nicht als Grund für Straftaten herhalten, auch das muss feststehen und gilt für den Bereich der Moslems, genauso wie für die Katholiken und alle andere Religionsgemeinschaften. Auch hier wäre ein Signal aus dem Vatikan dringend nötig.

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Kategorie: Gesellschaft · Kultur

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