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Die Wahrheit des Wortes

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Mit Information zur totalen Desinformation

10. Februar 2011

Vor einigen Tagen wurde ein sehr interessanter Artikel eines lieben Kollegen veröffentlicht, in dem er sich mit der Technologie beschäftigte, wie zum Beispiel Staaten, wie gerade erst Ägypten, das Internet abschalten können. Es ging natürlich auch um die Frage, wer alles ein Interesse haben könnte das Internet abzuschalten und man kann durchaus sagen, dass es gar nicht unbedingt ein so großes Interesse daran geben muss, dieses Medium abzuschalten. Man lebt in einer Zeit in der man förmlich von Informationen überflutet wird und dies bezieht sich natürlich nicht nur auf das Internet. Diese massive, so gut wie gar nicht mehr zu  bewältigende Flut an Informationen führt am Ende des Tages oftmals vor allem zu einem, der totalen Desinformation. Die Menschen sind verwirrt, wissen nicht mehr was und vor allem wem sie glauben sollen und flüchten sich dann nur allzu gerne in Scheinwelten, die natürlich in etwa in ebenso großer Masse angeboten werden. Es gibt kaum bessere Voraussetzungen um große Massen an Menschen ruhigzustellen, um so schalten und walten zu können, wie man es für sich persönlich als das Beste erachtet.

Der leere Marktplatz
Eier und Fleisch sind mit Dioxin verseucht, es kommt zu einem kurzen, temporär sehr begrenzten Aufschrei und schon ist die Hysterie über diese höchst krebserregende Substanz in unser aller Lebensmittel auch schon wieder aus dem Kopf. Die Wirtschaft und die Politik reiben sich die Hände, dass auch diesmal für sie wieder alles so glimpflich abgelaufen ist. Aber wie kann so etwas passieren? Immer wieder hört man von Gammelfleisch oder Fleischabfällen, die einem als vermeintlich gutes Nahrungsmittel verkauft werden, auch hier ist eine nachhaltige Veränderung nicht zu spüren, es ist mehr ein Warten auf den nächsten Skandal. Und auch hier muss man sich fragen, wieso so etwas möglich ist? Auf der einen Seite zeigt es natürlich wieder einmal das totale Versagen der Politik auf aber die bestimmt die Masse alle paar Jahre selbst, also kann dies nicht die alleinige Antwort sein. Der nächste Punkt sind die Medien und hier natürlich vor allem die etablierten Massenmedien. Die bieten einem gleich alles, was man braucht um zu vergessen und dieses Spielchen dadurch immer wieder aufs Neue mitzuspielen.

Da sind die ganzen Kochshows, die man nicht verpassen darf und deren Rezepte man sich dann nach der Sendung im Internet runterladen kann, danach gibt es noch ein paar Themensendungen, in denen es um die aktuellen Skandale geht, auch diese darf man nicht verpassen, schließlich will man mitreden können bzw. eher mitchatten, denn für einen Plausch auf dem Wochenmarkt bleibt bei all dem keine Zeit mehr, schließlich muss auch noch auf der virtuellen Farm im sozialen Netzwerk geerntet werden. So bleibt der Marktplatz leer, obwohl man genau hier, Auge in Auge mit dem Bauern aus der Region reden könnte, sich aus erster Hand schlau machen könnte und an Ort und Stelle auch gleich noch seine Einkaufsgewohnheiten bestens an die Situation anpassen könnte. Noch besser, man könnte sich mit Nachbarn und Bekannten unterhalten, anstatt mit Unbekannten im Netz über Themen des persönlichen Lebens zu chatten, deren wahre Intention man in den allermeisten Fällen gar nicht kennt. All dies geschieht nicht, da man mit vermeintlich Wichtigerem abgelenkt wird.

Unabänderbar
Aber es geht noch weiter, denn viele Menschen fragen sich bei dieser riesigen Masse an täglichen Hiobsbotschaften und Kirchen und Gewerkschaften auf die scheinbar auch kein Verlass mehr ist, ob sie nicht einfach den Kopf in den Sand stecken sollten. Und auch diese Antwort wird ihnen abgenommen, denn sie werden bildlich gesprochen mit Massen an traumhaftem Sand zu geschüttet. Es gibt Browserspiele für jeden Geschmack, Soaps, die einem vorgaukeln, dass das was man dort sieht die Realität sei bis hin zu fragwürdigen TV-Formaten, wie das Dschungelcamp oder Wetten dass…?, die man teilweise noch teuer mit GEZ-Gebühren finanzieren darf. Viele Menschen nutzen genau diese vermeintliche Chance und lassen sich von all dem ablenken und haben so noch weniger Zeit etwas zu verändern. Immer wieder hört man dann, wie unabänderbar doch die Zustände seien und das man letztendlich doch nichts tun könnte. Genau an diesem Punkt kommt tosender Applaus von den Rängen auf, auf denen die Strippenzieher der raubtierkapitalistischen Globalisierung sitzen, denn in diesem Moment haben sie ihr Ziel erreicht.

Die Menschen müssen wieder lernen viel selektiver vorzugehen, es müssen ganz neuen Zeitmanagementsysteme her und man muss lernen die Verknüpfungsmöglichkeiten, wie aber natürlich auch die Informationsmöglichkeiten gegen dieses System einzusetzen und genau diese Chance besteht. Würde sie nicht bestehen, würde sich nicht ein Mensch Gedanken darüber machen, wie man das Internet ausschalten kann. Jeder selbst hat es in der Hand, meistens sogar sprichwörtlich durch die Fernbedienung, sein Leben auch anders zu gestalten, denn auch abschalten kann oft genug eine Alternative sein. Man würde schon bald feststellen, dass Dinge sehr wohl abänderbar sind, man müsste nur mit der Veränderung bei sich selber anfangen und dann würde ganz schnell das Prinzip der großen Zahl greifen und gegen eine gut vernetzte und informierte Gemeinschaft, haben einige Wenige, die nur auf ihren eigenen Profit aus sind und sich nicht um die Gesundheit der Menschen oder gar um die Natur kümmern, keine Chance. Übrigens muss Vernetzung und Informationsfluss gar nichts mit der virtuellen Welt zu tun haben, denn auch eine Dorfgemeinschaft ist ein Netzwerk und an Informationen gelangt man auf vielen Wegen, wobei es natürlich in einem angemessenen Maß auch sehr gut ist, die Möglichkeiten der heutigen Technik zu nutzen.

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Kategorie: Gesellschaft · Medien · Politik · Technik · Wirtschaft

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