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Die Wahrheit des Wortes

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Mindestnorm als Standard

27. Juli 2010

Nun kann man diskutieren, wie die Entschädigungen der Hitzeopfer der Deutschen Bahn AG zu bewerten sind aber was würde dies bringen? Die Frage ist doch viel mehr, wieso es in einem so hochtechnisierten Land, wie Deutschland, immer wieder zu solchen Problemen kommt und dies vor allem auch immer wieder bei Großkonzernen, wie zum Beispiel der Bahn? Gerade die Bahn hat in den letzten Monaten bewiesen, dass sie scheinbar weder mit dem Winter, noch mit dem Sommer klar kommt und dies ist natürlich irgendwie erstaunlich. Es wäre aber nun auch unfair nur auf der Bahn rumzuhacken, denn es gab zum Beispiel auch anderswo Probleme mit den Klimaanlagen, während der letzten Hitzeperiode und hierfür gibt es eine ganz einfache Erklärung und dies ist in diesem Fall das DIN (Deutsche Institut für Normung e.V.). Diese 1917 unter dem Namen `Normungsausschuss der deutschen Industrie` gegründete Organisation, schafft bis in die Gegenwart verschiedenste Standards, die sich schon lange nicht mehr nur auf die Industrie beziehen.

Wärmer darf es halt nicht werden
Im Fall von Klimaanlagen schreibt das DIN nun vor, dass diese auf eine Höchsttemperatur von 32 Grad Celsius ausgelegt sein müssen und so war es auch in den betroffenen ICE der Deutschen Bahn AG. Natürlich besagt dieser Standard nicht, dass man nicht auch für mehr Auslastung von Klimaanlagen sorgen darf aber natürlich wird es dann teurer und nicht jeder Sommer ist so großartig wie dieser. Im Klartext bedeutet dies, man hält sich an eine Art Mindeststandard mit dem man in der Regel auch problemlos klar kommt aber eben nur in der Regel. An genau dieser Stelle beginnt nun die große Finanzpolitik, denn es scheint doch so, als würde man bei der DB, wie aber auch bei anderen Unternehmen, kalkulieren, wie hoch mögliche Schadensersatzkosten und der eventuelle Imageschaden sein könnte und diese Summe wird dann scheinbar den Kosten gegenüber gestellt, die verursacht würden, wenn man über diese Mindeststandards hinaus gehen würde. Wo der Mensch bei solchen Kalkulationen bleibt? Die Antwort kann sich wohl jeder selber geben.

Es ist natürlich hart, wenn man solches Verhalten einmal aus einem solchen Blickwinkel betrachtet aber scheinbar ist genau dies die Realität. Zahlen sind es die am Ende des Tages zählen und nicht Menschen. Dies ist wohl auch ein Hauptmerkmal des Raubtierkapitalismus. Es geht um die reinen Zahlen, um die totale Gewinnmaximierung. Der Mensch, seine Bedürfnisse und ähnliches verlieren immer mehr an Bedeutung bis in die totale Bedeutungslosigkeit. Mittlerweile ist all dies schon soweit fortgeschritten, dass man sogar versucht ganze Staaten auszusaugen, was am Ende des Tages zu großen Defekten in den einzelnen Gesellschaften führt. Denn entzieht die Wirtschaft einem Staat immer mehr Kapital, wird dieser natürlich immer handlungsunfähiger und muss seine Bürger immer mehr beschneiden, wie man es im Moment in Deutschland zum Beispiel auch sehr stark in Bereichen, wie zum Beispiel dem Gesundheitswesen aber auch in der Kultur spürt.

Die Endlosschlaufe
Sorgt nun die Wirtschaft dafür, dass ein Staat immer instabiler wird, die Politiker immer mehr an Einfluss verlieren, kann man von dieser Seite her natürlich mit noch mehr Radikalität agieren und schwächt das System so natürlich noch mehr. So entsteht eine sich nach unten immer schneller drehende Endlosschlaufe, die vor allem den Bürgern schadet und hier ist das Risiko dieses Systems begraben, denn man wird nicht für immer und ewig ohne Rücksicht auf die Menschheit agieren können. Über eine gewisse Zeitdauer wird dies funktionieren aber eben nicht bis in die Unendlichkeit. Eine Gesellschaft erneuert sich irgendwann aus sich selbst heraus und diesen Aspekt scheinen die Protagonisten des Raubtierkapitalismus zu unterschätzen. Man darf wohl auch davon ausgehen, dass auch Zwischenfälle, wie zum Beispiel die eben erläuterten bei der Deutschen Bahn AG, nicht zu einem tiefgreifenden Umdenken führen werden, denn das hatte man gerade bei der DB schon zum Abschied von Hartmut Mehdorn versprochen, ohne das sich unter dem neuen Chef, Rüdiger Grube, etwas wesentlich positiv verändert hätte.

Die Zwischenfälle ähneln sich und die Ergebnisse sind immer wieder dieselben, man versucht zu vertuschen, es auf andere zu schieben und ähnliches und verliert die Opfer, verliert das Volk dabei völlig aus den Augen. Ein anderes gutes Beispiel für diese Taktik ist die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko, die auf BP zu buchen ist. Hier ist außerdem noch sehr auffällig, wie die etablierten, großen Medien mitspielen, denn man fixiert sich doch viel mehr auf die Rettungsaktionen und deren regelmäßiges Scheitern, anstatt sich in aller Nachhaltigkeit um die bislang schon entstandenen Schäden zu kümmern. Hier wird ein weiterer Teil dieses Systems deutlich und zwar, wie weit der Einfluss auf die breite Masse durch die etablierten, großen Medien schon fortgeschritten ist, was es natürlich einfacher macht Meinungen zu bilden. Eine solche Verschmelzung von Wirtschaft, Politik und den Medien stellt ein großes Risiko dar und dies vor allem für die Werte einer freiheitlichen Demokratie und für die sollte letztendlich jeder Bürger kämpfen.

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Kategorie: Gesellschaft · Kultur · Medien · Politik · Technik · Umwelt · Wirtschaft

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