fairschreiben

Die Wahrheit des Wortes

fairschreiben header image 2

Mehr Arbeit

19. Oktober 2010

An den verschiedensten Stellen merkt man, dass im ehemaligen Land der Dichter und Denker vieles nicht mehr so läuft, wie es eigentlich laufen sollte und auch laufen könnte. Die Probleme sind auf Anhieb vielschichtig, da wäre die immer härter werdende Integrationsdebatte, die steigende Armut und natürlich nicht zu vergessen, das völlig marode Gesundheitssystem. Natürlich kann man diese Liste jetzt eigentlich beliebig fortsetzen aber es ist viel interessanter einmal einige der Highlights, die an Problemen bestehen, etwas aufzuarbeiten und dies nicht gerade in der klassischen Art der Berichterstattung der etablierten Massenmedien, in der scheinbar doch meist um die Vertretung irgendwelcher politischer Interessen oder aber um die Zufriedenstellung irgendwelcher Werbekunde geht. Wenn man es einmal wirklich unabhängig betrachtet, findet man den Schlüssel in den meisten Fällen ganz einfach im Bereich des Arbeitsmarktes, wie es auch dieser Artikel aufzeigt.

Menschenwürdige Arbeit?
Erst in der letzten Woche erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Rahmen der Integrationsdebatte, dass man sich erst einmal um die Ausbildung der in Deutschland lebenden Menschen kümmern sollte, bevor man über Einwanderung diskutiert. Dieser Ansatz ist natürlich erst einmal genau richtig aber was passiert dann mit all den gut ausgebildeten Menschen? Man würde wohl ganz schnell wieder in den Bereich der Überqualifikation abrutschen, was natürlich auch zu Frustration auf Seiten der Arbeitssuchenden führt, denn das man keinen akademischen Grad erwirbt um Taxi zu fahren oder gar im Park den Müll einzusammeln, sollte eigentlich auch in der Politik bekannt sein. Mittlerweile entwickelt sich in Deutschland allerdings der Trend, dass man einfach nur dankbar sein soll, wenn man überhaupt Arbeit hat und davon überleben kann und so sollte es unter keinen Umständen sein, denn wenn man nur überleben kann, bedeutet dies auch, dass man keine Chance hat am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben und dies kann man durchaus als menschenunwürdig ansehen.

Es sollte im politischen Berlin ein hohes Ziel sein den arbeitspolitischen Einfluss so zu nutzen, dass auch ausreichende Arbeitsplätze vorhanden sind, von denen man auch menschwürdig leben kann. Erreicht man dieses Ziel nicht, muss man dafür sorgen, dass auf Wegen der staatlichen Leistungen, zum Beispiel durch Hartz IV oder ähnliches, ein solches Leben ermöglicht wird. Man muss sich auch vor Augen halten, dass dieser Weg auf die Dauer auch zu einer Erholung der völlig vernachlässigten Binnenkonjunktur führt und somit auch zu einem nachhaltigen, von externen Märkten unabhängigen, Aufschwung führt. Bevor man also beim nächsten Mal wieder loslegt Hartz-IV-Empfänger zu diskriminieren, sollte die Bundesregierung ihre Hausaufgaben erledigen und wenn dies geschehen ist, kann und sollte man sich natürlich auch der verschwindend geringen Personengruppe widmen, die es natürlich auch durchaus gibt, die sich in der so genannten sozialen Hängematte ausruhen wollen und einfach nur ein entspanntes, arbeitsfreies Leben führen wollen, denn auch so etwas schädigt natürlich das System, wenn auch nur minimal im Kontext anderer Ausgaben.

Welche Binnenkonjunktur soll hier noch was retten?
Die immer härter werdenden Bedingungen am Arbeitsmarkt sorgen, wie bereits berichtet, natürlich auch für immer mehr chronische Erkrankungen und diese treiben natürlich die Kosten bei den Krankenkassen im weiter in die Höhe und schädigen auch sonst die Volkswirtschaft. Auch dies sollte bei der mehr als überfälligen Gesundheitsreform berücksichtigt werden, denn desto mehr Menschen erkranken, desto unlösbarer wird diese Aufgabe. Hier sollte man im übrigen auch ein Auge auf die gesunde Ernährung von Empfängern von Hartz IV haben, denen eine gesunde Ernährung oftmals auch schon aus Kostengründen gar nicht möglich ist, denn auch hier entsteht eine immer größer werdende Lawine, die die Politik scheinbar einfach ignoriert. Man sieht auch hier ist das Portfolio dessen, was man vom politischen Berlin erwarten kann und muss sehr breitgefächert und da heißt es anpacken, anstatt ewig lange Scheindebatte über irgendwelche nachrangigen Themen zu führen. Denn die nächsten Schockwellen werden nicht allzu lange auf sich warten lassen.

Ebenfalls in der letzten Woche feierten die so genannten Wirtschaftsexperten in Deutschland schon einmal den kurz bevorstehenden großen Aufschwung, der noch größer werden soll, als ursprünglich gedacht. Der DAX bedankte sich auch direkt mit einem großen Plus und mach Bürger dürfte es wieder anders in der Magengegend geworden sein, denn sollte es, wie immer, ganz überraschend und für keinen vermeintlichen Experten vorhersehbar, doch anders kommen, ist der Fall noch größer. Nicht umsonst warnte man im gleichen Atemzug auch schon vor negativen Nachrichten aus den USA und China. Hier will man dann aber mit einem ausreichenden Gegengewicht aus der Binnenkonjunktur gegen halten. Ob die Binnenkonjunktur im Land der Leergutsammler dazu in der Lage ist, darf wohl eher bezweifelt werden. Auch hier ist der Schlüssel der einer soliden und nachhaltigen Arbeitsmarktpolitik und all dies sollte auch einen gewissen nationalen Charakter haben, denn wo uns die Abhängigkeit von China und den USA hingeführt hat, ist mittlerweile auch beim Letzten angekommen. Nun kann die Politik alles in allem beweisen, dass sie lernfähig ist und die Bürger und Wähler nicht auch noch weiterhin ignoriert.

Freude teilen: Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Webnews
  • Digg
  • email
  • Facebook
  • Fark
  • Google Bookmarks
  • Linkarena
  • LinkedIn
  • Twitter


Kategorie: Gesellschaft · Medien · Politik · Wirtschaft

Bis jetzt ohne Kommentar ↓

  • Bisher noch ohne Kommentar - Fang an und sag Deine Meinung

Schreib was dazu