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Die Wahrheit des Wortes

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LTE – Die Zukunft des mobilen Internets

14. April 2010

Seit Wochenbeginn beteiligen sich vier Anbieter an der Versteigerung der LTE-Lizenzen in einer ehemaligen Kaserne in Mainz. LTE steht für Long Term Evolution und dies soll wiederum die große Zukunft des mobilen Internets sein. Es soll aber außerdem dabei helfen, die Bereiche in Deutschland mit schnellem Internet zu versorgen, wo sich die Menschen im Moment noch fühlen, als wären sie in der Steinzeit der Datenübertragung. Wer wird das Rennen machen? Was wird aus den Versprechen, dass als erstes eben die gerade angesprochenen, so genannten `weißen Flecken` versorgt werden müssen, also die Gebiete, die mit schnellem Internet unterversorgt sind? Vor allem aber wird es spannend, wie viel Geld die Bundesnetzagentur und damit letztendlich der Staat mit dieser Versteigerung einnehmen wird. Es scheint nur festzustehen, dass man sehr, sehr weit von den 50 Milliarden Euro entfernt sein wird, die man damals bei einer ähnlichen Versteigerung noch für die UMTS-Lizenzen erwirtschaftet hat. Hier sollen aber vor allem die Risiken und Nebenwirkungen ein Thema sein.

Da geht doch mehr nach Griechenland
Damals erbrachte die Versteigerung der UMTS-Lizenzen, wie gesagt, 50 Milliarden Euro fürs Staatssäckel, Geld welches die Bundesrepublik Deutschland in Zeiten, wo die Staatsverschuldung so hoch ist, wie sie seit der Gründung der Republik noch nie war, gut gebrauchen könnte. Allerdings sind solche Zahlen bei der aktuellen Versteigerung nicht zu erwarten. Die Bandbreite geht diesmal von einem hohen dreistelligen Millionenbetrag bis hin zu 5 Milliarden Euro. Hier bietet sich natürlich ein schönes Hätte-Wäre-Wenn-Gedankenspiel an. Die Europäische Union (EU) hat gerade ein 30 Milliarden Euro Hilfspaket für Griechenland in Aussicht gestellt. An diesem Topf wäre Deutschland im Notfall mit 8,4 Milliarden Euro beteiligt, würden die LTE-Lizenzen nun also tatsächlich 5 Milliarden Euro erbringen und die Griechen würden die Nothilfe der EU benötigen, läge die Last für den deutschen Steuerzahler nur noch bei 3,4 Milliarden Euro. Dies könnte man dann doch einmal als etwas Positives verkaufen und außerdem ist es ein gutes Beispiel dafür, warum man immer das große Ganze sehen muss.

Aber kommen wir noch einmal zu einigen technischen Aspekten. Jeder kennt den Gang zu seinem DSL-Anbieter und in den meisten Fällen ist eine Versorgung mit dieser Form des Internetzugangs auch kein Problem, allerdings gilt dies nicht für die so genannten `weißen Flecken` im Land, wo eine solche Versorgung bis zum heutigen Tage nicht möglich scheint. Hierbei geht es um eine Frage der Rentabilität, denn auch das letzte, kleine Dorf mit Kabeln zu versorgen, rechnet sich ganz offensichtlich nicht im Ansatz. Anders sieht es nun mit der LTE-Technik aus, denn hier wird auf alte TV-Frequenzen zurückgegriffen, dies bedeutet, dass das teure verlegen von Kabeln diesmal entfällt. Dies klingt natürlich erst einmal wie ein großer Vorteil, allerdings darf man die aufkommenden Probleme dieser neuen Technik nicht übersehen. Experten sprechen davon, dass Menschen bis zu einer zweistelligen Millionengröße die DVB-T nutzen, Probleme mit ihrem Empfang bekommen könnten. Folgt man dem was man in diesem Kontext im Moment in den Medien hört, möchte man sich da aber erst drum kümmern, wenn die Probleme auftreten. Das kann also noch durchaus heiter werden.

Immer mehr Mobilität
Aber warum braucht man die LTE-Technik? Es gibt gleich mehrere Gründe. Zum einen wird das Datenaufkommen durch immer komplexere Anwendungen immer größer und muss auch zukünftig bewältigt werden. Zum anderen ist aber der steigende Grad an Mobilität mit ein Grund für diese technische Änderung. Durch immer intelligentere Endgeräte, vom Smartphone bis zum Laptop, nutzen immer mehr Menschen die Möglichkeiten des Internets mobil, womit sich hier natürlich auch wieder eine ganz neue Struktur ergibt. Bleibt die Frage der Kosten, denn natürlich benötigt auch dies eine gewisse finanzielle Investition und dies gilt nicht nur für das Ersteigern der LTE-Lizenzen selbst. Natürlich sind diese Kosten lange nicht so hoch, wie noch bei UMTS aber man darf trotzdem gespannt abwarten, was dies für die Geldbörsen möglicher Anwender bedeutet. UMTS Tarife mit denen von LTE zu vergleichen dürfte sehr interessant werden. Man muss natürlich auch berücksichtigen, dass hier etwas Neues förmlich überfällig ist, denn die Preise die man im Moment für telefonieren und surfen im Internet bezahlt, verfallen doch immer mehr und so könnte man natürlich auch diesem Trend entgegenwirken. Es bleibt abzuwarten wo die Reise hingeht.

Neue Technik wird aber wohl auch wieder neue Probleme mit sich bringen. Selbst in einer Stadt, wie zum Beispiel hier in Köln, die immerhin die viertgrößte des Landes ist, hat man teilweise immer noch Probleme mit dem Internetzugang. Fragt man beim DSL-Anbieter an, verweist dieser auf die Endgeräte, lässt man diese prüfen ist man ganz schnell wieder am Anfang der Kette. Am Ende des Tages bleiben einem eigentlich nur zwei Optionen. Man findet sich mit der Situation ab, schließlich gab es auch Ende der 1980er schon Überlastungsprobleme im schlichten Telefonnetz, also sollte man sich langsam daran gewöhnt haben oder aber man lässt sich auf einen langwierigen Rechtsstreit mit Gutachtern etc. ein, der einen wahrscheinlich auch nicht weiterbringt, denn es scheint doch ein anbieterunabhängiges Problem zu sein. Ob sich solche Probleme in Zukunft mit der LTE-Technik verbessern bzw. im Idealfall ausschließen lassen, werden wir sehen. Vielleicht hat dann niemand mehr Probleme mit seinem Internetzugang aber ein paar Millionen die Fernsehen über DVB-T sehen möchten, keinen Empfang mehr. Aber seien wir ehrlich, dann schauen wir doch alle eben Fernsehen über die neue LTE-Technik, bleibt nur die Frage, was das dann wieder kosten wird?

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Technik · Wirtschaft

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Ludwik // 11. Mai 2010 at 20:23

    Ein kleiner Durchmesser einer Wasserleitung bringt einem grossen Wasserhahn eben nicht mehr Wasser…
    So ist das mit dem Internet..

Schreib was dazu