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Die Wahrheit des Wortes

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Loveparade – Generation Party?

28. Juli 2010

Man spricht von der Generation Golf oder von der Generation Praktikant aber gibt es nicht vielleicht auch eine Generation Party? Der Schock über die Katastrophe bei der Loveparade 2010 in Duisburg mit mittlerweile 20 Todesopfern und wahrscheinlich auch noch wesentlich mehr Verletzten als bisher angenommen, sitzt noch immer tief aber es kommen auch immer mehr Fragen auf. Die größte und wohl wichtigste Frage ist, wie es überhaupt zu einer solchen Tragödie kommen konnte und man scheint der Antwort langsam näher zu kommen. Es gibt immer mehr Stimmen die mittlerweile behaupten, die Loveparade hätte niemals nach Duisburg gehen dürfen, da es einfach keinen ausreichenden Platz für eine solche Masse an Menschen gab. Wie nun jeder weiß, fand sie Verhängnisvollerweise aber trotzdem dort statt, was viele Menschen mit ihrem Leben und ihrer Gesundheit bezahlen mussten.

Feiern als Geschäftsmodell
Es ist kein Geheimnis, dass die Loveparade schon seit langer Zeit mehr als nur Kult ist, man muss hier von einem gut platzierten und sehr viel Geld und Prestige bringendem Produkt sprechen, welches schon lange von Berlin losgelöst ist. Party ist in der heutigen Zeit weit mehr als einfach nur zusammen Spaß zu haben, es ist natürlich ein ganz eigener Geschäftszweig und für diesen gelten natürlich auch die Regeln des Marktes und dies bedeutet scheinbar mittlerweile auch in Deutschland, dass die Regeln des Raubtierkapitalismus zu befolgen sind. Bekanntermaßen bedeutet dies natürlich, Gewinnmaximierung um jeden Preis und damit kommt man wohl auch zu einem Teil des Problems der Loveparade in Duisburg. Denn man hört nun immer häufiger Aussagen, die behaupten es sei gerade auch im Bereich der Sicherheit getrickst und somit gespart worden. Die Folgen sind seit spätestens Samstag allseits bekannt. Sollte es so gewesen sein, muss man wohl einräumen, dass hier Menschen starben damit sich der Gewinn maximieren ließ.

Es wirkt so, als wollten immer mehr Menschen einfach nur noch feiern, denn Alltag vergessen, für ein paar Stunden abschalten. Dies ist natürlich bei der heutigen Lage im Land auch nachvollziehbar. Diese Menschen, und auch das ist eine Wahrheit, nehmen nicht nur große Strapazen, wie stundenlanges Warten auf sich, sondern gehen auch ein allgemein hohes Risiko ein. Denn man darf davon ausgehen, dass auch einer Menge der Besucher klar gewesen sein muss, auf welch ein Megaevent sie dort zum Feiern gehen und solche Menschenmassen können aus den verschiedensten Gründen immer auch ganz schnell zur tödlichen Falle werden. Trotzdem muss auch klar sein, dass es hier nicht um eine Schuldzuweisung an die Besucher der Loveparade geht, die Schuldigen dieser Katastrophe sind wo anders zu suchen und zwar dort, wo man sich auf all die Tricksereien eingelassen hat und scheinbar nachdem Prinzip verfahren ist, dass schon alles gut gehen wird.

Ungereimtheiten auch noch nach der Katastrophe
Es gab scheinbar im Vorfeld der Loveparade 2010 in Duisburg viele Ungereimtheiten. Beginnend bei Genehmigungen für 500.000 Menschen, bei einem Platz für 250.000 Besuchern. Dann ist da noch die Frage, warum niemand im Vorfeld auf die Idee gekommen ist, dass auch mehr als eine Millionen Besucher kommen könnten, wie es in den ganzen letzten Jahren auch der Fall war. Man wird das Gefühl an dieser Stelle nicht los, dass es Kräfte gab, scheinbar auf Seiten der Politik aber auch der Wirtschaft, die dieses Event unbedingt nach Duisburg holen wollten und das um jeden Preis. Der Preis der nun gezahlt wurde, ist allerdings einer der in einer normalen Gesellschaft ausgeschlossen sein sollte. Es gibt immer wieder die Frage, wo bei so etwas noch die Achtung vor dem Leben bleibt bzw. die Erkenntnis, dass der größte Feind des Menschen scheinbar er selbst ist.

Die ganze Zeit schon machen Verletztenzahlen von weit über 300 Menschen die Runde, allerdings konnte man mittlerweile in den Medien auch mitbekommen, dass es im Kontext dieser Katastrophe gut 700 Rettungsfahrten gab, hierbei sind natürlich die Personen noch nicht mit einbezogen, die es noch aus eigener Kraft in ein Krankenhaus geschafft haben. Je nach Rechenmodell wäre man dann sehr schnell bei 1.000 oder mehr Verletzten. Auch hier wird scheinbar weiterhin nicht ganz die Wahrheit gesagt und man fragt sich, ob all dies vielleicht der Pflege, des nun massivst angekratzten Images dienen soll und hier muss man über die Grenzen Duisburgs hinausschauen, denn es geht nicht nur um das Image von Duisburg und der Loveparade, sondern auch um das Image der Weltkulturhauptstadt Ruhr.2010 und damit ist am Ende des Tages mit dem Ruhrgebiet der größte Ballungsraum Europas betroffen, was die Tragweite dieser Katastrophe auch noch einmal verdeutlicht.

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Kategorie: Gesellschaft · Kultur · Politik · Wirtschaft

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