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Loveparade 2010 – Die Katastrophe im Pott

25. Juli 2010

Aus aktuellem Anlass müssen wir leider auch am heutigen Sonntag berichten, da es vor einigen Stunden bei der Loveparade in Duisburg zu einer Katastrophe mit mindesten 19 Todesopfern und über 340 Verletzten gekommen ist. Nachdem letztes Wochenende der so genannte Ruhrschnellweg zur größten Partymeile Europas wurde und hier im größten Ballungszentrum Europas ein Still-Leben der ganz besonderen Art erschaffen wurde, in dem es ein Fest der Kulturen auf der Hauptverkehrsader des Potts gab, stand am gestrigen Tag eine weitere Megaparty im Pott an, die Loveparade 2010 und diese endete in der totalen Katastrophe. Dieses große Technoevent, welches im Jahr 1989 als politische Demonstration in Berlin begann und immer weiter wuchs, wanderte aus verschiedenen, vor allem auch aus finanziellen Aspekten, von der Hauptstadt Berlin ab. Das große Comeback feierte es dann in der Ruhrmetropole Essen und sollte von dort im Folgejahr 2009 weiter nach Bochum ziehen, hier gab es allerdings ein Absage, wohl auch aus Sicherheitsbedenken. Im Jahr 2010 stand nun Duisburg auf dem Plan und dies war verhängnisvoll.

Eine Massenpanik reichte
Höher, schneller und weiter ist oftmals die Devise unserer Zeit, wie verkehrt dies sein kann, zeigte sich an diesem Wochenende auf tragische Weise bei der Loveparade in Duisburg. Aus der Erfahrung der letzten Jahre und Jahrzehnte, weiß man, dass es sich bei einer solchen Veranstaltung um ein Megaevent handelt und es dürfte den Verantwortlichen auch ein Begriff gewesen sein, dass es sich hier auch immer, um es vorsichtig zu formulieren, bei einer gewissen Zahl an Teilnehmern um Drogenkonsumenten handelt, die bekanntermaßen auch schon einmal durch extreme Exzesse auffallen können. Wenn nun über eine Millionen Menschen feiern, braucht es so oder so schon ausgeklügelte Systeme, um dies reibungslos ablaufen zu lassen und es bedarf ausreichend Platz. Letzteres war aber wohl am gestrigen Tag in Duisburg ein Problem und man musste schon relativ früh damit beginnen das Gelände abzusperren und Massen abzuweisen, was zu Menschenstaus führte.

In einem Tunnel, genau in einem solchen Stau, kam es dann gegen 17 Uhr zur Katastrophe und eine Panik brach aus in deren Folge mindestens 19 Menschen ihr Leben verloren und über 340 Personen verletzt wurden. Ein Szenario, welches sich einfach niemand vorstellen konnte und wollte. Rettungsaktionen bei solchen Massenveranstaltungen stellen dann natürlich auch noch einmal ein besonderes Problem dar. Zum einen ist es natürlich schwer sich durch die Menschenmenge zu den Opfern durchzukämpfen, auf der anderen Seite muss man mit alldem natürlich auch logistisch umgehen können. Mit Sicherheit dürfte es ein Vorteil gewesen sein, dass man sich im größten Ballungszentrums Europas befand, was natürlich zu einer ausreichenden Versorgung mit Rettungsfahrzeugen, Ärzten und Krankenhäusern führte aber dem gegenüberstanden natürlich neben der Masse an Toten, auch eine noch viel größere Masse an Verletzten und Schwerverletzten. In diesem Kontext ist es natürlich klar, dass man alles daran gesetzt hat, eine weitere Panik zu vermeiden und die Party erst einmal weiterlaufen ließ.

War Duisburg vorbereitet?
Erst am letzten Wochenende feierten etwa genauso viele Menschen ein riesiges Fest im Rahmen der Ruhr.2010 auf der A40, auch hier kam es zu Menschenstaus etc. aber alles verlief, ganz im Gegensatz zur Loveparade, ohne eine Katastrophe. Natürlich kann man diese beiden Events nicht direkt miteinander vergleichen aber es bleibt natürlich schon die Frage nach der Logistik und die Frage, ob Duisburg wirklich auf ein solches Event ausreichend vorbereitet war. Solche Events sind gerade auch von den Teilnehmerzahlen her nur sehr schwer planbar, da natürlich Faktoren, wie zum Beispiel das Wetter, so gut wie gar nicht kalkulierbar sind. Jetzt ist es nun einmal so, dass ein grandioser Sommer, wie der in diesem Jahr, auch noch einmal mehr Menschen mobilisiert und man fragt sich, auf wie viele Menschen man am Ort der Katastrophe wirklich vorbereitet war. Augenzeugen sagten schon kurz nach der Katastrophe aus, dass der Platz auf dem alten Industriegelände, wo die Party stieg, viel zu klein war.

Ohne dem Veranstaltungsort etwas Schlechtes zu wollen, muss die Frage erlaubt sein, ob die Stadt überhaupt auf solche Massen vorbereitet war bzw. überhaupt die Möglichkeit hatte mit so vielen Menschen umzugehen. Es gibt Städte, wie zum Beispiel Köln, wo auch diese Redaktion sitz, wo man Erfahrungen mit solchen Massen hat und die braucht man in jedem Fall, um genau solche Katastrophen zu verhindern. Natürlich ist es wichtig, dass auch strukturschwache Regionen, wie das Ruhrgebiet und vorne voran natürlich auch eine solche Stadt wie Duisburg, solche Events bekommt aber es muss alles im Verhältnis stehen und genau dies war bei diesem Event offensichtlich nicht der Fall. Es wird seine Zeit dauern bis die tatsächlichen Faktoren die zu dieser Katastrophe geführt haben geklärt sind, man sollte nur darauf achten, dass man es genau analysiert, damit solche Katastrophen in Zukunft vermieden werden können, denn das schuldet man wohl jedem einzelnen Opfer.

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Kategorie: Gesellschaft · Kultur

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