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Die Wahrheit des Wortes

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Kroatisch-österreichischer Tourismus

10. Mai 2009

Eine Flugstunde von Wien entfernt liegt die Insel Brac in Kroatien. Klares Wasser, sauberer Strand, bestes Essen und perfekter Service – so stellt man sich den Urlaub vor. Dass dem nicht immer so war, dass dahinter viel Arbeit steckt, zeigte das erste Symposium über den Tourismus in Kroatien und seinem Weg in die Zukunft am vergangenen Wochenende.

Kroatisch-Österreichische Handelskammer traf österreichische Investoren – so könnte man die Teilnehmer kurz beschreiben. Spannend war die Art des  Dialoges zu beobachten. Viel Diplomatie im Wort, und doch ein Hinarbeiten auf das Gesprächsziel. Das scheint den Kroaten zu liegen, wenn man mal pauschal sagen möchte. Doch dahinter steckt vielleicht auch immer wieder die sozialistisch-kommunistische Vergangenheit. Da müssen Regeln eingehalten werden, Gesetze schießen quasi über Nacht aus dem Boden und behindern Investitionen. “So geht das nicht, wenn ihr uns als Investoren haben möchtet!”, polterte man ein wenig. “Ihr müsst unsere Interessen auch erkennen!” – entgegnete die andere Seite, und meinte damit sicher nicht die aktuelle Gesetzeslage, sondern wohl eher die sozialistische Vergangenheit des noch jungen Staates. Fakt ist, Kroatien steht am Beginn eines Raumplanungskonzeptes, am Beginn von erneuerbarer Energie und Umweltinvestitionen, und man hat gerade 200 wilde Mülldeponien saniert. Schließlich sucht der Gast Sonne und Meer, da sind Investitionen in den Umweltschutz und das Bewusstmachen des touristischen Potenzials und seiner möglichen Nutzung mehr als vorrangig. Gesetzliche Rahmenbedingungen dann auch noch im selben Tempo ändern zu müssen, damit die Investitionen auch wieder gewinnbringend auf den Markt gebracht werden können, scheint in einer Atempause seitens der kroatischen Regierung zu enden. Luft holen ob des Tempos, Privatisierung ist teilweise mit Fehlern passiert, die Ausbildung der im Tourismus beschäftigten bedarf einer Reform – all das hört man beim Symposium auf Brac in Bol, im Hotel Bretanide.

Fazit: Kroatien hat in Sachen Bürokratie, Gesetzeslage, Rahmenbedingungen für Investitionen viel zu tun, und mit österreichischem Tourismus Know How ist man vielleicht gut bedient. Was beiden Ländern gemeinsam ist, ist der Umstand, dass man im Tourismus wenig verdient. Personal kommt in Österreich mittlerweile aus Deutschland, aus den neuen Bundesländern. In Kroatien befürchtet man ähnliches, weil die Bezahlung schlecht ist, weil der Tourismusberuf noch nicht das Image hat, welches man sich wünscht. Im Tagungshotel geht man eigene Wege: bis zum Management ist alles in kroatischer Hand, und man schult das Personal mit österreichischem Know How. Eine Art “One-Stop-Shop” in Sachen Praxis für den Tourismusberuf.

AMW

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Kategorie: Ein Kommentar zur Woche · Europa · Gesellschaft · Neues aus Österreich · Politik · Umwelt · Wirtschaft

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