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Die Wahrheit des Wortes

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Krieg bleibt Krieg

24. März 2011

In dieser schönen, neuen Welt, in der man in den heutigen Tagen lebt, geht es scheinbar nur noch um die Verblendung der Massen und dies von Tripolis bis Tokio. Im fernen Japan steigt die Radioaktivität stetig an und man tut zum Teil überrascht bis irritiert. Wer hätte auch schon ahnen können, dass ein GAU in Fukushima die Umgebung verstrahlt. Man wird wohl noch überraschter und irritierter sein, dass die Folgen des anstehenden Super-GAUs noch viel schrecklicher sein werden. All die zeigt, für wie dumm die vermeintlichen Experten dieser Welt die Bevölkerung halten. Man muss sich im Falle des AKW von Fukushima auch fragen, warum die Kontrolle noch immer bei der Betreibergesellschaft Tepco liegt, die in der Vergangenheit vor allem mit Vertuschungsskandalen Schlagzeilen gemacht hat. Warum die japanische Regierung hier nicht härter durchgreift, bleibt eine große Frage. Aber diese Art der Desinformation, die in erschreckender Weise auch vielfach sehr gerne von einem gewissen Teil der Medien aufgenommen wird, bezieht sich nicht nur auf diese, noch nicht im Ansatz abschätzbare Umweltkatastrophe. Genau mit der gleichen Art geht man auch bei der Berichterstattung im Krieg in Libyen vor.

Krieg soll Frieden bedeuten?
Die Lage in Nordafrika war nie wirklich übersichtlich und gerade in Libyen zeigt sich dies im besonderen Maße, denn Muammar al-Gaddafi hat wohl doch mehr Anhänger, als dem Westen lieb ist und es fällt auch immer schwerer zu erklären, dass diese nun alle gekauft sein sollen. Man spricht mittlerweile von einem Riss in der libyschen Gesellschaft, ein Zustand den man übrigens auch in Deutschland beobachten kann. Nun hat sich in Libyen die westliche Welt entschieden sich auf die Seite der Gaddafi-Gegner zu schlagen und man griff das Land an. Dies bedeutet nichts anderes als Krieg, auch wenn man es in den Medien gerne als das reine Durchsetzen einer Flugverbotszone oder ähnliches deklarieren mag. Man erinnert sich noch daran, dass es noch vor Wochen hieß, dass Luftschläge in Nordafrika völlig ausgeschlossen seien und nun hängt man mittendrin in einem Krieg im Norden Afrikas. Hieß es auch noch vor einigen Tagen, dass Bodentruppen völlig ausgeschlossen seien, weicht man dies in den Medien gerade auch schon wieder mehr und mehr auf. Wer sich in den letzten Tagen und Wochen mit dem Thema Nordafrika ganz allgemein und mit Libyen genauer beschäftigt hat, dem sollte aufgefallen sein, dass die Medien hier im Vorfeld den Boden für das bereiten, was scheinbar in den Hinterzimmern der Politik schon längst beschlossen wurde.

Diese Art, die übrigens auch ein Teil moderner Kriegsführung ist, wirft man überraschenderweise Menschen, wie zum Beispiel dem aktuellen Gegner Muammar al-Gaddafi vor. Es ist die pure Heuchelei so zu tun, als würde es Propaganda nur auf einer Seite geben. Zynisch wird es dann auch noch, wenn der Westen ständig Kriege mit Frieden rechtfertigt, denn der Irak, aber natürlich gerade auch der Krieg in Afghanistan hat bewiesen, dass Krieg einfach nur Krieg ist und mit Frieden rein gar nichts zu tun hat. Außerdem muss man bei all den Kriegen, die der Westen begonnen hat, berücksichtigen, dass es scheinbar nicht immer nur um die Menschen geht, sondern auch um Ressourcen und die Kontrolle über diese. Dies wirft natürlich ganz neue Fragen auf und dies gilt natürlich vor allem für die Region Nordafrika. Man muss übrigens auch festhalten, dass auch hier die Medien dem Geschehen meist einen Schritt voraus sind, was auch wieder dafür spricht, dass es neben der Front im Norden Afrikas, noch eine zweite Front in den Medien gibt und diese ist nicht zu unterschätzen und wird immer wichtiger. Das Opfer, welches es hier vor allem zu beklagen gilt, ist die Wahrheit. Selbst wenn diese irgendwann einmal ans Tageslicht kommt, ist der Wert nicht mehr mit dem zu vergleichen, denn sie jetzt noch hätte.

Wo ist Julian Assange?
Man erinnert sich noch an Julian Assange und seine Internetplattform Wikileaks, um beides ist es übrigens verdächtig ruhig in letzter Zeit geworden. Seine Plattform dient der Veröffentlichung von Geheimdokumenten, genau in solchen Kontexten, wie wir sie gerade in der arabischen Welt erleben müssen. Leider beziehen sich die dort veröffentlichten Artikel meist auf vergangene Konflikte, dies empfinden die Menschen dann zwar noch als unerhört aber es ist scheinbar nicht möglich Lehren daraus zu ziehen. Denn, wenn man sich auf Grundlage dessen, was Assange bislang schon veröffentlicht hat, ein Bild der aktuellen Politik macht, weiß man wo der Hase langläuft. Man sollte nicht so naiv sein und meinen, dass dies in der kriegerischen Auseinandersetzung mit Libyen in irgendeiner Art anders sei. Erstaunlich ist einfach nur, wie sehr sich der westliche Einflussbereich, kriegerisch, immer weiter ausbreitet und dies lässt die Vermutung zu, dass man hier wirklich eine weitere Ausbreitung des globalisierten Raubtierkapitalismus sieht und dies von höchster Stelle legitimiert bekommen hat und diesen Vorwurf im Kontext der Kontrolle über die Ressourcen erhebt nicht nur Gaddafi selbst, denn auch die Türkei hat ein Auge auf diesen Bereich geworfen, was zu massiven Schwierigkeiten in der NATO führt.

Man sieht, dass man in der heutigen Zeit auch in solchen Bereichen ganz genau hinschauen muss und sich nicht blenden lassen darf. Wie weit diese Verblendung natürlich schon gegangen ist, erkennt man auch daran, dass ein Barack Obama einen Friedensnobelpreis bekommen hat und man sich natürlich angesichts amerikanischen Bombenhagels über Libyen fragen muss, wofür er diese Auszeichnung erhielt. Aber auch hier ist es spannend einmal den Blickwinkel etwas zu verändern, denn man kann auch noch einer ganz anderen These in diesem Kontext folgen. In dem man dem Mann, in dessen Namen unzählige Menschen in Afghanistan und nun auch in Libyen und wer weiß schon wo als nächstes, sterben müssen, diese hohe Auszeichnung im Namen des Friedens verliehen hat, legitimiert man genau solche Kriegseinsätze, wie die in Afghanistan und nun eben auch im Norden Afrikas. Es scheint so, als wolle man hier gezielt gute und schlechte Kriege schaffen und man muss kein Konfliktforscher zu sein, um sehen zu können, von welcher Seite aus gute Kriege ausgehen und von welcher die schlechten. Auch dies ist eine mehr als bedenkliche Entwicklung in einer Welt, in der man sich in diesen Tagen so oder so fragen muss, wie nahe sie am Abgrund steht.

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Kategorie: Europa · Gesellschaft · Medien · Politik · Technik · Umwelt · Wirtschaft

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