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Die Wahrheit des Wortes

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Kommt jetzt die Kälte am Arbeitsmarkt?

15. Oktober 2010

In dieser Woche gab es den ersten wirklichen massiven Kälteeinbruch in diesem Herbst, der dann teilweise gleich auch Frost und Schnee mitbrachte und wir haben gerade einmal Mitte Oktober. Auf Anhieb scheint es wirklich so zu sein, als würde es zu mindestens in weiten Teilen Deutschlands langsam feuchter und kälter. Da war der letzte, doch sehr extreme Winter, eigentlich fast übergangslos gefolgt von einem bescheiden Sommer, der nun wohl wieder direkt in den nächsten harten Winter übergehen will. Natürlich ist es viel zu früh, um über so etwas zu spekulieren, vielleicht ist es tatsächlich nur eine kurze Kältephase, was zu mindestens wir hier in der Redaktion in Köln doch sehr hoffen. Es macht langsam auch keinen Sinn mehr eine ewige Klimadebatte zu führen, da diese doch allzu oft nur einer Vorgabe zu folgen scheint und das ist neue Produkte am Markt zu platzieren und damit auch wieder mehr von kapitalistischen, als von ökologischen Gedankengut beherrscht zu sein scheint. Man darf aber in jedem Fall gespannt sein, wie man das Wetter im Bereich der Arbeitsmarktdaten behandeln wird und damit soll sich auch in diesem Artikel in der Hauptsache auseinandergesetzt werden.

Die Bauflaute
Es ist in jedem Jahr das gleiche Spiel, kommt der Winter, steigen in der Regel die Arbeitslosenzahlen, denn viele Arbeiten, gerade auch in der Baubranche, werden bei massiver Kälte einfach nicht mehr ausgeführt, was zum Teil in der Spitze natürlich auch zu Entlassungen führt. Jetzt muss man es allerdings auch realistisch betrachten, dass das Phänomen Winter eigentlich gar keines sein sollte, dies bedeutet auch der Arbeitsmarkt sollte sich darauf einstellen können. Immerhin schreibt die Bundesregierung es sich ganz groß auf die Fahne, wie kurzfristig und wunderbar sie arbeitsmarkttechnisch mit der Weltwirtschaftskrise klar gekommen sei, da man dementsprechend gut reagiert hätte. Da man natürlich voraussetzen muss, dass die Politiker nicht die Unwahrheit sagen würden, entsteht ein gewisser Widerspruch. Denn wie kann es sein, dass man es über Jahrzehnte nicht schafft sich auf den Winter einzustellen, es aber sehr wohl schafft sich kurzfristig auf eine Weltwirtschaftskrise einzustellen. Es sind auch solche Widersprüche, die die Politik im allgemeinen nicht gerade glaubwürdiger machen.

Erstaunlicherweise gibt es aber auch von Zeit zu Zeit Winter, die gerne auch einmal härter sind, wo der Arbeitsmarkt nicht so heftig reagiert und nun kommt man in den schönen Bereich, wie man in der Politik Fakten verkauft. Denn ist der Anstieg der Arbeitslosenzahlen in Richtung des Winters nicht so heftig, verkauft man dies gerne schon einmal als Sieg der Regierungsarbeit, übrigens ganz unabhängig davon welche Partei gerade in Berlin regiert. Im Umkehrschluss müsste dies dann natürlich auch bedeuten, dass wenn der Aufschwung am Arbeitsmarkt im Frühling nicht so stark ist, wie man es sich erhoffte, dies auch im politischen Verantwortungsbereich liegen würde. Es ist dann allerdings so, dass die Politik plötzlich mit alldem nichts mehr zu tun hat und somit kann man natürlich auch eigentlich keine Kritik an der Arbeitsmarktpolitik üben. Es kann aber eigentlich auch nicht sein, dass man sich positive Entwicklungen ganz groß auf die Fahne schreibt und für schlechtere Nachrichten Fakten wie das Wetter zur Verantwortung zieht. Denn diese Art kennt man ausreichend aus der Wirtschaft, wo sich gerade in den Chefetagen Verantwortung auch scheinbar nur auf positive Unternehmensnachrichten bezieht und die Böcke die man schießt, werden auf andere abgeschoben.

Arbeit neu organisieren
Es wird immer wichtiger, dass man Arbeit ganz neu organisiert, dies gilt nicht nur für die überraschenderweise wechselnden Jahreszeiten, sondern natürlich auch im allgemeinen. Denn durch den technischen Fortschritt hat sich gerade auch in den letzten 20 Jahren die Arbeit so sehr verändert, dass neue Ansätze zwingend her müssen. Denn in dem Stil, in dem es im Moment läuft, führt es bekanntermaßen nur dazu, dass die Schere zwischen den Armen und den Reichen immer weiter auseinandergeht. Denn, wenn unabhängig von der Witterung Beschäftigung zurückgeht und auf der anderen Seite die Vergütungen ab einem gewissen Karrierelevel unverhältnismäßig stark ansteigen, befindet man sich auf dem falschen Weg. Natürlich ist auch hier der Staat gefordert und gerade die aktuelle Regierung müsste auf diesem Sektor mehr leisten, denn man hatte sich auch Bürokratieabbau auf die Fahne geschrieben und auch davon ist, wie von so vielem anderen, auch nichts zu sehen, obwohl es in diesem Kontext ein so wichtiges Thema ist. Innovative Geschäftsideen und damit auch der Bereich der selbständigen Arbeit sollte viel mehr gefördert werden.

Selbständigkeit heißt aber in Deutschland noch immer viel zu oft einfach nur den Billiglohnsektor zu bedienen, damit sich größere Firmen und Kunden Lohnnebenkosten und ähnliches sparen können, damit sie am Ende des Tages mit ihren Bilanzen gut am Markt positioniert sind. Man kennt genau diese Art natürlich gerade auch aus dem Bereich der Leiharbeit, wo es wohl auch vielfach nur darum geht zu sparen. Man muss schon ganz genau darauf achten, dass der Wandel am Arbeitsmarkt nicht, wie so oft, weit am Thema Innovation vorbeischießt und anstatt dessen nur für noch mehr Armut sorgt. Es gibt in Deutschland sehr viele kreative Menschen aber auch diese nehmen sich heraus für ihre Leistungen angemessen bezahlt zu werden und da wird es oftmals schwierig. Wenn dann noch ein wilder Kampf mit dem Bürokratiedschungel beginnt, geben viele wieder resigniert auf, ehe sie ein wirkliche Chance gehabt haben. Will Deutschland nicht noch weiter abgehängt werden, sollte sich auch hier etwas tun. Dies kann man übrigens durchaus als eine Kernkompetenz der FDP bezeichnen, also sollte man an dieser Stelle langsam beginnen Zeichen zu setzen, schließlich ist man in der Regierung und damit im hohen Maß handlungsfähig und dies bei jedem Wetter.

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Kategorie: Gesellschaft · Politik · Umwelt · Wirtschaft

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