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Die Wahrheit des Wortes

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Kollektives Versagen im Gazastreifen

3. März 2008

Viele haben es versucht, keiner hat es geschafft. Das ist wohl die Haupterkenntnis, die man nachdem Ende der großen Offensive der Israelis im Gazastreifen haben muss. Es scheint ein Mal mehr so, als wird es einfach keinen Frieden im Nahen Osten geben können. Europäer, Russland aber auch nicht zu letzt George W. Bush haben sich als Friedensbringer für die Region versucht und allesamt haben eines gemeinsam. Sie sind gescheitert. Hat diese Region in ihrer heutigen Form eine Chance auf nachhaltigen Frieden?

Größte Offensive seit über 40 Jahren

Es war die größte Offensive, die die israelische Armee seit dem Sechstagekrieg von 1967 getätigt hat. Hierbei kamen mehr als 100 Palästinenser ums Leben. Das Ende der Offensive wurde vor einigen Stunden verkündet, was vor allem bedeutet, dass sich auch die Bodentruppen wieder zurückziehen. Auslöser für diese Großoffensive war der permanente Beschuss israelischen Gebietes mit Raketen aus dem Palästinensergebiet. Inwieweit es hier einen Kontext zur Stürmung der Grenze zu Ägypten, Ende Januar gibt, ist noch nicht offiziell. Allerdings wurde dieses oder ein ähnliches Szenario damals schon prognostiziert, da man davon ausgegangen ist, dass die Menschen aus dem Gazastreifen sich in Ägypten nicht nur mit Lebensmitteln etc. eingedeckt haben könnten, sondern eben auch mit Material zum Raketenbau.

Genau das Thema Grenzstürmung, ist eines an dem man aus meiner Sicht, das kollektive Versagen sehr gut festmachen kann. Denn für die Sicherung genau dieser Grenze, ist unter anderem auch die EU verantwortlich. Man rühmte sich auch eine ganze zeitlang damit aber eben auch nur so lange alles halbwegs gut lief. Während der Stürmung der Grenze durch aufgebrachte Menschen aus dem Gazastreifen, wurde es gerade auch in den Medien ruhig, was eine Beteiligung der EU an diesem Teil des Friedensprozesses im Nahen Osten anging. Natürlich geht es hierbei nicht um Schuldzuweisungen, davon hat man in der Region so oder so schon viel zu viel. Es soll einzig und allein klar machen, wie viele verschiedene Länder und Vereinigungen hier versuchen für den Frieden Einzustehen und scheinbar alle nach und nach scheitern.

Der krönende Abschluss der Ära Bush

Auch George W. Bush versuchte, wie auch schon einige seiner Amtsvorgänger, einen Friedensplan für diese Region aufzustellen. So gab es die große Nahost Friedenskonferenz von Annapolis Ende November des letzten Jahres. Die Fortsetzung dieser Gespräche wurden nun nach der Offensive Israels im Gazastreifen, durch die Hamas abgesagt und man muss wohl auch hier von einem scheitern des Friedensplans sprechen. Es hatte den Anschein als wollte sich Bush mit dem Frieden in der Region ein Denkmal setzten, als wollte er die Makel, die auf ihm und seiner Regierungszeit liegen, so über übertünchen. Denn zu dieser Region und den USA fallen einem als erstes die kriegerischen Auseinandersetzungen im Irak ein und diese Bilanz bleibt wohl auch zum Ende seiner Amtszeit eine negative.

Man muss natürlich bei der Betrachtung der Lage vieles im Auge behalten und darf nicht zu vorschnell im Reich der Vorverurteilungen versinken. Denn auch für den Irakkrieg gilt, dass die Geschichte noch nicht zu Ende geschrieben ist und man sehen muss, wie die Entwicklung in der Region sich in den nächsten Jahrzehnten entwickelt und ob die Geschichte selbst nicht noch zu einem völlig anderen Ergebnis in der Irakfrage kommt, als es heute den Anschein hat. Dies ist eine Option, genau wie die, dass der Einmarsch im Irak als großer Fehler in die Geschichte eingehen könnte. Festzustehen scheint nach den Geschehnissen der letzten Tage nur, dass sich Bush was den Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern angeht, in die Reihe der Staatsmänner einreihen kann, die es nicht geschafft haben diesen Konflikt zu lösen.

Die Zukunft des Israel-Palästina-Konflikt

Es ist davon auszugehen, dass egal ob McCain, Obama oder Clinton die Amtsnachfolge antreten wird, dass auch der zukünftige Führer der USA, Friedenspläne für Nahost ausarbeiten wird und es wieder zu Verhandlungen wie in Annapolis kommen wird. Natürlich werden auch die EU und Russland weiter aktiv auf diesem Gebiet tätig sein. Allesamt werden sich aber am Ende des Tages am Erfolg ihrer Missionen messen lassen müssen und genau da sah es bislang nicht gut aus und es hat leider auch den Eindruck als würde dies, trotz aller Bemühungen, noch lange so bleiben. Ich sehe leider keine Chance den Israel-Palästina-Konflikt kurz- oder mittelfristig zu lösen.

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Kategorie: Europa · Politik

Bis jetzt 1 Kommentar ↓

  • 1 Alexander Graham Bell // 3. Mrz 2008 at 10:37

    Vieleicht sollten die sich ans Telefon hängen und mal den Streit beilegen!?

Schreib was dazu