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Die Wahrheit des Wortes

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Koch muss gehen

5. Februar 2008

Wenn man sich die großen Fernsehsender so betrachtet, kann man ganz schnell den Verdacht bekommen, dass hier gezielt versucht wird, Politik zu machen. Dies ist auch legitim, man darf dann nur nicht mehr behaupten, man sei unabhängig. Vor einigen Jahren wurde gefordert, dass Journalisten, die ein Parteibuch haben, auch bei ihren Beiträgen als Mitglieder der jeweiligen Partei kenntlich gemacht werden sollten, also ganz im Stil, wie man es bei den Volksvertretern auch macht. Unglücklicherweise hat sich diese Idee nicht durchsetzen können. So ist es auch heute weiterhin an der Tagesordnung, dass die Medien, meiner Meinung nach, gezielt politisch Stimmung machen und so natürlich auch Einfluss auf Wähler und somit letztendlich Wahlergebnisse nehmen. Persönlich sehe ich so etwas nicht als unabhängig und vor allem nicht als transparent an.

Von Süd nach Nord

In der Berichterstattung zum hessischen Wahlkampf, war schon im Vorfeld zu erkennen, dass über Andrea Ypsilanti (SPD) in der Tendenz eher ruhig und sachlich berichtet wurde. Bei Roland Koch (CDU) hingegen, wurde reißerischer und unsachlicher berichtet. Dies führte man dann gerne auf das Hauptthema des hessischen Wahlkampfes zurück. Im Umkehrschluss würde dies aber bedeuten, dass sich die Medien von diesem Stil haben mitreißen lassen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man von Medienseite, ein solch unprofessionelles Verhalten einräumen möchte. Folgt man dieser These, bleibt nur die Annahme, dass es gezielt gegen Herrn Koch (CDU) ging. Trotz all dieser Medienberichte, stand am Ende des Wahltages fest, dass nicht Frau Ypsilanti (SPD) die Wahlsiegerin war, sondern Herr Koch (CDU). Nun gingen die `Koch muss gehen-Spiele`, wie ich es Mal nennen möchte, in die nächste Runde. Man muss aber nicht glauben, dass es nun fairer geworden wäre.

Wo es nur geht wurden und werden Nachfolger ins Spiel gebracht, man versucht parteiinterne Kritiker auszumachen, bislang allerdings ohne großen Erfolg. Es ist zum Teil schon witzig mit anzusehen, wie sich die Nachrichtenlage über einen Tag verändert, ohne das sich die Fakten verändern. Man interpretiert einfach Mal munter darauf los, um dann über den ganzen Tag unausweichliche Gegenstimmen zu kassieren und muss oftmals am Ende des Tages feststellen, dass das platzieren einer gewissen Meinung, fehlgeschlagen ist. Heute versuchte Werner Sonne von der ARD zum Beispiel, in einem Interview, den CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla (CDU) zu einer positiven Aussage, zu einer CDU Regierung mit den Grünen in Hamburg, zu bewegen. Herr Sonne scheiterte. Aber dies zeigt mir, dass wir uns langsam von Süd nach Nord bewegen, denn es geht nun mehr und mehr um die Wahl der Bürgerschaft in Hamburg am 24. Februar.

Auf dem Weg ins Nirgendwo

Genau diese Art von Interviewstil oder auch die Art, dass bei einem ARD-Bericht über die CDU als Hintergrundmusik `Road to nowhere` von den `Talking Heads` läuft, ist stilistisch für mich eher, bei einer Zeitung mit den vier großen Buchstaben anzusiedeln, als bei der ARD aber auch hier scheinen sich die Zeiten zu ändern. Es ist vielfach von den internen Problemen bei den großen Volksparteien die Rede, es geht immer wieder um Neuausrichtungen. In Teilen der Medienlandschaft hat diese Neuausrichtung wohl schon stattgefunden, wie ich finde nur leider nicht in eine gute Richtung. Mir fehlt die Unabhängigkeit, mir fehlen die Fakten, die, wenn überhaupt,  nur noch am Rande erwähnt werden. Es scheinen politisch motivierte Ziele vorzuliegen, die dann über mehr oder weniger Faktenbehaftete Berichterstattung, um scheinbar jeden Preis, an die potentiellen Wähler gebracht werden sollen.

Parteienforscher sagen das Ende der großen deutschen Volksparteien voraus. Wahlkampfberichterstattung scheint an Unabhängigkeit zu verlieren. Wenn man genau die Punkte im Kontext sieht, weiß man auch schnell warum Wahlbeteiligungen sinken. Die Menschen haben keine Lust mehr auf das, was sie eben größtenteils über die Medien, als Politik verkauft bekommen. Mehr Unabhängigkeit würde hier sicherlich ein Stück weit helfen. Sollte sich allerdings nichts ändern, reden wir nicht mehr nur über das Ende der großen Volksparteien in Deutschland, sondern über das Ende der Demokratie in diesem Staat. Denn dann trocknet die Demokratie mangels Beteiligung aus. Ich kann den Medienvertreten nur raten, sich in der, nun an Stärke zunehmenden, Berichterstattung, zu den Wahlkämpfen in Hamburg, solider zu verhalten, als dies in Hessen der Fall war. Denn Schaden an der Demokratie kann auch nicht im Interesse der Medien sein.

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Kategorie: Medien · Politik

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